Studiengebühren
PM 04.09.2006
Fasbender: „Die Aufregung wird sich schnell legen, wenn der Nutzen verstanden ist“

Frankfurt am Main. Zu mehr Gelassenheit forderte Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) anlässlich der Anhörung des Studienbeitragsgesetzes durch den Hessischen Landtag auf. „Die große Aufgeregtheit dieser Diskussion wird sich sehr schnell nach der Einführung legen, wie das Beispiel Österreich zeigt“. Dort hätten sich gerade mal 1 Prozent der Studenten wegen Studienbeiträgen abhalten lassen – und auch diese wohl nicht auf Dauer. „Ein Hochschulstudium ist für Studierende zuallererst Investition in die eigene Karriere. Für die Universitäten ist es eine Möglichkeit, noch besser qualifizierte Fach- und Führungskräfte auszubilden. Zentrale Frage muss also sein, wie die Qualität der hessischen Hochschulen und ihrer Absolventen nachhaltig gesteigert werden kann. Mit der Stärkung der Hochschulautonomie hat die Landesregierung bereits die Grundlage geschaffen. Jetzt kommt es darauf an, den 2. Qualitätsbaustein ‚Studienbeiträge’ auch gegen Widerstand Betroffener zu realisieren“, so Fasbender. Denn durch die Entrichtung eines eigenen Beitrages erhielten Studenten stärkere Anreize, effizient zu studieren und das beste Lehrangebot einzufordern. Hochschulen müssten umgekehrt ihr Profil schärfen und über ihre Lehrqualität in Wettbewerb treten. Nur so könnten sie den Anspruch auf zusätzliche investive Gelder begründen, die ihre Studenten mitbrächten.

Die aktuelle Studie „Bildungsmonitor 2006 “ der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die zusammen mit dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln durchgeführt wurde, hat ergeben, dass Hessen sich im untersuchten Jahr 2004 in den Hochschulen am wenigsten gegenüber Vorjahr verbessert habe, andere Länder hätten sich jedoch deutlich schneller entwickelt. Studienbeiträge seien daher ein unverzichtbar Baustein, um den Mechanismus der Qualitätsverbesserung auszubauen. „Das hessische Modell ist durchaus zukunftsweisend konzipiert. Andere Länder sehen lediglich einen einheitlichen Grundbetrag vor. Die hessische Regelung ermöglicht dagegen eine leistungsorientierte Differenzierung durch eine Gebührenstaffelung, zum Beispiel im Falle des Zweit- oder Langzeitstudiums“, so Fasbender. Dabei liege es im Ermessen der einzelnen Hochschule, wie sie diese Staffelung nutze, und könne so ideal für Profilbildung und Wettbewerb genutzt werden. „Eigenbeiträge erzeugen Wettbewerb und Wettbewerb führt zu mehr Qualität“, sagte Fasbender abschließend.

PM 01.09.2006
Studienbeiträge in Hessen längst überfällig
VhU warnt vor sozialpolitischem Etikettenschwindel

Frankfurt am Main. "Die Einführung von Studiengebühren ist ein längst überfälliges Gebot der Bildungspolitik. Sie darf nicht aus falschen sozialpolitischen Erwägungen abgelehnt oder gar verhindert werden", appellierte Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) an die hessischen Landtagsabgeordneten vor der Anhörung zum Thema am kommenden Montag. Wer bescheidene finanzielle Eigenleistungen der Studenten als Grundübel verteufle und weiterhin eine alleinige staatliche Studienfinanzierung fordere, sehe aus sozialpolitischem Blickwinkel Studierende als Empfänger von Sozialleistungen und verkenne den Investitionscharakter eines Studiums für die eigene Karriere. Immerhin gehe es um Gesamtkosten von 40.000 bis 150.000 Euro pro Studienplatz plus Hilfen zum Lebensunterhalt (BaföG).

Niemand könne im Ernst den Anspruch erheben, die Gesellschaft müsse ihm ein Studium kostenlos und zeitlich unbefristet zur Verfügung stellen, wandte sich der VhU-Hauptgeschäftsführer gegen Stimmen in Politik und Hochschulen, die Studiengebühren pauschal mit dem sozialpolitischen Argument ablehnten. "Studenten sind keine Hartz IV-Empfänger, die in einer Notsituation Sozialleistungen für ihre Grundversorgung benötigten, sondern Menschen, die gezielt in die eigene Karriere mit hoher künftiger Rendite investieren." Fasbender forderte deshalb statt einer auf Sozialpolitik reduzierten eine konzentriert bildungspolitische Debatte mit einer ehrlichen Nutzenabwägung für die Gesellschaft. Hier zeigten alle internationalen Modelle und Vergleichsstudien, dass das Grundkonzept von Studienbeiträgen ein nachhaltiges Instrument sei, um die Qualität der Hochschulbildung zu verbessern.

Besonderes Lob zollte die VhU dem in Hessen geplanten Studienbeitragsmodell. "Wie in keinem anderen Bundesland wird ein einheitlicher Grundstudienbeitrag (500 €/Semester) mit dem Recht jeder Hochschule gekoppelt, in bestimmten Fällen - wie etwa einem Zweitstudium - auch höhere Beiträge (bis zu 1.500 € Semester) zu fordern", stellte Fasbender heraus. Ein solches Stufenmodell sei Grundlage für mehr Autonomie und spezifischer Profilbildung der einzelnen Hochschule. "Eigenbeiträge erzeugen Wettbewerb und Wettbewerb führt zu mehr Qualität", sagte Fasbender abschließend.

PM 28.06.2006
VhU-Präsidium fordert zügige Einführung der Studiengebühren
Weidemann: „Studiengebühren sind gerechter und verbessern die Qualität des Studiums“ / Hessische Wirtschaft fordert Hochschulleitungen, Studenten und Hochschulräte auf, sich dem Qualitätswettbewerb zu stellen.

Frankfurt am Main. Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) begrüßt die von der Landesregierung beabsichtigte Einführung von Studiengebühren. Sie unterstützt diese bildungspolitisch richtige, bereits seit den 70er-Jahren geforderte Maßnahme nach Kräften, weil sie die Studienqualität verbessert und mehr Gerechtigkeit schafft. Prof. Dieter Weidemann, der Präsident der VhU, fasste die auf der heutigen Präsidiumssitzung beschlossenen Forderungen zusammen: „Die hessische Wirtschaft fordert die hessischen Hochschulleitungen und Hochschulmanager auf, ihren Widerstand gegen Studiengebühren aufzugeben und sich diesem Qualitätswettbewerb in vollem Umfang zu stellen. Wir fordern die Studenten auf, ihre Kritik in ihrem eigenen Interesse auf die Qualitätsdiskussion zu lenken. Und wir fordern die Hochschulräte auf, die Einführung der Studiengebühren energisch zu unterstützen.“

Denn – so begründete das VhU-Präsidium – Studiengebühren seien der beste Weg zu mehr Qualität an den Hochschulen, weil sie bei den Studenten den Blick für die Zukunftsinvestition Studium schärften. Der eigene Beitrag von Studenten werde das Verständnis des Studiums – und damit auch das Verhältnis zwischen Studierenden, Lehrenden und Hochschulen – fundamental verändern. Das Studium werde zu einer Investition in die eigene Zukunft, auf deren Qualität man gezielt Einfluss nehme. „Wer selbst einen Teil seines Studiums bezahlt, wird es sich nicht gefallen lassen, dass er in überfüllten Hörsälen Mittelmaß vorgesetzt bekommt. Vielmehr wird er sich sehr genau anschauen, wo das Beste für seine individuellen Bedürfnisse angeboten wird. Das wird den Qualitätswettbewerb der Hochschulen entscheidend beschleunigen“, so der VhU-Präsident. Deshalb verstehe das Präsidium überhaupt nicht, warum die Studenten nicht ihre Hochschule und die Landesregierung in die Pflicht nähmen, schon mit Einführung der Studiengebühren sofort messbare qualitative Verbesserungen bereitzustellen. Diese Forderung würde die hessische Wirtschaft sofort mittragen.

Außerdem beendeten Studiengebühren einen jahrzehntelangen ungerechten Zustand. So sei es alles andere als gerecht, dass z. B. eine Friseurin mit einem Stundenlohn von 7 € über ihre Steuer einem Akademiker das Studium finanziere, der später das Vielfache ihres Lohns erhalte. Und dass dieselbe Friseurin ihren sechsmonatigen Meisterlehrgang mit 5.000 € ganz selbstverständlich selbst bezahlen müsse, der Student aber nicht. Studiengebühren seien dann gerecht, wenn jedem der Zugang zum Studium ermöglicht werde. Dies müsse durch ein bequemes Darlehen geschehen, das dann zurückgezahlt wird, wenn der Akademiker entsprechend zur Rückzahlung in der Lage ist. Diesen zweiten Schritt habe die Vhu der Landesregierung vorgeschlagen und diese habe die Zusicherung gegeben.

Mehr Informationen zum Thema Studiengebühren:

Resolution des Präsidiums der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU)
Studiengebühren fördern Qualitätswettbewerb (PDF-Download 15 KB)

P_Studiengebuehren_Praesidium.pdf

Stellungnahme der VhU zum Entwurf eines Gesetzes zur Einführung von Studienbeiträgen an den Hochschulen des Landes und zur Änderung weiterer Vorschriften (PDF-Download 109 KB)

S_StudGeb06.pdf

Vorschlag der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) für ein
Hessisches Studienbeitrag - Modell (PDF-Download 39 KB)

S_Studienbeitrag_2006.pdf

Fragen und Antworten zum Thema Studiengebühren (PDF-Download 12 KB)

Studiengebuehren_FuA.pdf


Pressemeldungen

12.07.2006
VhU erwartet Nachbesserungen beim Studienbeitragsgesetz
Hochschulen sollen Befreiungsmöglichkeit bei besonderen Leistungen erhalten

29.06.2006
VhU Mittelhessen fordert zügige Einführung der Studiengebühren
Dr. Dirk Hohn: „Studiengebühren sind gerechter und verbessern die Qualität des Studiums“ -Hessische Wirtschaft fordert Hochschulleitungen, Studenten und Hochschulräte auf, sich dem Qualitätswettbewerb zu stellen.

23.05.2006
VhU kritisiert Verweigerung der Hochschulleitungen bei Studiengebühren
Fasbender: „Wenn Hochschulen Autonomie wollen, müssen sie sich auch wie verantwortliche Unternehmer verhalten.“

05.05.2006
VhU begrüßt Entscheidung der Landesregierung für Studiengebühren
Fasbender: „Bildungspolitischer Meilenstein für Hessen“ / Hessische Arbeitgeber empfehlen „Studienbeitragsmodell“ für alle

27.04.2006
VhU fordert gesetzliche Rahmenregelung zu Studiengebühren in Hessen
Hessische Arbeitgeber legen eigenes Konzept für ein „Entgeltmodell“ vor

Broschüre des Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.)
Studiengebühren
Warum Studieren nicht „umsonst“ sein darf


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