Thema der Woche - Will Europa mehr als Würstchen?
Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer
Mit
5 Prozent Anteil käme man noch in den Aufsichtsrat von Unternehmen,
mit 1 Prozent könne man nur noch Würstchen auf der Hauptversammlung
essen, zog EU-Kommissar Günther H. Oettinger auf dem Hessischen
Unternehmertag vor über 1.000 Gästen eine Parallele zwischen
Hauptversammlungen und Weltpolitik. Wenn die Deutschen ein gewichtiges
Wort mitreden wollen über Werte, Rahmenbedingungen und Regeln für
Wirtschaft und Gesellschaft in einer Welt der zwei Großmächte USA und
China, gelinge dies nur in und mit der Europäischen Union. G 3 statt G 2
müsse das Ziel sein, wenn wir unsere freiheitlich demokratische und
soziale Kultur erhalten wollen.
Denn gerade mal 5 Prozent
Anteil an der Weltbevölkerung werde Europa Ende des 21. Jahrhunderts
noch haben. Mit diesen 5 Prozent Europas müsse Deutschland wuchern, gab
Oettinger als Devise aus, statt sich auf den 1 Prozent-Anteil
Deutschlands zu bescheiden. Die Staatsschuldenkrise in der EU zu
bewältigen sei dabei eine Bewährungsprobe. Und wenn es nicht gelinge,
das Problem Griechenland zu lösen, traue uns die Welt sowieso nichts
mehr zu. Aber auch bei Infrastruktur, vor allem für die Energiewende,
sei es allemal schlauer, sich als EU aufzustellen. Wohl wahr, der
europäische Weg erscheint auch der VhU ohne realistische Alternative,
über die einzelnen Schritte muss man allerdings noch heftig streiten.
Ihr Volker Fasbender, November 2011