Duale Ausbildung: Attraktivität des Erfolgsmodells steigern

Um was geht es?

Die duale Ausbildung ist hoch aner-kannt, kämpft jedoch um Nachwuchs

Die duale Ausbildung ist ein Erfolgsmodell und für Unter­nehmen ein jahrzehntelang bewährtes wie zentrales Instrument der Nachwuchsge-winnung. Auch im Ausland ist das Modell aus Deutschland hoch anerkannt, nicht zuletzt auf-grund der geringen Jugendarbeitslosigkeit trotz der Finanzkrise vor zehn Jahren.

In Hessen steht die duale Ausbildung jedoch unter Druck: Immer weniger Schülerinnen und Schüler wollen eine Ausbildung absolvieren. Im Ausbildungsjahrgag 2018/2019 blieben rund 2.000 Stellen unbesetzt. Außerdem manifes-tiert sich auch hier der Trend zu einem akade-mischen Abschluss mit einer konstant sinken-den Ausbildungsquote und einer steigenden Studienanfängerquote.

Positiv ist, dass die Landesregierung in den vergangenen Jahren die duale Ausbildung wieder verstärkt in den Blick genommen hat. Das ist richtig und wichtig, denn es geht schlicht um die Zukunft des Erfolgsmodells der dualen Ausbildung.

Was braucht die Wirtschaft?

Gleichwertige Investitionen in duale und akademische Ausbildung

Als dualer Partner sind Unter­nehmen die pri-mären Akteure, wenn es darum geht, Jugendli-che von den Vorzügen einer Ausbildung zu überzeugen. Die Wirtschaft braucht jedoch Unterstützung, bei Jugendlichen und ihren El-tern für die Wege, Chancen und Möglichkeiten einer Berufsausbildung zu werben. Die Lan-desregierung sollte berufliche und akademi-sche Bildung gleichwertig fördern.
 
Was ist zu tun?

Für duale Ausbildung werben, Durch-lässigkeit erhöhen und Wohnen fördern

Breite Imagekampagne auflegen
Das Vorhaben der Landesregierung, die Imagekampagne Duale Ausbildung fortzu-führen, befürwortet die VhU. Die Kampag-ne muss möglichst breit aufgestellt und mit mindestens 20 Millionen Euro ausgestattet werden.

Ausbildungsteams einsetzen
Bislang gibt es eine Vielzahl an unter-schiedlichen branchenspezifischen Wer-bemaßnahmen. Die Landesregierung sollte mit den Kammern und den Sozialpartnern zusammen mobile Ausbildungsteams ein-setzen, die in allen Schulen der Sekundar-stufe 1 in Hessen branchenübergreifend für die Vorteile der dualen Ausbildung werben.

Durchlässigkeit erhöhen
Die duale Ausbildung ist eine gleichwertige Alternative zum akademischen Weg, der zudem auch mit einer Ausbildung beschrit-ten werden kann. Die Landesregierung aber auch die Wirtschaft sollte stärker für die Durchlässigkeit werben. Das derzeit er-probte Modell der Öffnung der Hochschu-len für Absolventen einer Ausbildung muss bei positiver Evaluierung als Regelfall ge-setzlich verankert werden.

Ausbildungswohnen fördern
Studierende profitieren von einem breiten Angebot der Studentenwerke, insbesonde-re beim günstigen Wohnraum. Die Landes-regierung sollte Wohnen von Auszubilden-den ebenfalls unterstützen und in die Mobi-lität von Auszubildenden investieren.