Berufsorientierung: Stärken und Neigungen erkennen, Berufswahl unterstützen

Um was geht es?

Berufsorientierung ermöglichen und strukturell organisieren

Die Frage der beruflichen Orientierung (BO) betrifft jede Schülerin und jeden Schüler. Daher ist es notwendig diesen Prozess rechtzeitig im Schulverlauf zu starten und systematisch zu begleiten. Das Land Hessen hat zur Optimie-rung der lokalen Vermittlungsarbeit im Über-gang Schule - Beruf eine übergreifende Strate-gie (OloV) etabliert. Im hessischen Schulsys-tem ist die BO inzwischen strukturell verankert und in der Verordnung zur Beruflichen Orientie-rung als Pflichtaufgabe normiert.

Beginnend in der Jahrgangsstufe sieben wird die Berufliche Orientierung durch ein Kompe-tenzfeststellungsverfahren begleitet. Die Schü-ler erhalten ein ressourcenorientiertes Feed-back zu ihren personalen und sozialen Kompe-tenzen. In Rahmen dieses Prozesses sollen sie ihre Neigungen und Interessen entdecken.

Während die Kompetenzentwicklung in der Schulzeit weiter gefördert wird, vertiefen Be-triebspraktika die Kenntnisse über das gewähl-te Berufsfeld und ermöglichen eine fundierte Entscheidung der nächsten Schritte.

Was braucht die Wirtschaft ?

Eine fundierte Berufswahlentscheidung

Sowohl Schüler als auch Unternehmen profitie-ren von einer fundierten Berufswahlentschei-dung. Ein Großteil der Ausbildungs- und Studi-enabbrüche lässt sich durch vorhergehende Informationen und begleitete Reflexion vermei-den. Die duale Ausbildung bietet hierbei attrak-tive Zukunftschancen auch für Abiturienten. Durch einen adäquaten Matchingprozess fin-den Schulabgänger und Unternehmen zielge-richtet und passgenau zueinander.
 
Was ist zu tun?

Relevante Akteure einbeziehen

Rechtzeitig beginnen:
Schüler beschäftigen sich vorwiegend mit unmittelbaren Erfordernissen. Daher sollten neben der Schule auch Eltern die Berufli-che Orientierung ihrer Kinder anstoßen, ohne zu einseitig eigene Erwartungen auf sie zu projizieren.

Strukturiert organisieren:
Die Schule sollte verstärkt auch externe Kooperationspartner, wie Unternehmen und die Berufsberatung der Agentur für Ar-beit, einbeziehen. Die Wahl der Betriebs-praktika soll helfen die Kenntnisse im favo-risierten Berufsfeld anhand bertrieblicher Erfahrungen zu überprüfen.

Duale Ausbildung stärken:
Die Abiturientenquote und die Zahl der Studienanfänger sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen, die Studienabbrü-che ebenfalls. Gymnasien sollten ihre Be-rufliche Orientierung nicht allein auf Studi-enorientierung fokussieren, sondern ihren Schülerinnen und Schülern auch Informati-onen über Karrierechancen durch eine dua-le Ausbildung nahe bringen.

Sich auszeichnen lassen:
Vorbildliches Engagement wird mit dem Gütesiegel für Berufliche Orientierung be-lohnt. Weiterführende Schulen sollten sich darum bewerben und sich mit der Aus-zeichnung neuen Schülern, deren Eltern und auch Unternehmen empfehlen.

Kompetenzfeststellung an Gymnasien:
Die Landesregierung sollte die Berufliche Orientierung der Gymnasien stärken und auch Gymnasiasten ein Kompetenzfeststel-lungsverfahren für die Berufswahl zur Ver-fügung stellen.