Berufsschulen: Lernortkooperation zukunftsfähig machen

Um was geht es?

Duale Partner müssen sich im Gleich-schritt für die Zukunft aufstellen

Berufsschulen und ausbildende Unter­nehmen sind die tragenden Säulen des dualen Systems und damit maßgeblich verantwortlich für den Erfolg der Auszubildenden. Beide unterliegen dabei stetigen Veränderungen, in den vergan-genen Jahren maßgeblich geprägt durch den technologischen Wandel und die digitale Transformation.

Die Wirtschaft hat hierauf vielfältig reagiert, neue Geschäftsmodelle entwickelt und bei-spielsweise Produktionsprozesse und –ketten angepasst. Diese Veränderungen spiegeln sich in den Ausbildungsberufen wider, etwa im neu-en Ausbildungsberuf des Kaufmanns im E-Commerce oder in den angepassten Ausbil-dungsordnungen der industriellen Metall- und Elektroberufe im Jahr 2018.

Berufsschulen sind gefordert, mit diesen Ände-rungen Schritt zu halten. Hier gibt es in Hessen Aufholbedarf. Die Ausgaben für Berufsschulen haben sich relativ gesehen kaum erhöht. Digi-tale Ausstattung und Fortbildung stecken in den Kinderschuhen und es besteht ein Mangel an Nachwuchslehrkräften.

Was braucht die Wirtschaft?

Stärkung der Berufsschulen als Partner der Ausbildungsunternehmen

Die hessische Wirtschaft braucht in den Be-rufsschulen einen verlässlichen und starken Partner, mit dem die duale Ausbildung gemein-sam erfolgreich und zukunftsfähig gestaltet wird – im Gleichschritt und in Abhängigkeit von der technologischen Transformation. Hierzu sind Investitionen in die einzelnen Standorte und den Nachwuchs notwendig. Die Berufs-schulen sind in den Ausbildungsberufen als Spiegelbild der Arbeitswelt insbesondere auch für den digitalen Wandel aufzustellen.
 
Was ist zu tun?

Offensive von Landesregierung und Wirtschaft für Berufsschulen starten

Lernzentren bilden:
Im Rahmen eines Wettbewerbs „Lernzen-tren 4.0“ sollten ausgewählte Berufsschu-len themenorientiert und profilbildend aus-gebaut werden. Ziel ist es, gemeinsam mit Schulträgern, Bildungsträgern, Hochschu-len und Unter­nehmen vor Ort, standortbe-zogene Konzepten für eine industrienahe Ausstattung zu fördern, verbunden mit ei-nem pädagogischen Konzept und unter Einbindung bestehender Infrastrukturen.

Nachwuchsoffensive starten:
Um den Lehrernachwuchs zu sichern braucht es eine Strategie zur Nachwuchs-sicherung, die u.a. ein fundiertes Querein-steigerprogramm und einen langfristigen Plan für die hochschulische Ausbildung von Wirtschaftspädagogen beinhaltet.

Digitalpaket schnüren:
Die Berufsschulen müssen für die digitale Transformation gewappnet sein. Dafür sind Investitionen in Infrastruktur, Fortbildungen und digitale Lehr- und Lernkonzepte nötig. Die Landesregierung sollte außerdem ei-nen Think Tank gründen, in dem Experten aller Beteiligten Konzepte für die duale Partnerschaft entwickeln, aus denen die Landesregierung ein Digitalpaket Berufs-schule schnürt.

Standortstrategie entwickeln:
Hessen braucht eine langfristige Strategie für die Entwicklung und die Verteilung der Berufsschulstandorte. Die Strategie muss hierbei insbesondere die regionalen Aus-bildungsschwerpunkte und Mobilitätslösun-gen abbilden, unter Einbezug der Wirt-schaft und den regionalen Stakeholdern. Dabei sollten auch flexible Organisations-formen wie zum Beispiel Verbundkonzepte berücksichtigt werden.