Flexible Beschäftigung: Wege in Arbeit offen halten

Um was geht es?

Beschäftigungschancen auch für Niedrigqualifizierte und Berufseinsteiger
Flexible Beschäftigungsformen (Teilzeit, Mi-nijob, Zeitarbeit, Befristung) bieten vielen Arbeitnehmern einen Einstieg in die Erwerbstä-tigkeit. In besonderer Weise gilt dies für Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose: Im Jahr 2015 waren über 40 % der abhängig Beschäftigten ohne Berufsausbildung in flexiblen Beschäftigungsverhältnissen tätig (Statistisches Bundesamt).

Dabei geht der Anteil flexibel Beschäftigter im erwerbsfähigen Alter (ohne Ausbildung) wieder zurück: von über 22 % im Jahr 2007 auf rund 20 % 2018. Gleichzeitig erhöhte sich Anteil der Personen in einem sog. Normalarbeitsverhältnis von gut 65 % auf über 70 %.


 
Quelle: Statistisches Bundesamt


Was braucht die Wirtschaft?

Flexible Beschäftigungsmöglichkeiten
Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten und bei Nachfrageschwankungen brauchen Arbeitgeber flexible Möglichkeiten, um einerseits notfalls auch mit Personalabbau reagieren zu können, andererseits ein Maximum an Be-schäftigung bieten zu können. Viele Arbeitnehmer erhalten so eine zusätzliche eine Chance auf Arbeit und sammeln wertvolle Berufserfahrung.

Was ist zu tun?

Flexibilität am Arbeitsmarkt erhalten

Sachgrundlose Befristung erhalten und entbürokratisieren:
Sog. Sachgrundlose Befristungen dürfen nicht weiter eingeschränkt werden. Schon heute lauern bei der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverträgen in der Praxis viele Fallstricke für Arbeitgeber. Weil gerade kleine und mittlere Betriebe diese häufig kaum meistern können, muss der Gesetzgeber hier mehr Rechtssicherheit herstellen und Bürokratie abbauen.

Zeitarbeit: AÜG evaluieren
Bei der 2020 geplanten Evaluierung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) sollten einige Regelungen überdacht werden. Zeitarbeitskräfte sollten nicht bei den betriebsverfassungsrechtlichen und mitbestimmungsrelevanten Schwellenwerten im Betriebsverfassungsgesetz und den Mitbestimmungsgesetzen mitgezählt werden. Ihr Einsatz im Arbeitskampf muss aus Gründen der Verhältnismäßigkeit erleichtert werden.

Teilzeit: Bessere Voraussetzungen für Vollzeitarbeit schaffen
Um Vollzeit- statt Teilzeitarbeit vor allem für Frauen attraktiver zu machen, muss der bedarfsgerechte Ausbau einer qualitativ hochwertigen Kinderbetreuungsinfrastruk-tur und von Ganztagsschulangeboten endlich höchste Priorität erhalten. Gerade im internationalen Vergleich hat Deutschland hier noch großen Nachholbedarf.

Minijobs erhalten
Vor allem von Gewerkschaftsseite wird immer wieder gefordert, Minijobs abzuschaffen. Dabei sind Minijobs oftmals von Beschäftigten erwünscht, die nur einen kleinen Hinzuverdienst anstreben. Insgesamt gibt es keine Verdrängungseffekte von Minijobs auf sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.