Ganztagsschule: Mehr individuelle Förderung und Verein-barkeit von Familie und Beruf

Um was geht es?

Durch schulische Ganztagsangebote den Fachkräftebedarf sichern

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehört zu den wesentlichen Herausforderungen unse-rer Gesellschaft und flexiblen Arbeitswelt. Mehr Möglichkeiten dieser Vereinbarkeit sind ein Anliegen der Wirtschaft im Zeichen des wach-senden Fachkräftebedarfs. Gleichzeitig sollen die elterliche Betreuung nicht verkürzt und die Kinder durch berufliches Engagement nicht vernachlässigt werden. Stattdessen gilt es Kin-der bestmöglich zu fördern.

Ganztagsschulen können beide Anforderungen erfüllen. Nach allen Umfragen wünscht sich die überwiegende Mehrheit der Eltern diese Schul-form für ihre Kinder. Da internationale Ver-gleichsstudien eine zu geringe soziale Durch-lässigkeit des deutschen Schulsystems diag-nostizieren, eignen sich insbesondere Ganz-tagsschulen, eine höhere soziale Durchlässig-keit zu unterstützen.

In Hessen gibt es Ganztagsangebote in diffe-renzierten Profilen mit unterschiedlicher Be-treuungsdauer und Verbindlichkeit bis hin zur echten gebundenen Ganztagsschule. Mit dem „Pakt für den Nachmittag“ kam der Ausbau von Grundschulen mit Ganztagsangeboten hinzu.

Was braucht die Wirtschaft ?

Individuelle Förderung und Betreuung

Die hessische Wirtschaft sieht mit der Politik eine möglichst individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler sowie eine höhere soziale Durchlässigkeit des Schulsystems als Ziele. Ganztagsschulen dienen sowohl der persönlichen Entwicklung der Schülerschaft als auch der Hebung von Arbeitskräftepotenzial für den Fachkräftebedarf.
 
Was ist zu tun?

Qualitativer und quantitativer Ausbau von Ganztagsschulen

Bedarfsorientierte Planung:
Der Bedarf an Angeboten muss stets vor Ort ermittelt und eine Weiterentwicklung zu Ganztagsschulen von jeder Schulgemeinde beschlossen werden. Das Land Hessen sollte gewünschte Weiterentwicklungen der Schulen genehmigen und unterstützen, aber nicht planwirtschaftlich verordnen oder finanziell privilegieren.

Kooperation auf kommunaler Ebene:
Der kommunale Schulträger sollte mit der Ganztagsschule eng kooperieren, um Ver-eine, Einrichtungen der Jugendhilfe, Schü-lerfirmen, Musikschulen und sonstige au-ßerschulische Partner in das Ganztagsan-gebot einzubinden.

Qualifikation der Beschäftigten sichern:
Um qualitativ hochwertige Unterrichts- und Betreuungsangebote zu gewährleisten, sollte die Landesregierung das Aus- und Fortbildungsangebot für Lehrkräfte, Erzie-her und Pädagogen um die Aspekte der Ganztagsschulpädagogik und des Ganz-tagsschulmanagements erweitern.

Gute Beispiele machen Schule:
An den Universitäten in Hessen bietet die anstehende Reform der Lehrerausbildung eine Chance, vielfältige pädagogische An-sätze und best practice-Beispiele von Ganztagsschulen in die Neukonzeption zu integrieren.

Fachkräfte von morgen fördern:
Lehrkräfte und Schüler sollten das Ganz-tagskonzept für eine vielfältige Lehr- und Lernkultur nutzen. Neben fachlichen Kom-petenzen sind Persönlichkeitsentwicklung und berufliche Orientierung gefragt.