Lebensarbeitszeit: Gesundheit und Bildung verbessern, Frühverrentung beenden

Um was geht es?

Mehr Erwerbsbeteiligung von Älteren

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen hat sich zwischen 2000 und 2017 auf knapp 6 Mio. mehr als verdoppelt. Bei den
60- bis 64-Jährigen hat sich die sozialversiche-rungspflichtige Beschäftigung auf über 2 Mio. mehr als verdreifacht. Insgesamt ist die Zahl aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in diesem Zeitraum „nur“ um 15,5 % gestiegen (BA, 2018). Betriebe, bei denen Bewerbungen von über 50-Jährigen eingegangen sind, haben auch in über der Hälfte der Fälle Ältere eingestellt (IAB 2017).

Was braucht die Wirtschaft?

Mitarbeiter aller Altersklassen
Ältere Arbeitnehmer verfügen meist über Erfahrung, langjährig gepflegte Netzwerke, Disziplin und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Hiervon möchten immer mehr Arbeitgeber profitieren.


Was ist zu tun?

Ältere im Erwerbsleben halten
Vorzeitige abschlagsfreie Rentenzugänge beenden:
Die abschlagsfreie Rente ab 63 für besonders langjährig Versicherte hat deutschlandweit bereits über eine Million Arbeitnehmer vorzeitig aus dem Erwerbsleben geführt. Dieses teure und kontraproduktive Experiment muss so schnell wie möglich beendet werden.

Brücken in die Frühverrentung abbauen
Die 2008 in Kraft getretene, erneute Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengelds für über 58-Jährige auf bis zu 24 Monate hat dazu geführt, dass Ältere länger arbeitslos bleiben (IAB, 2016). Daher sollte das Arbeitslosengeld wieder einheitlich auf max. 12 Monate festgesetzt werden, wie es bis zum Jahr 1985 der Fall war.

Gesundheit verbessern
Grundbedingung für ein langes Erwerbsleben ist Gesundheit. Das Bewusstsein jedes Einzelnen muss schon im Kindergarten- und Grundschulalter gestärkt werden. Bei Erkrankungen müssen die Reha-Träger (Rentenversicherung, Krankenkassen, Unfallversicherungsträger, Arbeitsagentur, Träger der Eingliederungshilfe und Integra-tionsamt) effektiv zusammenarbeiten, damit die Erwerbsfähigkeit der Arbeitnehmer durchgehend und lange erhalten bleibt.

Lebenslanges Lernen
Ein höheres Qualifikationsniveau erhöht die Chancen auf Beschäftigung erheblich (Ulrich Walwei, IAB: „Ältere Beschäftigte: Hoffnungsträger im demografischen Wandel?“, in: Deutsche Rentenversicherung, Ausgabe 1/2017, S. 42). Dies unterstreicht die hohe Bedeutung von Investitionen in die Bildung: in Schule, Ausbildung und Weiterbildung während des Berufslebens.