Straßengüterverkehr: Rastanlagen an Autobahnen in Hessen: Mehr Lkw-Stellplätze und mehr Sicherheit nötig

Um was geht es?

Überfüllte Rastanlagen, Lkw-Fahrer auf Parkplatzsuche, Planenschlitzerei

In Hessen fehlen tausende Lkw-Stellplätze auf Parkplätzen, Raststätten und in Autohöfen entlang der Autobahnen. Das führt seit Jahren zu teils gefährlichen Verkehrsverhältnissen in den Abendstunden: Rastanlagen und ihre engen Zufahrten sind voll mit Lastwagen. Die Lkw-Fahrer werden häufig faktisch gezwungen, falsch zu parken, um Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten. Das verschlechtert die Attraktivität des Berufsbildes Kraftfahrer und verschärft die Probleme, genügend Mitarbeiter für die Logistikbranche zu finden.

Bereits im Jahr 2013 fehlten 2.000 Lkw-Stellplätze in Hessen. Doch Bund und Land haben zu wenig investiert: Zwischen 2013 und 2017 wurden lediglich 500 neue Plätze gebaut. Bis Ende 2018 kamen nur gut 100 Plätze hinzu. Es fehlen derzeit also 1.400 Plätze – mindestens, wenn nicht noch mehr. Denn der Straßengüterverkehr wächst rasant. Experten schätzen, dass der Bedarf an neuen Stellplätzen in Hessen heute bereits 3.500 Plätze be-trägt.

Hinzu kommt die schlechte Sicherheitslage auf vielen Rastanlagen: Planenschlitzerei und Diebstahl sind an der Tagesordnung – auch auf beleuchteten und belebten Anlagen. Eine Spedition aus Gießen beziffert die monatlichen Reparaturkosten durch Planenschlitzerei auf 6.500 Euro. Bundesweit gibt es jährlich 26.000 Ladungsdiebstähle auf Rastanlagen. Die gestohlenen Güter haben einen Wert von 1,3 Milliarden Euro, weitere Schäden von 900 Millionen Euro entstehen durch Konventionalstrafen für Lieferverzögerungen, Reparaturkosten, Umsatzeinbußen und Produktionsausfälle bei Industrie und Handel.

Was braucht die Wirtschaft?

Ausreichend Lkw-Parkplätze und Sicherheit für Fahrer und Ladungen

1.An den Autobahnen in Hessen muss es genügend LKW-Stellplätze geben.
2.Auf Parkplätzen, Raststätten und Autohöfen muss die Sicherheit für Lkw-Fahrer und Ladungen besser als bisher gewährleistet werden.

Was ist zu tun?

Lkw-Stellplätze bauen, Videoüberwachung ausweiten und öfter Polizeistreifen

Das Land sollte mindestens 2.000 Lkw-Stellplätze an Autobahnen bis 2024 bauen.
Neue Lkw-Parkflächen müssen auch private Autohofbetreiber berücksichtigen.
Private Lkw-Parkplatzbetreiber sind bei der Parkflächen-Schaffung einzubinden.
Kolonnen- bzw. Kompaktparken (Modell SVG-Autohof Lohfelden) sind auszuweiten.
Die Polizei muss stärker gegen Kriminelle vorgehen, um besonders nachts Fahrer und Ladungen zu schützen, beispielsweise durch Streifenfahrten mit Blaulicht. Hierfür muss der Personalstab aufgestockt werden.
Das Land sollte den Ausbau der Videoüberwachung an Raststätten finanziell fördern.