Stromkosten: Wettbewerbsfähige Stromnetzentgelte durch verursachergerechte Finanzierung!

Um was geht es?  
 
Stromnetzentgelte belasten einseitig die Stromverbraucher.  
 
Betreiber von Ökostromanlagen erhalten über das EEG feste Vergütungen – unabhängig davon, ob ihr Strom gebraucht wird oder transportiert werden kann. Weht der Wind nicht  oder kann der Ökostrom nicht transportiert werden, springen konventionelle Kraftwerke ein, die ebenfalls vergütet werden müssen. Die Folge sind immer weiter steigende Kosten für die Stabilisierung des Stromnetzes, die bislang allein von den Stromkunden geschultert werden. Die Betreiber von Ökostromanlagen zahlen nichts. Allein im 1. Quartal 2019 fielen für die Stabilisierung des Stromnetzes Rekordkosten von 473 Mio. Euro an.
Im Koalitionsvertrag im Bund von 2017 kündigen CDU, CSU und SPD eine Reform der
Stromnetzentgelte an, die „die Kosten verursachergerecht und unter angemessener Berücksichtigung der Netzdienlichkeit verteilen und bei Stromverbrauchern unter Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit mehr Flexibilität ermöglichen“ soll. (Z. 3291ff).
 
Nötig ist ein Systemwechsel bei der Finanzierung der Infrastrukturkosten: Früher produzierten zentrale Großkraftwerke den Strom, der von den Verbrauchern nachgefragt wurde. Entsprechend logisch war es, dass die Verbraucher die Kosten für die Infrastruktur trugen. Mit der Energiewende stellt die Politik dieses System auf den Kopf. Künftig soll sich der Verbraucher nach dem Angebot richten („Flexibilisierung“ oder „Demand-Side-Management“). Die angekündigte Reform der Stromnetzentgelte sollte dieser Entwicklung Rechnung tragen.
 
 
 
Immer teurer: Netz- und Systemsicherheit  
 
Quelle: Bundesnetzagentur - Quartalsbericht zu Netz- und Systemsicherheitsmaßnahmen Q1/2019
 
Was braucht die Wirtschaft?
 
Wettbewerbsfähige Stromnetzentgelte: verursachergerecht finanzieren
 
Die Kosten für die Aufrechterhaltung der
Stromversorgung sowie für den Ausbau der Stromnetze sollten von allen getragen werden, die ein Interesse an Stromversorgungssicherheit haben. Das wären sowohl Stromkonsumenten, als auch Stromproduzenten. Damit übernähmen auch die Einspeiser Verantwortung für eine sichere Stromversorgung.
 
Was ist zu tun?
 
Erneuerbare Energien müssen ihrer
Verantwortung gerecht werden
 
Neue Netzentgeltsystematik einführen:  
Die Kosten für den Stromnetzausbau
(Netzentgelte) sollten künftig hälftig von Einspeisern und Nachfragern getragen werden.  
 
Stabilisierungskosten fair verteilen:
Die Betreiber von Ökostromanlagen sollten künftig mit in die Verantwortung für ein stabiles Stromnetz genommen werden, indem sie künftig entsprechend dem Verursacherprinzip die Kosten für die Stabilisierung der Stromnetze tragen.