Versorgungssicherheit Strom: Stromnetzqualität erhalten!

Um was geht es?

Spannungsqualität ist wichtiger Standortfaktor.

Eine sichere Stromversorgung ist eine Grundvoraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg. Bislang wurde dem Aspekt Versorgungssicherheit beim Umbau des deutschen Stromversorgungssystems zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Denn insbesondere die Digitalisierung von Produktionsprozessen (Industrie 4.0) und autonomes Fahren im Verkehr setzen eine Stromversorgung voraus, die nahezu frei von Unterbrechungen und Spannungsschwankungen ist. Grundsätzlich gilt: je präziser die Technik, desto wichtiger eine möglichst schwankungsfreie Stromversorgung. Sicherheit und Qualität der Stromversorgung in Deutschland stehen im Spannungsfeld von drei Entwicklungen:


1. Mit den Grad der Automatisierung steigen die Ansprüche der Maschinen an die Qualität der Stromversorgung.


2. Die zunehmende, volatile Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien führt zu neuen Belastungen für das Stromnetz.


3. Bislang sorgten große, rotierende Massen (Schwungräder) in großen Kraftwerken dafür, dass Spannungsschwankungen ausgeglichen wurden. In Hessen waren insbesondere die Großkraftwerke Staudinger und Biblis hierfür zuständig. Auch bundesweit werden immer mehr Großkraftwerke vom Netz genommen.

 
Was braucht die Wirtschaft?

Eine möglichst unterbrechungs- und schwankungsfreie Stromversorgung

Die Politik muss der Stromnetzqualität mehr Aufmerksamkeit widmen und durch verbesserte Rahmenbedingungen die Sicherheit und Qualität der Stromversorgung erhöhen.

Was ist zu tun?

Monitoring einführen, Regelleistung erhalten, Stromnetze ausbauen

Besseres Monitoring aufbauen:    
Politik und Verwaltung sollten künftig auch kürzeste Unterbrechungen, sog. Flicker, sowie Spannungsschwankungen genau erfassen und die Ergebnisse im Monitoringbericht der Bundesnetzagentur (BNetzA) veröffentlichen. Bislang erfasst die BNetzA gemäß § 52 Energiewirtschaftsgesetz nur Versorgungsunterbrechungen über drei Minuten (sog. SAIDI-Wert).

EE-Ausbau mit Netzausbau abstimmen:
Der weitere Ausbau der schwankenden erneuerbaren Energien (EE) sollte künftig an die Qualität der Stromversorgung geknüpft werden. Leidet die Versorgungsqualität, muss das Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien gedrosselt werden    

Regelleistung erhalten:    
Großkraftwerke auf Basis von Kohle und Gas sind nach wie vor wichtig für die Stromversorgung. Im Rahmen des Kernenergieausstiegs gehen in den nächsten Jahren weitere Kraftwerke vom Netz. Ein zusätzlicher rascher Kohleausstieg ist kurz- und mittelfristig nicht vertretbar.

Stromnetze ausbauen:
Die Stromnetze sind zügig auszubauen – vom Übertragungsnetz bis zum Verteilnetz.