VhU Präsidentenbriefe – Überlegungen zur Bundestagswahl

Nr. 14 – Gesundheit: Wettbewerb statt Einheitskasse – Holzweg Bürgerversicherung

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sommerferien sind vorbei – ich hoffe, Sie und Ihre Angehörigen hatten schöne Wochen. Und wurden im Urlaub nicht krank. Geht es Ihnen auch so? Wenn ich im Ausland erkranke, möchte ich so schnell wie möglich nach Hause. Denn ich habe ein hohes Vertrauen in unsere Ärzte und Krankenhäuser.

Warum ist das so? Das liegt auch an unserem Gesundheitswesen. Wir haben keine reine „Staatsmedizin“ und keine Einheitskasse. Es gibt auch Wettbewerb, etwa im dualen System aus gesetzlicher und privater Kranken- und Pflegeversicherung. Die privaten Krankenversicherer (PKV) dienen nicht nur ihren Versicherten, sondern indirekt allen. Die PKV und ihre Versicherten finanzieren einen Teil der Leistungen für die gesetzlich Versicherten mit. Denn die privat Versicherten zahlen höhere Honorare an Ärzte und für Leistungen in Krankenhäusern. Und die Privaten organisieren Generationengerechtigkeit: Sie haben Rücklagen für das Alter von rund 300 Mrd. Euro gebildet. Die gesetzlichen Kassen hingegen sind im Umlageverfahren organisiert und bilden keine Altersrücklagen. Das ist zukunftsblind, weil immer weniger Erwerbstätige immer mehr Alte versorgen müssen.

Trotzdem wollen SPD, Grüne und LINKE das Ende der privaten Krankenversicherung einläuten, geschürt mit dem vordergründigen Neid-Argument einer angeblichen Zwei-Klassen-Medizin: „Bürgerversicherung“ (SPD und Grüne) oder „solidarische Gesundheitsversicherung“ (LINKE) heißen die Modelle. Zusätzlich wollen diese Parteien mehr Geld in eine gesetzliche Einheitskasse schaffen. Statt nötige Reformen im Gesundheitswesen anzugehen, würden Probleme nur übertüncht und die Arbeitgeber mit sprunghaft steigenden Lohnzusatzkosten belastet. Arbeit wird teurer – wodurch die internationale Wettbewerbsfähigkeit leidet.

Natürlich sehe auch ich Reformbedarf, aber wie wäre es mit einer besseren Verzahnung aller Sektoren, einem Abbau von Überversorgung, mehr Vertragsfreiheit und mehr Wettbewerb für Krankenkassen und Ärzte sowie einer Reduzierung von Kassenleistungen auf das medizinisch Notwendige und Wirtschaftliche.

Wenn Sie diesen Brief an Interessierte weitergeben, würde ich mich freuen. Gerne stehe ich Ihnen für einen politischen Dialog zur Verfügung. Ich freue mich auf Ihr Feedback: wmang@vhu.de

Ich wünsche Ihnen später einen guten Start in das Wochenende.

Es grüßt Sie

Wolf Matthias Mang

VhU-Präsident