VhU Präsidentenbriefe – Überlegungen zur Bundestagswahl

Nr. 7 – Rente: Lebensarbeitszeit generationengerecht verlängern - Frührente abschaffen

Sehr geehrte Damen und Herren,

Norbert Blüms Satz „Die Rente ist sicher“ stimmt weiterhin. Aber wer zahlt sie? Die umlagefinanzierte Rente steht vor einer riesigen Finanzierungslücke. Hauptursache ist der Mangel an Geburten seit den 1970er Jahren. Immer weniger Erwerbstätige bedeuten immer weniger Einnahmen. Gleichzeitig steigen die Ausgaben: Immer mehr Rentner leben erfreulicherweise länger und beziehen immer länger Rente. Hinzu kommen „großzügige“ Rentengeschenke auf Kosten der nächsten Generation: Grundrente, abschlagsfreie Frührente und erweiterte Mütterrente – um nur ein paar zu nennen.

Teile der Politik wollen nach der Bundestagswahl offenbar weiter draufsatteln. Die CDU will eine höhere Altersrente beim Wechsel aus einer Erwerbsminderungsrente. Die SPD will bei einem dauerhaften Rentenniveau von „mindestens 48 Prozent“ „weitere Spielräume (…) nutzen.“ Wo diese Spielräume entstehen sollen, wird freilich nicht erklärt. Die Grünen sind hier wenigstens ehrlicher: Um die Belastungen von Versicherten und Arbeitgebern zu begrenzen, sollen „bei Bedarf die Steuerzuschüsse erhöht werden.“

Aber auch das ist keine Lösung. Schon heute fließen über 100 Milliarden Euro Steuergelder in die gesetzliche Rentenversicherung. Das ist mehr als ein Fünftel des Bundeshaushalts, Tendenz stark steigend. Würde man den derzeitigen Kurs fortsetzen, müssten in wenigen Jahrzehnten mehr als 60 Prozent des Bundeshaushalts für die Rente aufgebracht werden.

Deshalb brauchen wir rasch, spätestens ab 2030 Reformen. Die Lebensarbeitszeit muss langfristig steigen – beispielsweise, indem sie automatisch an die steigende Lebenserwartung angepasst wird. Die abschlagsfreie Rente mit 65 oder früher muss weg, weil sie die ältere Generation einseitig bevorzugt. Und der Nachholfaktor muss umgehend wieder eingeführt werden, damit die Renten nicht schneller steigen als die Löhne.