Arbeitsmarkt Pressemeldungen 2017

Arbeitsmarkt Pressemeldung Dezember 2017

Arbeitsmarkt Pressemeldung November 2017

Arbeitsmarkt Pressemeldung Oktober 2017

Arbeitsmarkt Pressemeldung September 2017

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im September 2017

Pollert: „Alle Chancen auf freie Ausbildungsplätze nutzen! Duale Berufsausbildung bietet viele Entwicklungsmöglichkeiten“ / Bildungspolitik muss noch mehr Schulabgänger ausbildungsreif machen

Frankfurt am Main.
Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im September um 6.064 auf 161.682 gesunken. „Der Fachkräftebedarf in Hessen ist ungebrochen hoch. Allein bei den Arbeitsagenturen sind rund 35.000 offene Stellen für Fachkräfte ausgeschrieben.
Die hessischen Unternehmen engagieren sich deshalb auch intensiv für den Fachkräftenachwuchs - über 94.000 Jugendliche waren zuletzt in einer betrieblichen Ausbildung. Für den Ausbildungsstart im Herbst 2017 haben die Unternehmen allein über die Arbeitsagenturen rund 36.000 neue Auszubildende gesucht. Hiervon waren im August noch rund 9.000 unbesetzt und auch jetzt sind noch viele Ausbildungsplätze offen, zum Beispiel in Handwerk, Handel, Gastronomie, Maschinenbau, der Energietechnik oder im Tourismus- und Sportbereich. Junge Schulabgänger, die noch auf der Suche nach einem optimalen Start ins Berufsleben sind, sollten diese Chancen ergreifen“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU).

Wer nicht nur für die Traumausbildung in der Großstadt bereit sei, sondern räumlich und beruflich flexibel, habe jetzt noch gute Chancen. „In Zukunft wird es weiterhin eine wachsende Nachfrage nach Arbeitnehmern geben, die sowohl über beruflich-praktische als auch über theoretische Kenntnisse verfügen. Diese Vielseitigkeit ist die große Stärke der dualen Ausbildung. Und wer in Hessen eine dreijährige Berufsausbildung mit einer Durchschnittsnote von mindestens 2,5 absolviert, könnte später auch an einer hessischen Hochschule studieren“, sagte Pollert.

Pollert ergänzte, dass immer noch zu viele Jugendliche nicht das nötige Rüstzeug für eine Ausbildung hätten. Hessen sei es zwar als einzigem Bundesland gelungen, seit 2006 die Zahl der Schüler ohne Hauptschulabschluss von 8,2 auf 4,1 Prozent zu halbieren, es gebe jedoch noch weiteren Verbesserungsbedarf. „Die Grundlagen für eine erfolgreiche Ausbildung müssen bereits in der Schule gelegt werden. Neben der deutschen Sprache und notwendigen Kenntnissen in Lesen, Schreiben und Rechnen gehört zur Ausbildungsreife auch eine fundierte Berufsorientierung, damit Schüler besser auf die Arbeitswelt vorbereitet sind. Hier sind die Bildungspolitik des Landes und die Lehrer gefragt, um die Qualität des Unterrichts so weit zu verbessern, dass noch mehr Schüler nach Verlassen der Schule ausbildungsfähig sind“, sagte Pollert.

Arbeitsmarkt Pressemeldung August 2017

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im August 2017

Pollert: "Frauen machen das hessische Beschäftigungswunder erst möglich" / Kinderbetreuung ausbauen, um noch mehr Eltern Vollzeitarbeit zu ermöglichen

Frankfurt/Main.
Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im August um 1.559 auf 167.746 gesunken. Die Zahl der sozialversichert Beschäftigten liegt bei ca. 2,5 Mio. und damit weiterhin auf Rekordniveau." Das hessische Beschäftigungswunder ist nur möglich, weil erfreulicherweise auch immer mehr Frauen in Arbeit gekommen sind. Alleine in den letzten fünf Jahren ist die Zahl der sozialversichert beschäftigten Frauen in Hessen um rund 100.000 auf zuletzt über 1,1 Mio. gestiegen", sagte VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert.

Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

Vor allem die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten, habe deutlich mehr Frauen in Arbeit geführt. "Rund die Hälfte der sozialversichert beschäftigten Frauen hat zuletzt in Teilzeit gearbeitet. Bei den Männern waren es gerade mal zehn Prozent. Die überwiegende Mehrheit der Frauen hat sich dabei selbst gegen einen Vollzeitjob entschieden, beispielsweise um neben der Arbeit mehr Zeit für Kinder Familie oder Angehörige zu haben. Dies zeigt, dass die Teilzeitarbeit in vielen Fällen Beschäftigung erst möglich macht, weil sie hilft, den Job mit anderen Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen. Wer weniger arbeitet, erwirbt jedoch auch weniger Berufserfahrung und hat damit schlechtere Verdienst- und Karrierechancen. Der hohe Anteil von Frauen in Teilzeit zusammen mit langen Familienpausen erklärt damit auch die vielzitierte Lohnlücke zwischen Männern und Frauen", sagte Pollert.

Pollert ergänzte, dass Frauen häufig besonders gut qualifiziert seien. Deshalb würden die hessischen Unternehmen gerne noch mehr Frauen in Vollzeit beschäftigen. Dafür tun die Unternehmen auch schon viel, zum Beispiel indem sie flexible Arbeitszeiten oder mobiles Arbeiten anbieten. "Frauen mit Kindern, die in Vollzeit arbeiten wollen, brauchen jedoch vor allem eine hochwertige, bedarfsgerechte und bezahlbare Kinderbetreuung. Deshalb sollten die Ganztagsbetreuung und Ganztagsschulen in Hessen weiter ausgebaut werden. Dazu gehören nicht nur mehr Plätze, sondern auch die familienfreundliche Ausweitung und Flexibilisierung der Betreuungszeiten. So kann sichergestellt werden, dass möglichst viele Eltern die Möglichkeit haben, in Vollzeit zu arbeiten, wenn sie dies möchten", sagte Pollert.

Hintergrund: Die Erwerbsquote von Frauen ist von rund 66 Prozent im Jahr 2005 auf fast 72 Prozent im Jahr 2015 gestiegen (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit - Arbeitsmarkt für Frauen und Männer, Jahreszahlen 2016 u. 2011).

Arbeitsmarkt Pressemeldung Juli 2017

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im Juli 2017

Pollert: „Zu hohe Steuern und Beiträge verführen zur Schwarzarbeit“ / Einstieg in legale Beschäftigung nicht durch Überregulierung verhindern

Frankfurt am Main. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Juli bedingt durch die Urlaubszeit um 5.891 auf 169.305 gestiegen. „Die weiterhin sehr gute Lage am Arbeitsmarkt sorgt erfreulicherweise auch dafür, dass die Schwarzarbeit immer weiter zurückgeht. In diesem Jahr voraussichtlich auf rund 10 Prozent im Vergleich zum Brutto-Inlandsprodukt. 2003 waren es noch fast 17 Prozent.

Um die Schattenwirtschaft weiter zurückzudrängen, brauchen wir auch weiterhin Kontrollen. Noch viel dringender sind aber bessere Rahmenbedingungen für legale Beschäftigung. Vor allem zu hohe Steuern und Beiträge verführen zur Schwarzarbeit“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU).

Zu hohe Lohnzusatzkosten verteuerten nicht nur legale Arbeitsplätze, sondern vergrößerten auch die Schere zwischen Brutto- und Nettoeinkommen der Arbeitnehmer. „In kaum einem OECD-Land ist die Belastung mit Steuern und Beiträgen so hoch wie in Deutschland. Leider hat es der Gesetzgeber bisher verpasst, hier für Entlastung zu sorgen. Stattdessen erhöhen teure Leistungsversprechen wie die Mütterrente und die Rente mit 63 den Druck auf die Beiträge weiter. Dies wird aktuell noch durch die gute Wirtschaftslage aufgefangen. Wir brauchen jetzt endlich strukturelle Reformen in der Sozialversicherung, um die Beiträge dauerhaft unter 40 Prozent halten zu können“, sagte Pollert.

Nur wenn so viele Menschen wie möglich in Beschäftigung seien, könnten der Schwarzarbeit dauerhaft die Arbeitskräfte entzogen werden. „Flexible Beschäftigungsformen wie die Zeitarbeit und Befristungen haben einen großen Beitrag zu der positiven Arbeitsmarktentwicklung der letzten Jahre geleistet. Sie ermöglichen auch Niedrigqualifizierten und Langzeitarbeitslosen einen einfachen Einstieg in legale Beschäftigung. Eine stärkere Regulierung dieser Beschäftigungsformen würde dazu führen, dass sich das Tor in legale Beschäftigung für viele schließt. Dadurch würden sie geradezu in die Schwarzarbeit gedrängt“, sagte Pollert.

Arbeitsmarkt Pressemeldung Juni 2017

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im Juni 2017

Pollert: „Menschen mit Migrationshintergrund häufiger arbeitslos – betriebliche Ausbildung ist Riesenchance“

Frankfurt am Main.
Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Juni um 1.145 auf 163.414 gefallen. Der Arbeitsmarkt ist damit weiterhin in ausgezeichneter Verfassung. „Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen in Hessen haben einen Migrationshintergrund – überproportional viele. Die Ausbildung im Betrieb bietet hier eine Riesenchance.

Denn bislang ist der Anteil der Menschen mit ausländischen Wurzeln an der betrieblichen Ausbildung weit unterdurchschnittlich. Wir müssen deshalb besser erklären, dass die Alternative nicht Hilfsarbeiter oder Akademiker heißt, sondern das Erfolgsmodell betriebliche Ausbildung das Rückgrat der Fachkräftegewinnung bildet – zum Nutzen von Beschäftigten und Unternehmen“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU).

Pollert ergänzte, dass zuletzt nur knapp 14 Prozent der jungen Ausländer in Hessen eine betriebliche Ausbildung aufgenommen hätten, im Gegensatz zu rund 26 Prozent der Deutschen. Daher werben die Wirtschaft und die Arbeitsverwaltung für die Möglichkeit und die Perspektiven einer betrieblichen Ausbildung. „Der ganz große Vorteil der betrieblichen Ausbildung ist, dass sie Theorie und betriebliche Praxis vereint – und Aufstiegschancen bietet. In Hessen gibt es aktuell über 16.000 offene Lehrstellen, die allein bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern gemeldet sind – vor allem im Handwerk und den technischen Berufen. Die tatsächliche Anzahl der Ausbildungsstellen liegt noch höher. Diese Chance sollten junge Menschen ergreifen, mit und ohne Migrationshintergrund“, sagte Pollert.

Der Grund für die hohe Zahl der Arbeitslosen mit Migrationshintergrund sei das verglichen mit der Gesamtbevölkerung niedrigere Qualifikationsniveau: „Jeder dritte Migrant hat keinen Berufsabschluss – bei den Deutschen sind es weniger als 10 Prozent. Der Schlüssel für eine bessere Qualifikation ist in jeder Hinsicht die Sprache. Die Bildungspolitik des Landes muss dafür sorgen, dass gerade junge Ausländer und Menschen mit Migrationshintergrund so früh wie möglich die deutsche Sprache erlernen, um gute Voraussetzungen für Schule und Ausbildung zu haben. Am besten beginnt der Spracherwerb schon im frühkindlichen Alter. Das Land tut hier schon viel und darf in seinen Anstrengungen nicht nachlassen“, sagte Pollert.

Arbeitsmarkt Pressemeldung Mai 2017

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im Mai 2017

Pollert: „Befristung und Zeitarbeit entscheidende Hilfen beim Beschäftigungseinstieg“

Frankfurt am Main
. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Mai um 4.124 auf 164.559 gefallen. Die Zahl der sozialversicherten Jobs liegt auf dem Rekordniveau von 2,5 Millionen. „In Hessen ist nur rund einer von 14 Arbeitsverträgen befristet und nur einer von 40 Arbeitnehmern ist in der Zeitarbeit tätig. Trotz dieser relativ niedrigen Zahlen sind Zeitarbeit und zunächst befristete Arbeitsverhältnisse entscheidende Hilfen, die zu der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt beitragen.

Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

Ich warne vor weiteren Experimenten wie der von den Gewerkschaften geforderten Abschaffung der zweijährigen sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverträgen“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).

Besonders jüngere Arbeitnehmer profitierten beim Berufseinstieg von zunächst befristeten Jobs. „Die wenigsten empfinden die vorläufige Befristung als Problem. Denn drei Viertel der befristet Beschäftigten werden anschließend im selben Betrieb weiterbeschäftigt. Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, dass Befristungen Personen ohne oder nur mit wenig Berufserfahrung beim Einstieg in Arbeit helfen“, sagte Pollert.

Arbeitslosen ohne Ausbildung gelinge in vielen Fällen über die Zeitarbeit der Wiedereinstieg in Arbeit. „Jeder fünfte Zeitarbeitnehmer in Deutschland hat keinen Berufsabschluss und schon nach einem Jahr in der Zeitarbeit schafft ein Viertel den Sprung in eine andere Branche. Der Gesetzgeber sollte deshalb von weiteren Einschränkungen absehen, um dieses wichtige Tor in den Arbeitsmarkt nicht zuzumauern“, sagte Pollert.

Arbeitsmarkt Pressemeldung April 2017

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im April 2017

Pollert: „110.000 Schwerbehinderte beschäftigt“ // Hessische Wirtschaft Nr. 1 bei Integration // LWV-Integrationsamt muss Förder-Erfolg überprüfen

Frankfurt am Main.
Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Mai um 3.151 auf 168.683 gefallen. Der hessische Arbeitsmarkt bleibt damit robust, wovon erfreulicherweise auch Menschen mit schweren Behinderungen profitieren. Denn die Zahl der Schwerbehinderten in Beschäftigung ist in den letzten zehn Jahren von knapp 90.000 auf zuletzt 110.000 gestiegen, hiervon über 80.000 bei privaten Arbeitgebern.

Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

„Mit 4,7 Prozent hat kein anderes Bundesland eine höhere Schwerbehindertenquote bei den privaten Arbeitgebern als Hessen. Die hessische Wirtschaft beweist hiermit, dass sie behinderte Menschen als leistungsorientierte Arbeits- und Fachkräfte ernst nimmt“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU).

Obwohl es nur rund 13.000 arbeitslose Schwerbehinderte in Hessen gebe, hätten die hessischen Arbeitgeber zuletzt Ausgleichsabgabe für rund 20.000 unbesetzte Pflichtarbeitsplätze gezahlt. Alleine im Jahr 2015 seien so rund 45 Millionen Euro an das Integrationsamt des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen geflossen. „Das Integrationsamt macht aktuell nur zaghafte Ansätze bei der Prüfung, inwieweit die Fördermittel aus der Ausgleichsabgabe schwerbehinderten Menschen zu einer dauerhaften Beschäftigung verhelfen. So kann etwa der Erfolg des Hessischen Perspektivprogramms für schwerbehinderte Menschen keinesfalls allein anhand ausgezahlter Prämien festgestellt werden. Das Integrationsamt muss wissen, wer dadurch in Arbeit gekommen und geblieben ist. Nur so können alle Beteiligten eine Idee von einer wirksameren Förderung entwickeln“, sagte Pollert.

Die VhU fordere deshalb seit langem, dass endlich alle Fördermaßnahmen und -projekte für Schwerbehinderte auf ihre Wirkung überprüft werden sollten. „Schon ein Datenabgleich mit der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit könnte aufzeigen, was besonders gut hilft, mehr Schwerbehinderte in Arbeit zu bringen und auch dauerhaft in Beschäftigung zu halten. Sofern der Sozialdatenschutz dem tatsächlich entgegenstehen sollte, wie dies vom Integrationsamt vertreten wird, müssen schleunigst die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Das Integrationsamt sollte seine Maßnahmen genauso auf Wirkung und Wirtschaftlichkeit hin überprüfen, wie das auch die Bundesagentur für Arbeit tut“, sagte Pollert.

Weiterführende Informationen:  Prämienzentrierte Förderung des Hessischen Schwerbehinderten-Arbeitsmarktprogramms verfehlt – Mittel der Ausgleichsabgabe wirkungsvoll einsetzen, 30.11.2016.

Arbeitsmarkt Pressemeldung März 2017

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im März 2017

„Spirale der Lohnzusatzkosten ist Gift für den Arbeitsmarkt“ // Jeder Arbeitsplatz ist wichtig für das Sozialsystem

Frankfurt am Main.
Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im März um 5.429 auf 171.834 gefallen. „Der Arbeitsmarkt ist in einer sehr guten Verfassung, aber nicht unverwundbar. Die zahlreichen sozialen Wohltaten der Großen Koalition türmen sich zu einer jährlichen Milliarden-Zusatzbelastung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf. Die Sozialpolitik versorgt das Wählerklientel und stellt der jungen Generation dafür die Rechnung aus.

Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

Wir fordern die hessischen Landespolitiker auf, ihren nicht geringen Einfluss in ihren Bundesparteien dazu zu nutzen, sich klar gegen Leistungsausweitungen und steigende Beiträge zu wehren, die Beschäftigung und Wohlstand in Hessen gefährden“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).

Die jüngsten Leistungsausweitungen in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung kosteten jährlich rund 20 Milliarden Euro und trieben die Beitragssätze nach oben. „Steigende Beiträge bedeuten weniger Netto für den Arbeitnehmer und höhere Lohnzusatzkosten für den Arbeitgeber, und vernichten letztlich Arbeitsplätze oder verhindern neue. Obwohl Hessen ein wirtschaftsstarkes Land ist, werden auch wieder schlechtere Zeiten kommen. Die aktuelle 40-Prozent-Marke der Sozialversicherungsbeiträge ist für die Wettbewerbsfähigkeit der hessischen Unternehmen von unverändert hoher Bedeutung.

Und dabei steht uns die größte Belastungsprobe noch bevor, wenn die Babyboomer demnächst in Rente gehen und die Gesundheitskosten in einer alternden Gesellschaft weiter steigen. Deshalb brauchen wir endlich kostensenkende Gesundheits-Strukturreformen – z.B. durch Schließung überzähliger Krankenhauskapazitäten – und ein Ende der abschlagsfreien Frührente mit 65 oder sogar noch davor, um die gesetzliche Rente zu stabilisieren“, sagte Pollert.

Das Sozialsystem funktioniere nur, wenn möglichst viele Menschen in Lohn und Brot seien. „Die Bundesregierung ist gerade dabei, die eindrucksvollen Beschäftigungserfolge der Wirtschaft – 350.000 mehr sozialversichert Beschäftigte in Hessen und knapp 5 Millionen mehr im Bund als vor 10 Jahren – erheblich zu gefährden. Die sich immer schneller drehende Lohnzusatzkostenspirale ist Gift für den Arbeitsmarkt und muss schnellstens angehalten werden. Jeder Arbeitsplatz zählt“, sagte Pollert.

Arbeitsmarkt Pressemeldung Februar 2017

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im Februar 2017

„Agenda 2010 nicht zurückdrehen!“ // Jugendliche, Ältere und Langzeitarbeitslose sind Gewinner“ // 500.000 Beschäftigte mehr, 130.000 Arbeitslose weniger

Frankfurt am Main.
Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Februar 2017 um 1.861 auf 177.263 gefallen. „Bei aller Freude über die weiterhin sehr guten Arbeitsmarktzahlen dürfen wir jetzt nicht die Grundlagen hierfür zerstören. Vor genau zwölf Jahren hatten wir in Hessen noch über 300.000 Arbeitslose. Mit der Agenda 2010 wurden damals die richtigen Reformen bereits eingeleitet und die Grundlagen für mehr Beschäftigung gelegt.

Die Erleichterungen bei Zeitarbeit, Minijobs und Befristungen haben unseren Arbeitsmarkt deutlich flexibler gemacht. In der Folge ist die Zahl der sozialversichert Beschäftigten in Hessen von 2 Mio. auf stolze 2,5 Mio. gestiegen. Das Risiko, entlassen zu werden, ist heute so niedrig wie nie seit der Wiedervereinigung. Wer jetzt – wie der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz - diese wichtigen Reformen zurücknehmen will, nimmt Arbeitsplatzverluste und steigende Arbeitslosigkeit billigend in Kauf“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).

Gerade ältere Arbeitnehmer gehörten zu den Gewinnern der Agenda-Reformen. Die Zahl der sozialversichert Beschäftigten über 55 habe sich seit 2005 auf 430.000 fast verdoppelt. Berücksichtige man auch die über 58-jährigen, die nur aufgrund vorruhestandsähnlicher Regelungen nicht gezählt würden, sei die Zahl der Arbeitslosen über 55 im selben Zeitraum von rund 51.000 im Jahr 2005 auf rund 41.000 gesunken. „Es gibt auch keinen vernünftigen Grund, in Zeiten des Fachkräftemangels wieder neue goldene Brücken in die Frühverrentung zu bauen. Schon heute ist der Arbeitslosengeldanspruch zum Beispiel für 55-jährige mit 18 Monaten zu lang. Denn leider zeigt die Praxis, dass ein längerer Arbeitslosengeldanspruch nicht in Arbeit führt, sondern vielmehr Arbeitslosigkeit verfestigt. Statt einer weiteren Verlängerung sollte der Anspruch für alle Altersstufen einheitlich auf 12 Monate festgesetzt werden, wie dies bis 1985 jahrzehntelang galt.“, sagte Pollert.

Auch die Fortschritte bei der Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit dürften nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. 2005 habe es in Hessen noch 40.000 Arbeitslose unter 25 Jahren gegeben. Inzwischen seien es zwar nur noch rund 17.000, natürlich immer noch zu viele. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen habe sich von rund 85.000 (2004) auf rund 65.000 verringert. „Zu diesen Erfolgen haben flexible Beschäftigungsverhältnisse wie Zeitarbeit oder zunächst befristete Tätigkeiten enorm beigetragen. Sie helfen vor allem Niedrigqualifizierten, Berufsanfängern und Berufsrückkehrern beim Einstieg in Beschäftigung. Von allen Arbeitslosen, die in der Zeitarbeit einen Job finden, wechselt ein Viertel schon innerhalb eines Jahres in eine andere Branche. Von allen befristet Beschäftigten bleiben drei Viertel auch nach Ende der Befristung im selben Unternehmen. Wer jetzt nach mehr Regulierung ruft, schlägt vielen am Arbeitsmarkt wieder die Tür vor der Nase zu, anstatt den erfolgreichen Reformkurs weiter fortzusetzen“, sagte Pollert.

Weiterführende Informationen: Entwicklung der sozialversicherten Beschäftigung und Arbeitslosigkeit ausgewählter  Personengruppen 2005 / 2016 in Hessen

Arbeitsmarkt Pressemeldung Januar 2017

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im Januar 2017

„Jobcenter müssen wissen, wer Vollzeit arbeiten kann und wer nicht“ // Gesunde Leistungsempfänger in Vollzeittätigkeit führen

Frankfurt am Main.
Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Januar 2017 saisonüblich um 13.005 auf 179.124 gestiegen. Die erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich damit auch im neuen Jahr fort. „Schon wer drei Stunden am Tag arbeiten kann, gilt bei uns zu Recht als erwerbsfähig. Er wird vom Jobcenter mit Arbeitslosengeld II und Arbeitsangeboten unterstützt, wenn er arbeitslos ist oder wegen Teilzeit bzw. der Größe seiner Familie nicht genügend verdient.

Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

Die Jobcenter müssen jedoch alles daran setzen, dass voll erwerbsfähige Leistungsbezieher nicht nur deshalb auf die Unterstützung des Steuerzahlers angewiesen bleiben, weil sie Teilzeit arbeiten. Um nicht länger im Nebel zu stochern, müssen die Jobcenter dazu endlich herausfinden, wer in der Lage ist, Vollzeit zu arbeiten und wer nicht. Die VhU fordert dies bereits seit Jahren“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. (VhU).

Pollert fügte hinzu, dass in Hessen rund 57.000 Teilzeitbeschäftigte und Minijobber auf ergänzendes Arbeitslosengeld II angewiesen seien. Weitere 6.000 übten dauerhaft selbstständige Tätigkeiten aus, die nicht zum Leben reichten. „Die Jobcenter müssen diejenigen, die für Vollzeit in Frage kommen, gezielt ansprechen und sie in eine Vollzeit-Tätigkeit vermitteln. Hierzu gehört auch, dass sie von den Leistungsempfängern konsequent eigene Anstrengungen zur Vollzeit-Arbeitssuche verlangen. Für Leistungsbezieher mit gesundheitlichen Einschränkungen müssen die Jobcenter gegebenenfalls schnell Rehabilitations-Maßnahmen einleiten, um möglichst ihre volle Arbeitsfähigkeit wieder herzustellen. Das hilft den Menschen und dem Arbeitsmarkt“, erklärte Pollert.

Pollert ergänzte, dass die auch die Freibeträge für eigenes Einkommen so gestaltet werden müssten, dass erwerbsfähige Leistungsbezieher zu mehr Arbeit motiviert würden. „Ein Single im Arbeitslosengeld-II-Bezug, der mit 100 Stunden Arbeit 1.000 Euro brutto im Monat verdient, hat am Ende nur 280 Euro mehr in der Tasche als jemand, der überhaupt nicht arbeitet. Hat er hingegen nur eine Kleinstbeschäftigung mit 10 Stunden und somit 100 Euro brutto, bleibt ihm der volle Betrag zusätzlich zum Arbeitslosengeld II. Die Privilegierung von Kleinstbeschäftigungen macht Mehrarbeit unattraktiv und motiviert Leistungsbezieher dazu, sich mit viel Freizeit einzurichten, im schlimmsten Fall mit Schwarzarbeit. Wir fordern die hessische Landesregierung deshalb dazu auf, sich im Bundesrat für die Änderung dieser Regelung einzusetzen, so dass zusätzliche Arbeit sich für Leistungsempfänger mehr lohnt. Hierzu sollten kleine Hinzuverdienste bis 200 Euro vollständig auf das Arbeitslosengeld II angerechnet werden. Bei höheren Zuverdiensten sollte hingegen durch etwas großzügigere Freibeträge sichergestellt werden, dass dem Arbeitslosengeld-II-Empfänger mehr Netto verbleibt und Arbeit sich so mehr lohnt“, sagte Pollert.

Weiterführende Informationen: Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Statistik der Grundsicherung für Arbeitssuchende, Erwerbstätige Leistungsberechtigte, Hessen nach Kreisen und kreisfreien Städten.