Arbeitsmarkt Pressemeldung Dezember 2020

Arbeitsmarkt Pressemeldung November 2020

Arbeitsmarkt Pressemeldung Oktober 2020

Arbeitsmarkt Pressemeldung September 2020

Arbeitsmarkt Pressemeldung August 2020

Arbeitsmarkt Pressemeldung Juli 2020

Arbeitsmarkt Pressemeldung Juni 2020

Arbeitsmarkt Pressemeldung Mai 2020

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im Mai 2020

Pollert: „Die Krise ist noch längst nicht vorbei – aber es gibt viele offene Stellen und keinen Stillstand am Arbeitsmarkt“

Frankfurt am Main. Die Zahl der Arbeitslosen ist auch im zweiten Monat in Folge coronabedingt gestiegen, und zwar von 176.600 auf rund 192.100.

"15 Jahre ist der Arbeitsmarkt von Rekord zu Rekord geeilt. In Hessen arbeiten jetzt rund 500.000 mehr Menschen als noch 2005, zuletzt waren es insgesamt 3,5 Millionen. Die Zahl der Arbeitslosen hatte sich auf unter 150.000 halbiert. Zwar ist diese Rekordfahrt durch die Coronakrise gestoppt worden. Trotzdem treten jeden Tag viele Arbeitnehmer einen neuen Job an. Und es gibt über 80.000 offene Stellen in Hessen. Diese Beschäftigungschancen können und sollten genutzt werden – von Personen auf Arbeitssuche und von den Vermittlern in Arbeitsagenturen und Jobcentern. Es gibt keinen Stillstand am Arbeitsmarkt", sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V.

Der von einer starken Wirtschaft finanzierte Sozialstaat zeige gerade in der Krise seinen Wert. So helfe Kurzarbeitergeld kurzfristig als Lohnersatz und langfristig noch mehr durch den Erhalt des Arbeitsplatzes. "Kurzarbeitergeld wirkt hier als automatischer Stabilisator und dämpft den extrem starken Abschwung. Allerdings sind die gesetzlichen Aufstockungen falsch: Sie führen voraussichtlich zu Beitragserhöhungen. Das können wir in Zeiten des Wiederanfahrens der Wirtschaft weniger denn je gebrauchen. Und es erschwert die gute Arbeit der Bundesagentur in diesen herausragend schwierigen Zeiten. Die Reserven der Bundesagentur von 26 Mrd. Euro werden nicht reichen. Allein bis Ende des Jahres sind schon 31 Mrd. Euro vonnöten. Wir dürfen bei den Sozialleistungen nicht überziehen, wie dies leider mit der pauschalen Verlängerung des Arbeitslosengeldes um drei Monate und der Erhöhung des Kurzarbeitergelds bereits geschehen ist“, so Pollert.

Immer mehr und weitergehende Sozialleistungen seien auch nicht nötig. Denn für echte Notfälle stehe die Grundsicherung bereit. „Wer keine Arbeit hat bzw. zu wenig verdient und bedürftig ist, bekommt zuverlässig vom Jobcenter Geld für Wohnen, Essen, Kleidung, Krankenversicherung sowie vergünstigte Nahverkehrstickets und Eintritt in Museen. Höhere Sozialleistungen sind jedem Einzelnen zu gönnen, belasten aber Steuer- und Beitragszahler noch weiter, die ohnehin einen immer gigantischer werdenden Schuldenberg abzutragen haben. Unsere fünf Forderungen für den Neustart der Wirtschaft aus der Krise lauten: Neue Lasten verhindern, Liquidität sichern, Konsum- und Investitionsklima verbessern, Wachstum stärken und Schuldentilgung bis 2033 festlegen", so Pollert.

Weiterführende Informationen:
 5-Punkte-Paket der VhU zum Neustart aus der Krise
 VhU-Position Grundsicherung als leistungsfähiges System anerkennen

Arbeitsmarkt Pressemeldung April 2020

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen in Hessen im April 2020

Pollert: „Modernisierungsschub für Arbeitszeit auch über die Corona-Krise nutzen!“

Frankfurt am Main. Eine Rekordzahl von Betrieben hat Kurzarbeit angemeldet. Gleichzeitig ist die Zahl der Arbeitslosen im April sprunghaft um 23.000 auf rund 176.600 gestiegen.

"Der Arbeitsmarkt ist in weiten Teilen der Wirtschaft in den Krisenmodus gegangen. Wir erleben aber auch in allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft, dass Arbeit, Lernen oder der private Austausch umgestellt werden auf digitale Kommunikation, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice. Dazu haben auch die befristet gelockerten Arbeitszeitregeln beigetragen. Diesen Modernisierungsschub sollten wir auch über die Corona-Krise hinaus für die dringend benötigte Flexibilisierung unserer Arbeitswelt nutzen", erklärte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).

Flexibler Arbeitseinsatz und Arbeiten von zu Hause sind für viele buchstäblich über Nacht gekommen und stabilisieren das Wirtschaftsleben. Wie unter einem Brennglas legt die Krise offen, was funktioniert und wo es Nachholbedarf gibt. „Damit die Pandemie nicht in ein Unter­nehmenssterben bisher nicht gekannten Ausmaßes übergeht, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um überholte gesetzliche Arbeitszeitregeln zu modernisieren.“ In der Krise und danach müsse das starre deutsche Arbeitszeitrecht flexibilisiert werden. Richtigerweise sehe die Arbeitszeitverordnung seit dem 10. April befristet für einzelne Bereiche eine tägliche Höchstarbeitszeit von bis zu 12 Stunden, eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von im Ausnahmefall über 60 Stunden sowie eine Absenkung der Ruhezeit - bei entsprechendem Ausgleich - auf 9 Stunden vor. „Diese Erleichterungen aber bereits zum 31. Juli 2020 wieder auslaufen zu lassen ist viel zu früh, denn nach allem was wir heute wissen, wird die pandemiebedingte Ausnahmesituation am Arbeitsmarkt leider noch deutlich länger dauern“, so der VhU-Hauptgeschäftsführer.

Auch nach der Krise muss es bei wesentlichen Lockerungen der Arbeitszeit bleiben, die auf die gesamte Wirtschaft ausgedehnt werden müssen. Vor allem muss die wöchentliche Höchstarbeitszeit bleiben. Per Tarifvertrag muss es möglich sein, die Ruhezeit von 11 auf 9 Stunden anzupassen und auf eine blockweise Unterteilung umzustellen. „Schädlich wäre allerdings noch mehr gesetzlicher Zwang, wie der vom Bundesarbeitsminister vorgeschlagene Anspruch auf Arbeiten im Homeoffice, zumal die Arbeitsorganisation in vielen Fällen – zum Beispiel in der Produktion – dies gar nicht zulässt. Vielmehr müssen weiterhin die betriebsindividuell passenden Regelungen zu Homeoffice oder mobilem Arbeiten einvernehmlich zwischen Arbeitgeber, Betriebsrat und Arbeitnehmer gefunden werden. Nur so entsteht die in einer modernen digitalisierten Arbeitswelt dringend notwendige Flexibilität, um alle Aufträge und Kundenwünsche pünktlich und in hoher Qualität zu erledigen und die innerbetriebliche Zusammenarbeit hierauf auszurichten", sagte Pollert.

Arbeitsmarkt Pressemeldung März 2020

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im März 2020

Pollert: „Trotz Krisenpaket erhebliche Kosten durch Kurzarbeit“ // Dank an Arbeitsagenturen

Frankfurt am Main. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im März um rund 3.800 auf rund 153.600 gesunken.

"Auf dem Arbeitsmarkt herrscht in diesem März noch Ruhe vor dem Sturm. Weite Teile der Wirtschaft, darunter viele kleine und mittlere Unter­nehmen, erleben einen brutalen Geschäftseinbruch oder mussten sogar von heute auf morgen ihren Geschäftsbetrieb erst einmal einstellen. In vielen Fällen laufen Kosten für eingegangene Verpflichtungen weiter, obwohl die Einnahmen stocken. Um diese zu bedienen, fehlt den Unter­nehmen flüssiges Geld, was normalerweise in die Insolvenz führt. Um Unter­nehmensexistenzen zu sichern und Entlassungen zu vermeiden ist es deshalb richtig, dass – neben unterschiedlichen Liquiditätshilfen des Bundes und der Länder – mit dem Krisen-Paket die Kosten der Kurzarbeit für Arbeitgeber deutlich sinken. Die Bundesregierung sollte jetzt auch die Höchstdauer für Kurzarbeitergeld auf 24 Monate verlängern, um den Unter­nehmen Planungssicherheit zu geben. Den Mitarbeitern der Arbeitsagenturen danken wir für ihren wichtigen Einsatz, die derzeitige Flut von Anträgen schnellstmöglich zu bearbeiten, damit die Entlastungen von den Personalkosten greifen“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. (VhU).

Forderungen nach Aufstockung des Kurzarbeitergelds durch den Arbeitgeber seien kontraproduktiv. „Es muss alles dafür getan werden, um Insolvenzen und nach Möglichkeit auch betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Die lebenswichtige Unter­nehmensentlastung darf nicht konterkariert werden, von der auch die Beschäftigten profitieren, wenn ihr Arbeitsplatz erhalten bleibt. Denn trotz der Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge tragen Arbeitgeber auch jetzt für Kurzarbeiter noch einen erheblichen Kostenanteil wegen Urlaub, Feiertagsvergütung, Krankheit, Sonderzahlungen und Betrieblicher Altersvorsorge. Zielführender ist es, bessere Hinzuverdienstmöglichkeiten für Kurzarbeiter in einem Nebenjob einzuführen. Die Bundesregierung hat hier eine bis Oktober befristete Lockerung auf den Weg gebracht, die allerdings noch zu bürokratisch und zu eng ist. Denn der Anreiz für eine Beschäftigungsaufnahme ist auf Tätigkeiten in systemrelevanten Branchen beschränkt. Besser wäre es, Tätigkeiten in allen Branchen und Berufen zu begünstigen, da unsere Wertschöpfungs- und Lieferketten eng verzahnt sind“, sagte Pollert.

Arbeitsmarkt Pressemeldung Februar 2020

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im Februar 2020

Fachkräfteeinwanderungsgesetz: Hessen muss zu einem Magneten für ausländische Fachkräfte werden // Schnelle und transparente Verfahren notwendig

Frankfurt/Main. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Februar um rund 2.400 auf rund 157.500 gesunken.

Trotz vieler Unsicherheiten ist der Arbeitsmarkt insgesamt weiterhin robust und die Chance auf einen neuen Arbeitsplatz gut: In Hessen gibt es aktuell über 100.000 Stellen in allen Berufen und in allen Regionen – die Auftrags- und Umsatzeinbrüche insbesondere in der exportorientierten Industrie sind jedoch warnende Vorzeichen.

Unabhängig davon brauchen hessische Unter­nehmen heute und in den nächsten Jahren mehr qualifizierte ausländische Fachkräfte, etwa im Handwerk, im Baugewerbe, den Gesundheitsberufen sowie in technischen und IT-Berufen. „Deshalb ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz eine sehr gute Nachricht für Deutschland und besonders für Hessen. Mit dem Flughafen Frankfurt ist Hessen erste Anlaufstelle in Deutschland für viele Menschen aus aller Welt – und muss jetzt auch zu einem Magneten für ausländische Fachkräfte werden“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. (VhU).

Wichtig sei es, zusammen mit dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz auch eine Willkommenskultur für Fachkräfte zu entwickeln: „Wer einen Arbeitsvertrag, Qualifikation und Sprachkenntnisse mitbringt, hat alle Chancen in unserer Gesellschaft“, so Pollert. Mit dem Renteneintritt der Babyboomer-Jahrgänge entstehe auch dann eine große Fachkräftelücke, wenn alle hiesigen Potenziale weiter gehoben würden – unter anderem mit mehr dualer Ausbildung, mehr Frauenerwerbsbeteiligung und einem längeren Erwerbsleben. Qualifizierte Mitarbeiter aus dem Ausland könnten das Fachkräfteproblem der hessischen Wirtschaft nicht lösen, aber abmildern. Zudem schüfen sie mit ihrer Produktivität auch neue Beschäftigungschancen für andere.

„Hierzulande herrscht oft die Vorstellung, Fachkräfte aus aller Welt würden nur darauf warten, bei uns arbeiten zu dürfen. Hochqualifizierte Nicht-EU-Bürger ziehen an unserem Land jedoch häufig auch vorbei“, so Pollert. Zu einer Willkommenskultur gehöre daher die passende Willkommensstruktur. Die am Einwanderungsprozess beteiligten Behörden – Ausländerbehörde, Arbeitsagentur, Zeugnis-Anerkennungsstelle, Botschaft – müssten besser zusammenarbeiten und schneller entscheiden. Bisher dauern Verfahren für eine Aufenthaltserlaubnis teilweise weit über ein Jahr und damit zu lang: „Dieser Behördenmarathon schreckt Arbeitgeber und qualifizierte Bewerber aus dem Ausland ab. Hier müssen die Behörden in Kommunen, Land und Bund schnell besser werden“, sagte Pollert.

Arbeitsmarkt Pressemeldung Januar 2020

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im Januar 2020

Pollert: „Die Zeiten am Arbeitsmarkt werden rauer – Arbeitsagenturen müssen zielgenauer vermitteln, Arbeitslose Anstrengungen verstärken und Unter­nehmen Fördermöglichkeiten nutzen“

Frankfurt/Main. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Januar 2020 stärker als saisonüblich um rund 13.500 auf rund 159.850 gestiegen. Bei den Arbeitsagenturen melden sich seit Monaten mehr Arbeitslose nach Beendigung ihrer Beschäftigung als im jeweiligen Vorjahresmonat.

Zugleich zieht die Zahl der Kurzarbeiter deutlich an. "Die Zeiten am Arbeitsmarkt werden rauer. Gleichzeitig gibt es aber auch viele offene Stellen in allen Berufen und in allen Regionen. Allein knapp 50.000 offene Stellen sind bei den Arbeitsagenturen gemeldet, insgesamt sind es über 100.000. Die Arbeitsagenturen müssen jetzt passende Stellen schneller und zielgenauer anbieten. Arbeitslose müssen sich flexibel zeigen und etwa einen längeren Weg zum neuen Arbeitsplatz in Kauf nehmen. Für Unter­nehmen lohnt es sich, bei motivierten Bewerbern mit Qualifikationsdefiziten die Fördermöglichkeiten von Arbeitsagenturen oder Jobcentern zu nutzen", sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V.

Arbeitslose, die über ihren Wohnort hinaus nach Beschäftigung suchen, finden häufiger und schneller wieder eine Beschäftigung. "Von den rund 127.000 hessischen Arbeitslosen, die innerhalb des letzten Jahres in sozialversicherte Arbeit gekommen sind, haben rund die Hälfte einen Job außerhalb ihres Wohnortes gefunden. Für Arbeitslose bietet die überregionale Vermittlung deshalb große Chancen. Auch für Arbeitsagenturen und Jobcenter lohnt es sich, über die Grenzen ihrer Stadt oder Landkreise hinauszuschauen. Von den zahlreichen Jobchancen profitieren auch viele, die es nicht so leicht am Arbeitsmarkt haben: 9.500 Langzeitarbeitslose, 4.700 schwerbehinderte Menschen, 12.800 über 55-jährige und 46.000 ohne Berufsausbildung haben innerhalb eines Jahres den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt geschafft. Auch in schwieriger werdenden Zeiten bieten die hessischen Unter­nehmen Chancen für alle am Arbeitsmarkt“, sagte Pollert

Hintergrund: Statistik der Bundesagentur für Arbeit:  Abgang und Verbleib von Arbeitslosen in Beschäftigung, Datenstand November 2019