Arbeitsmarkt Pressemeldung Dezember 2020

Arbeitsmarkt Pressemeldung November 2020

Arbeitsmarkt Pressemeldung Oktober 2020

Arbeitsmarkt Pressemeldung September 2020

Arbeitsmarkt Pressemeldung August 2020

Arbeitsmarkt Pressemeldung Juli 2020

Arbeitsmarkt Pressemeldung Juni 2020

Arbeitsmarkt Pressemeldung Mai 2020

Arbeitsmarkt Pressemeldung April 2020

Arbeitsmarkt Pressemeldung März 2020

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im März 2020

Pollert: „Trotz Krisenpaket erhebliche Kosten durch Kurzarbeit“ // Dank an Arbeitsagenturen

Frankfurt am Main. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im März um rund 3.800 auf rund 153.600 gesunken.

"Auf dem Arbeitsmarkt herrscht in diesem März noch Ruhe vor dem Sturm. Weite Teile der Wirtschaft, darunter viele kleine und mittlere Unter­nehmen, erleben einen brutalen Geschäftseinbruch oder mussten sogar von heute auf morgen ihren Geschäftsbetrieb erst einmal einstellen. In vielen Fällen laufen Kosten für eingegangene Verpflichtungen weiter, obwohl die Einnahmen stocken. Um diese zu bedienen, fehlt den Unter­nehmen flüssiges Geld, was normalerweise in die Insolvenz führt. Um Unter­nehmensexistenzen zu sichern und Entlassungen zu vermeiden ist es deshalb richtig, dass – neben unterschiedlichen Liquiditätshilfen des Bundes und der Länder – mit dem Krisen-Paket die Kosten der Kurzarbeit für Arbeitgeber deutlich sinken. Die Bundesregierung sollte jetzt auch die Höchstdauer für Kurzarbeitergeld auf 24 Monate verlängern, um den Unter­nehmen Planungssicherheit zu geben. Den Mitarbeitern der Arbeitsagenturen danken wir für ihren wichtigen Einsatz, die derzeitige Flut von Anträgen schnellstmöglich zu bearbeiten, damit die Entlastungen von den Personalkosten greifen“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. (VhU).

Forderungen nach Aufstockung des Kurzarbeitergelds durch den Arbeitgeber seien kontraproduktiv. „Es muss alles dafür getan werden, um Insolvenzen und nach Möglichkeit auch betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Die lebenswichtige Unter­nehmensentlastung darf nicht konterkariert werden, von der auch die Beschäftigten profitieren, wenn ihr Arbeitsplatz erhalten bleibt. Denn trotz der Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge tragen Arbeitgeber auch jetzt für Kurzarbeiter noch einen erheblichen Kostenanteil wegen Urlaub, Feiertagsvergütung, Krankheit, Sonderzahlungen und Betrieblicher Altersvorsorge. Zielführender ist es, bessere Hinzuverdienstmöglichkeiten für Kurzarbeiter in einem Nebenjob einzuführen. Die Bundesregierung hat hier eine bis Oktober befristete Lockerung auf den Weg gebracht, die allerdings noch zu bürokratisch und zu eng ist. Denn der Anreiz für eine Beschäftigungsaufnahme ist auf Tätigkeiten in systemrelevanten Branchen beschränkt. Besser wäre es, Tätigkeiten in allen Branchen und Berufen zu begünstigen, da unsere Wertschöpfungs- und Lieferketten eng verzahnt sind“, sagte Pollert.

Arbeitsmarkt Pressemeldung Februar 2020

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im Februar 2020

Fachkräfteeinwanderungsgesetz: Hessen muss zu einem Magneten für ausländische Fachkräfte werden // Schnelle und transparente Verfahren notwendig

Frankfurt/Main. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Februar um rund 2.400 auf rund 157.500 gesunken.

Trotz vieler Unsicherheiten ist der Arbeitsmarkt insgesamt weiterhin robust und die Chance auf einen neuen Arbeitsplatz gut: In Hessen gibt es aktuell über 100.000 Stellen in allen Berufen und in allen Regionen – die Auftrags- und Umsatzeinbrüche insbesondere in der exportorientierten Industrie sind jedoch warnende Vorzeichen.

Unabhängig davon brauchen hessische Unter­nehmen heute und in den nächsten Jahren mehr qualifizierte ausländische Fachkräfte, etwa im Handwerk, im Baugewerbe, den Gesundheitsberufen sowie in technischen und IT-Berufen. „Deshalb ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz eine sehr gute Nachricht für Deutschland und besonders für Hessen. Mit dem Flughafen Frankfurt ist Hessen erste Anlaufstelle in Deutschland für viele Menschen aus aller Welt – und muss jetzt auch zu einem Magneten für ausländische Fachkräfte werden“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. (VhU).

Wichtig sei es, zusammen mit dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz auch eine Willkommenskultur für Fachkräfte zu entwickeln: „Wer einen Arbeitsvertrag, Qualifikation und Sprachkenntnisse mitbringt, hat alle Chancen in unserer Gesellschaft“, so Pollert. Mit dem Renteneintritt der Babyboomer-Jahrgänge entstehe auch dann eine große Fachkräftelücke, wenn alle hiesigen Potenziale weiter gehoben würden – unter anderem mit mehr dualer Ausbildung, mehr Frauenerwerbsbeteiligung und einem längeren Erwerbsleben. Qualifizierte Mitarbeiter aus dem Ausland könnten das Fachkräfteproblem der hessischen Wirtschaft nicht lösen, aber abmildern. Zudem schüfen sie mit ihrer Produktivität auch neue Beschäftigungschancen für andere.

„Hierzulande herrscht oft die Vorstellung, Fachkräfte aus aller Welt würden nur darauf warten, bei uns arbeiten zu dürfen. Hochqualifizierte Nicht-EU-Bürger ziehen an unserem Land jedoch häufig auch vorbei“, so Pollert. Zu einer Willkommenskultur gehöre daher die passende Willkommensstruktur. Die am Einwanderungsprozess beteiligten Behörden – Ausländerbehörde, Arbeitsagentur, Zeugnis-Anerkennungsstelle, Botschaft – müssten besser zusammenarbeiten und schneller entscheiden. Bisher dauern Verfahren für eine Aufenthaltserlaubnis teilweise weit über ein Jahr und damit zu lang: „Dieser Behördenmarathon schreckt Arbeitgeber und qualifizierte Bewerber aus dem Ausland ab. Hier müssen die Behörden in Kommunen, Land und Bund schnell besser werden“, sagte Pollert.

Arbeitsmarkt Pressemeldung Januar 2020

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im Januar 2020

Pollert: „Die Zeiten am Arbeitsmarkt werden rauer – Arbeitsagenturen müssen zielgenauer vermitteln, Arbeitslose Anstrengungen verstärken und Unter­nehmen Fördermöglichkeiten nutzen“

Frankfurt/Main. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Januar 2020 stärker als saisonüblich um rund 13.500 auf rund 159.850 gestiegen. Bei den Arbeitsagenturen melden sich seit Monaten mehr Arbeitslose nach Beendigung ihrer Beschäftigung als im jeweiligen Vorjahresmonat.

Zugleich zieht die Zahl der Kurzarbeiter deutlich an. "Die Zeiten am Arbeitsmarkt werden rauer. Gleichzeitig gibt es aber auch viele offene Stellen in allen Berufen und in allen Regionen. Allein knapp 50.000 offene Stellen sind bei den Arbeitsagenturen gemeldet, insgesamt sind es über 100.000. Die Arbeitsagenturen müssen jetzt passende Stellen schneller und zielgenauer anbieten. Arbeitslose müssen sich flexibel zeigen und etwa einen längeren Weg zum neuen Arbeitsplatz in Kauf nehmen. Für Unter­nehmen lohnt es sich, bei motivierten Bewerbern mit Qualifikationsdefiziten die Fördermöglichkeiten von Arbeitsagenturen oder Jobcentern zu nutzen", sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V.

Arbeitslose, die über ihren Wohnort hinaus nach Beschäftigung suchen, finden häufiger und schneller wieder eine Beschäftigung. "Von den rund 127.000 hessischen Arbeitslosen, die innerhalb des letzten Jahres in sozialversicherte Arbeit gekommen sind, haben rund die Hälfte einen Job außerhalb ihres Wohnortes gefunden. Für Arbeitslose bietet die überregionale Vermittlung deshalb große Chancen. Auch für Arbeitsagenturen und Jobcenter lohnt es sich, über die Grenzen ihrer Stadt oder Landkreise hinauszuschauen. Von den zahlreichen Jobchancen profitieren auch viele, die es nicht so leicht am Arbeitsmarkt haben: 9.500 Langzeitarbeitslose, 4.700 schwerbehinderte Menschen, 12.800 über 55-jährige und 46.000 ohne Berufsausbildung haben innerhalb eines Jahres den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt geschafft. Auch in schwieriger werdenden Zeiten bieten die hessischen Unter­nehmen Chancen für alle am Arbeitsmarkt“, sagte Pollert

Hintergrund: Statistik der Bundesagentur für Arbeit:  Abgang und Verbleib von Arbeitslosen in Beschäftigung, Datenstand November 2019