3. Wissenschaft

Chancen der Digitalisierung nutzen, duale Studiengänge ausbauen, Forschungs- und Wissenschaftstransfer verzahnen.

Das Hochschulsystem muss sich weiterhin den Herausforderungen steigender Studentenzahlen stellen. Gleichzeitig ist die Qualität der Lehre zu verbessern, nachdem alle Hochschulen einschließlich der Universitäten ihr Studienangebot praxisorientierter gestaltet haben und so die Berufsbefähigung in vielen Fächern und Fachrichtungen stärken. Die Digitalisierung ist zwar in den Hochschulen angekommen, auch als Gegenstand der Lehre. Diese Entwicklung ist aber ausbaufähig, damit Lehre, Forschung und hochschulische Weiterbildung stärker von den neuen technologischen Möglichkeiten profitieren und dadurch auch die Chancen einer Profilierung nutzen.

Lehre mit Qualitätssicherung verbinden

Der Bologna-Prozess hat es nach einer auch in Hessen langen Umstellungsphase ermöglicht, flexibler auf die hohe Studiennachfrage und die Heterogenität der Studierenden zu reagieren. Die zweistufige Studienstruktur, der größere Freiraum der Profilierung für Hochschulen und eine verbesserte Anerkennung von Studienleistungen erhöhen die Wahlmöglichkeiten und ermöglichen individuelle Bildungswege. Gelegentlichen Forderungen, insbesondere aus dem Ingenieurwesen, statt der BA/MA-Struktur wieder den Dipl.-Ing. als Hochschulabschluss einzuführen, sollte die hessische Politik auch weiterhin eine Absage erteilen.

Repräsentative Untersuchungen in der Wirtschaft zu den Absolventen der Studienstruktur von Bachelor und Master zeigen, dass es nach wie vor Bereiche mit Verbesserungsbedarf gibt. Dazu gehören insbesondere die Fähigkeit, theoretische Kenntnisse auch praktisch umzusetzen und soziale wie persönliche Qualifikationen bzw. Kompetenzen (selbstständiges Arbeiten, Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit). Vor allem der Praxisbezug des Bachelor-Studiums muss noch mehr intensiviert werden.

Durch die zunehmende globale Vernetzung und die zunehmende Digitalisierung ist die Arbeits- und Lebenswelt internationaler geworden. Diese Internationalisierung muss sich auch in der akademischen Ausbildung widerspiegeln und in der leistungsorientierten Mittelzuwendung des Landes honoriert werden. Der hessische Hochschulpakt 2016 – 2020 bietet hierfür gute Anreize, die auch in der neuen Legislaturperiode nicht modifiziert werden sollten.

Bei der zunehmenden Internationalisierung des hochschulischen Studienangebots sollte das Land Impulse geben, auch Angebotsverbünde der bestehenden Hochschulen zu bestimmten Studiengängen/-fachrichtungen zu erarbeiten. Ein Beispiel hierfür wäre eine International University, die für Studieninteressenten aus dem Ausland jeweilige Teilangebote in Cluster-Form bündelt, etwa im regionalen Dreieck Frankfurt-Wiesbaden-Darmstadt. Dabei ist auch der räumliche Campus-Effekt zu berücksichtigen. Vergleichbares gilt für zweckmäßige Synergien durch hochschulische Forschungsverbünde.

Das Qualitätsmanagement im Bereich der Lehre ist weiter auszubauen, um mehr Transparenz und Vergleichbarkeit zu erreichen. Für alle Studienfächer und Fachbereiche sollten Land und Hochschulen Qualitätsstandards nebst Regelevaluationen entwickelt werden, die mit einer Output-Orientierung das Grundfundament in allen Wissenschaftsdisziplinen bilden. Dabei sind auch die Studierenden zu beteiligen.

Mit Blick auf den individuellen Studienerfolg und die gesellschaftlichen Kosten von Studienplätzen ist der Anteil bei den Studienabbrechern zeitnah um 10% auf 22 % an den Universitäten und 19 % an den Fachhochschulen zu reduzieren. Dazu sollte die Studienberatung während des Studiums ein permanenter Prozess sein und vor dem Studienbeginn mit der schulischen Studienorientierung in den Schulen verzahnt werden. Zudem sollte das Land vorgeschaltete Orientierungsphasen, die bei Leistungserfolgen auf das Studium angerechnet werden, nach den erweiterten Möglichkeiten des hessischen Hochschulgesetzes fördern und erproben. Weitere Gestaltungsmöglichkeiten bieten Toolboxen, die sich insbesondere an das Qualitätsmanagement der Hochschulen richten und eine Vielzahl von Ansätzen bieten, von Vor- bzw. Brückenkursen über den projektorientierten Studieneinstieg bis hin zu Buddy-Programmen und Tutorien. Diese zahlreichen Angebote zur Vermeidung eines Studienabbruchs sollten in der neuen Legislaturperiode in den Grundtypen erfasst, systematisch bewertet und bei guten Erfolgsquoten ausgebaut werden.

Der Übergang vom Bachelorabschluss in ein Masterstudium unterliegt in der Regel einem qualitativen Auswahlprozess. Dessen Kriterien dürfen nicht nur auf die Geeignetheit für eine wissenschaftliche Laufbahn verengt werden. Auch die Wirtschaft braucht heute wie künftig in nennenswerter Zahl Absolventen mit Masterabschluss.

Wie in der Schule sollte auch im Studium der Lernende verstärkt im Zielfokus des Bildungserfolgs stehen, um mehr geeignete Studierende zu einem Studienabschluss zu führen. Methodik und Didaktik müssen hierauf stärker bezogen und insbesondere die jeweilige Fachdidaktik gestärkt werden. Trotz moderner Erkenntnisse der Lehr- und Lernforschung ist die Hochschullehre meist immer noch vorrangig auf traditionelle Kernelemente wie Vorlesungen und Seminare ausgerichtet. Dieses Instrumentarium sollte um moderne Lernformen erweitert werden. Die hessischen Hochschulen sollten dazu mit der Förderung des Landes von best practice-Beispielen verstärkt neue Modelle der Kombination von Lern- und Studienformen wie Massive Open Online Courses (MOOC´s), Blended Learning, Flipped Study Rooms und andere Elemente einführen. Eine Förderung der Erstellung und Nutzung von MOOC´s ist dort sinnvoll, wo Qualitätsverbesserungen die höheren Ausgaben rechtfertigen und die gemeinsame Nutzung erhöhte Fixkosten ausgleicht. Eine effektive wie effiziente Nutzung setzt eine klare Einbindung in strategische Gesamtkonzepte der Hochschulen voraus.

Um den Hochschulen Leistungsanreize für eine gute Lehre zu bieten, sollte die leistungsorientierte Mittelzuwendung mittelfristig noch stärker an den erreichten Studienerfolg pro Student in einer vertretbaren Studienzeit gebunden werden, wie dies im hessischen Hochschulpakt 2016 bis 2020 neu angelegt ist. Dabei ist sicherzustellen, dass es nicht zu Qualitätseinbußen kommt.

Die große Nachfrage von Studieninteressenten wird bis über 2020 hinaus anhalten. Dementsprechend sind Kapazitätsausweitungen an den Hochschulen auch weiterhin erforderlich, müssen aber längerfristig angelegt werden. Es ist sicherzustellen, dass diese Ausweitung mit dem späteren Abflachen der Nachfrage wieder rückgeführt oder zu anderen Zwecken verwendet werden können. Gleichzeitig ist die neue Landesregierung gefordert, gemeinsam mit den anderen Bundesländern und dem Bund dafür zu sorgen, dass der Hochschulpakt von Bund und Ländern (HSP) nach 2020 fortgeführt und auch auf eine Verbesserung der Grundfinanzierung ausgerichtet wird.

Das international kompatible Credit-Point-System ECTS sollte ausnahmslos in allen Studienrichtungen umgesetzt werden, um die Motivation zum Auslandsstudium zu fördern und verstärkt ausländische Studierende zu gewinnen. Gleichzeitig ist die Anerkennung von Leistungen aus dem System der beruflichen Bildung auf ein Hochschulstudium im Rahmen des europäischen ECVET zu beschleunigen und zu intensivieren. Bei ECTS und ECVET muss die modulare Anrechnung für Lehrende wie Studierende transparent und verlässlich werden. Dies gilt umgekehrt auch für den Fall eines Studienabbruchs bei der Anrechnung von adäquaten Studienleistungen im In- und Ausland auf eine Berufsausbildung.

Duale Studiengänge im tertiären Bereich verzahnen Arbeitswelt und wissenschaftliche Ausbildung und decken damit auch eine hohe bedarfsbezogene Nachfrage aus der Wirtschaft. Sie sollten ausgebaut und auch an den Universitäten eingerichtet werden. Die vielfältige und differenzierte Struktur bei den Anbietern dualer Studiengänge (Berufsakademien, Fachhochschulen, Business Schools, Universitäten in öffentlicher und privater Trägerschaft) ist erhaltenswert und in der vorhandenen Struktur weiter zu fördern. Um das duale Studium zügig auszubauen und die Öffentlichkeit über diesen weiteren tertiären Bildungsweg ausreichend zu informieren, ist es erforderlich eine hessische (Qualitäts-)Marke zu entwickeln und als Attraktivitätsmerkmal für das Marketing des Landeshochschulstandortes zu nutzen. Im naturwissenschaftlichen Bereich sollten Duale Studiengänge auch in die Netzwerke des Technologietransfers Wissenschaft-Wirtschaft eingebunden werden. Der Anteil des dualen Studiums unter allen Studierenden sollte kontinuierlich auf erreichbare ca. 10 % erhöht werden.

Vor allem an den Fachhochschulen bestehen noch Möglichkeiten, neue Studiengänge mit einer hohen Arbeitsmarktrelevanz zu entwickeln (z. B. Wirtschafts- und Verwaltungsjuristen, Zahnmediziner/-techniker, Umwelttechniker, Erzieher, Data Scientists). Auch bei interdisziplinären Studiengängen gibt es Ausbaupotenzial. Dabei ist sicherzustellen, dass der Trend zu immer mehr und dabei thematisch engeren Bachelor-Studiengängen den Ansprüchen an ein vollwertiges und auch berufsbezogen breites Fachstudium genügt. Der Prozess der Diversifizierung findet hier eine zwingende Begrenzung.

Die Lehrerausbildung an den Universitäten ist eine Berufsausbildung auf wissenschaftlichem Niveau. Wenn das Land an einer Staatsprüfung festhält, sollte es auf dieser Basis gemeinsam mit den Universitäten Qualitätsstandards und -Kriterien definieren, die regelmäßig zu prüfen und anzupassen sind. Die Studienordnungen sind nach diesen Standards und Kriterien zu gestalten. Neben einem höheren Praxisbezug und Eignungskriterien ist auch hier der Bezug zur übrigen Arbeitswelt aufzuwerten.

Die Strukturreform aller Hochschulen in Hessen nach den Vorbildern der Gesetze zur Modelluniversität TU-Darmstadt und Stiftungsuniversität Frankfurt ist konsequent fortzusetzen. Dazu gehören als Kernelemente auch Wettbewerb und Profilbildung, um das Hochschulstudium besser, effizienter und kürzer zu machen.

Die starke Rolle der Leitungsgremien an hessischen Hochschulen hat sich bewährt und ist beizubehalten (Präsidien, Dekane, Hochschulräte). Die Korrekturen in der ablaufenden Legislaturperiode sind aus der Sicht der Wirtschaft vertretbar.

Die zunehmende Verquickung von Landes- und Bundesfinanzierung ist nicht transparent genug und erschwert zunehmend das Hochschulmanagement. Die Gestaltungsspielräume der Länder und damit auch Hessens schrumpfen, der Einfluss des Bundes wächst stetig. Die erfolgte Aufhebung des Kooperationsverbots im Hochschulwesen ist zwar mit Blick auf die große Finanzierungslast konsequent. Sie sollte aber in der Strukturierung transparenter und in den Grundlinien ausgewogener werden. Vor allem in der Lehre sind Anreize zur Qualitäts- und Exzellenzentwicklung deutlich auszubauen. Gleichzeitig sollte der hessische Hochschulpakt 2016-2020 begleitend evaluiert werden.

Wenn die Bildungsfinanzierung vor allem im Elementarbereich gestärkt werden muss, ist angesichts begrenzter Ressourcen die gesamte Bildungsfinanzierung „vom Kopf auf die Füße zu stellen“. Mittlerweile gibt es gut durchdachte Konzepte für eine Einführung nachgelagerter Studiengebühren, die sozialverträglich ausgestaltet sind und keine Abschreckungseffekte durch Folgelasten für Studieninteressenten aus nichtakademischen Elternhäusern erzeugen. Landesregierung und Regierungsfraktionen sind gefordert, im Zuge der Verfassungsreform die Rechtsgrundlage für die Erhebung von Studiengebühren bestehen zu lassen.

Forschungs- und Wissenstransfer als Einheit ausbauen

Anwendungsbezug und Internationalität wissenschaftlicher Leistungen nehmen einen immer größeren Stellenwert ein. Hessen hat eine im Ländervergleich dichte Hochschulstruktur, die als Standortvorteil auszubauen ist. Der Forschung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Das bundesweit beispielhafte Förderprogramm LOEWE mit seinem expliziten KMU-Bezug und das Bauprogramm HEUREKA sind daher fortzuführen.

Der heutige Begriff des Forschungstransfers ist zu eng. Er ist erweitert als Wissenstransfer zu definieren. Hochschulen und regionale Wirtschaft sollten neue Strukturen entwickeln, die gegenseitigen Wissens- und Know-how-Transfer verstetigen. So können zum Beispiel digitale Denkfabriken entstehen, die vor allem auf den regionalen Forschungsbedarf ausgerichtet sind und transferintensive Lösungen entwickeln. Das duale Studium ist dabei ein Instrument und kann als Basis für weitergehende Kooperationen zwischen Fachbereichen und Unternehmen dienen. Der zweite Anker ist die akademische Weiterbildung, die auf den Bedarf von Unternehmen ausgerichtet ist. Dies sollte durch Clusterstrukturen mit ständigen Gesprächskontakten zwischen Hochschulen und Unternehmen verankert werden. Der Aufbau geeigneter Strukturen mit Einbeziehung der regionalen Besonderheiten und wirtschaftlichen Schwerpunkte sollte ein Teil der Zielvereinbarungen sein, die mit den Hochschulen getroffen werden.

Vor allem in der Forschung sind Kooperationen von Hochschulen und Unternehmen im Sinne von Innovationspartnerschaften als Verbünde zu stärken, Hemmnisse in der Zusammenarbeit zu beseitigen und die Rahmenbedingungen zu verbessern. Dazu gehört, die Kostenrechnung und das Controlling der Hochschulen an die in der Wirtschaft üblichen Standards heranzuführen. Ferner sind Steuerungsinstrumente und Strukturen zu entwickeln, um mehr fachübergreifende Forschungsprojekte annehmen, durchführen und professionell managen zu können. Ein weiteres Handlungsfeld sind die Nutzungsrechte für Labore sowie Verwertungs- und Patentrechte aus Projekten.

Die Aufgabenfelder des gesetzlich im HHG zur Pflichtaufgabe erhobenen Technologietransfers in Hessen sind neu zu strukturieren, zu stärken und zu evaluieren. Dazu müssen klare Kriterien für die Förderung technologisch bedeutsamer Entwicklungen definiert und umgesetzt werden. Dies betrifft nicht nur die Arbeit der Hessenagentur (TT-N), sondern das verbundene Gesamtkonzept aller beteiligten Ressorts sowie hochschulweite Gesamtstrategien. Dabei gilt es, Präferenzen bei der verstärkten Einbindung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) zu setzen.

Die Hochschulen sollten mit Unterstützung des Landes Vernetzungen untereinander (auch hochschultypübergreifend) sowie mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen ausbauen. Hierdurch können komplementäre Forschungsinfrastrukturen besser genutzt und zu leistungsstärkeren Einheiten vernetzt werden. Das neu eingeführte Promotionsrecht der Hochschulen für Angewandte Wissenschaft (HAW) sollte in der begonnenen Umsetzung in Form von gemeinsamen Promotionszentren weiter gestärkt und ausgebaut werden.

Die Fachhochschulen sollten staatliche Mittel zum Auf- und Ausbau ihrer Infrastruktur in der Forschung nicht nur über das Erfolgsbudget, sondern auch stärker über das Grundbudget erhalten. Der auch gesetzlich ausdrücklich gewünschte F+E-Bereich sowie der Forschungstransfer setzen den Aufbau von Grundstrukturen voraus, die zunächst über Umschichtungen vom Erfolgs- in das Grundbudget zu finanzieren sind. Eine Ausweitung der FH-Forschungsaktivitäten kommt insbesondere dort in Betracht, wo eine entsprechende Infrastruktur bereits angelegt bzw. Ressourcen verfügbar sind. Die Forschungsexpansion darf nicht zu Lasten der Lehre gehen.

Die Gründungsförderung an den hessischen Hochschulen sollte mit Begleitförderung des Landes als Wegbegleitung in allen Stadien ausgebaut werden. Dazu gehören die Sensibilisierung zum Intra- und Entrepreneurship in Schulen und im Studium, der Aufbau von Innovationslaboren, in denen Unternehmen mit konkreten Bedarfen zusammen mit Studierenden Produkte und Prozesse zur Marktreife ausarbeiten, die Patent-/ Marktreifeunterstützung von Wissenschaftlern inklusive Doktoranden und Postdoktoranden sowie die mehrjährige Begleitung der Start-ups von der Idee über die Umsetzung bis zur Verankerung.

Weiteres (industrielles) Wachstumspotential sollte durch das Land mit einer fortzuführenden und gezielten Ansiedlung von außeruniversitären Forschungseinrichtungen erschlossen werden, die mit ihren Ergebnissen den Transformationsprozess unterstützen. Hinzukommen sollten verstärkte Anreize zu Unternehmensgründungen über eine Förderung von Spin-offs aus Hochschulen, über eine verbesserte Überleitung der Ergebnisse aus Forschungsinstituten in die Produktion und durch die Unterstützung von Existenzgründern.

Die großen hessischen Förderlinien in der Technologiepolitik sollten evaluiert und modernen Entwicklungen angepasst werden. Manche Zukunftserwartungen an die schnelle wie breite Relevanz einzelner Technologien (z. B. Nano) haben sich so nicht erfüllt, neue Herausforderungen mit hoher Bedeutung (z. B. Energiespeicherung) sind hinzu gekommen. Interdisziplinäre Ansätze von innovativen Forschungs- und Technologiefeldern – wie z. B. die Elektromobilität und Industrie bzw. Wirtschaft 4.0 - sollten gefördert werden, da sie (auch) die Grundlage für Lösungen zukünftiger gesellschaftlicher Herausforderungen bereitstellen.

Die Additive Fertigung (AF/“3D-Druck“) ist bereits heute eine wichtige technologische Grundlage in den Innovations-und Produktionsprozessen der Industrie. Auch in Hessen kann AF die industrielle Produktion stärken und die Verlagerung von Wirtschaft und Arbeitsplätzen in andere Länder begrenzen oder sogar Wertschöpfungsprozesse wieder im hiesigen Bereich verankern. Daher sollte an den hessischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen die disziplinübergreifende Zusammenarbeit in der AF-Forschung intensiviert und der Transfer in die Praxis unterstützt werden. Dies gilt auch im Rahmen der Förderung von Industrie 4.0. Die Unterstützungsmaßnahmen zur Additiven Förderung im Land sollten in einen stringenten Gesamtrahmen eingebettet werden.

In den Verhandlungen der Länder mit dem Bund zur Fortführung des Hochschulpaktes 2020 und weiterer befristeter Programme der Forschungsförderung sollten Bundesmittel verstetigt werden, um mehr Planungssicherheit zu gewährleisten. Um Qualität und Standortbedeutung im internationalen Wettbewerb um Exzellenz zu unterstützen, sollten die DFG-Mittel als auch die Grundmittel der Länder für die Hochschulforschung dauerhaft aufgestockt werden. Dieser Bonus käme insbesondere auch der anwendungsorientierten Forschung zur Förderung der Kooperationen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zugute. Zugleich gäbe dieses Matching-Funds-Prinzip privaten Drittmittelgebern zusätzliche Anreize für die Forschungsförderung.

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