Handwerk 4.0 in Wetzlar – Chancen der Digitalisierung für das Handwerk in Hessen

Projekt DigiGuides soll Handwerksbetriebe durch den Digitalisierungs-Dschungel führen

Digitalisierung in Handwerksbetrieben – wie kann das gehen? Diese Frage stand am Freitag im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung der Arbeitgeberverbände des Hessischen Handwerks e.V. (AHH) in Wetzlar.

AHH-Präsident Jochen Honikel machte vor rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Handwerksbetrieben, Politik und Wirtschaft die Wichtigkeit der Fachverbände für die Digitalisierung im Handwerk deutlich: „Gerade die Handwerksbetriebe, die sich in Verbänden und Innungen freiwillig organisieren, beobachten die Wichtigkeit der Digitalisierung und ihre Folgen noch genauer und entwickeln neue Ideen, um das Handwerk insgesamt voranbringen. Der Handwerker kann nur dann erfolgreich sein, wenn er heute die Chancen der Digitalisierung nutzt und Geschäftsmodelle für die Zukunft entwickelt. Dabei steht er vor besonderen Herausforderungen: Unsere Branche ist geprägt von kleinen und mittleren Betriebsgrößen. Natürlich haben wir keine Spezialabteilung, die sich den ganzen Tag mit IT beschäftigt. Oftmals ist es bei uns der Meister selbst oder ein Familienmitglied, das eine Affinität zu Digitalisierungsfragen hat. Er oder sie kümmert sich dann selbst um die Digitalisierung des Betriebs. Deshalb wollen wir den Betrieben mit dem Projekt „DigiGuides“ helfen, den Dschungel der Digitalisierungs-Möglichkeiten zu durchleuchten.“  

Das Projekt „DigiGuides“ wurde im Jahr 2018 von den 30 handwerklichen Fachverbänden in Hessen, die sich zu den Arbeitgeberverbänden zusammengeschlossen haben, ins Leben gerufen. Es läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren und wird vom Hessischen Wirtschaftsministerium maßgeblich gefördert. 

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir warb dafür, die digitalen Technologien entschlossen zu nutzen: „Die Digitalisierung hat begonnen, unser Wirtschaftsleben zu revolutionieren. Auch Handwerkerinnen und Handwerker können von diesen Technologien enorm profitieren und sich neue Chancen erschließen. Die Landesregierung bietet dafür umfassende Unterstützung von der Beratung bis zum Investitionszuschuss an, und die DigiGuides sind eine sehr gute Ergänzung für eine wichtige Zielgruppe. Das hessische Handwerk floriert gerade; das ist die beste Zeit, um die Basis für den Erfolg von morgen zu schaffen.“

Im Anschluss warb Prof. Dr. Klemens Skibicki für einen unverstellten und mutigen Blick auf die digitale Zukunft. Er machte deutlich, dass so gut wie alle technischen und medialen Neuerungen in ihrer Zeit zunächst auf große Skepsis stießen – zum größten Teil heute aber nicht mehr wegzudenken seien, wie z.B. das Mobiltelefon oder das Internet. Man müsse sich den rasenden Veränderungen stellen und aktiv teilnehmen – das gelte insbesondere auch fürs Handwerk.

In insgesamt acht Workshops konnten die Handwerksbetriebe sich dann selbst ein Bild von den Digitalisierungs-Möglichkeiten machen. Der Einsatz von Datenbrillen, das digitale Büro oder Smart Buildings – zahlreiche Einsatzmöglichkeiten und Facetten der Digitalisierung im Handwerk wurden den interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Stadthalle Wetzlar näher gebracht. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine breit aufgestellte und informative Ausstellung von zwölf Firmen und Projekten.

Die Arbeitgeberverbände des Hessischen Handwerks sind der Zusammenschluss von 30 handwerklichen Fachverbänden, in denen rund 15.000 Betriebe freiwillig organisiert sind.

 

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