Hessische Gesundheitsindustrie gibt Antworten für den Übergang in die dritte Lebensphase

Wie moderne Arbeitswelten in den letzten Berufsjahren vor der Rente in der hessischen Gesundheitsindustrie aussehen können, haben rund 90 Teilnehmer am 27. Oktober bei der Veranstaltung „Arbeit am Übergang zur dritten Lebensphase“ diskutiert.

Die Initiative Gesundheitsindustrie Hessen (IGH) hatte zusammen mit dem Arbeitgeberverband HessenChemie zum neuen Format mit Impulsen und Podiumsdiskussion eingeladen. Tenor war dabei, dass im Übergang von Beruf in den Ruhestand flexible Instrumente hilfreich sind, die Rahmenbedingungen aber stimmen müssen. Um das Fach- und Erfahrungswissen in den Unternehmen zu erhalten, können beispielsweise Tandem-Modelle zum Einsatz kommen.

„In Zeiten des demografischen Wandels ist es besonders im fortgeschrittenen Alter wichtig, die richtige Balance zwischen dem Älterwerden und der beruflichen Tätigkeit zu finden. Die chemisch-pharmazeutische Industrie geht mit gutem Beispiel voran. Es ist beachtlich, wie hier ältere Beschäftigte systematisch begleitet werden, um einen für sie und die Unternehmen gleichermaßen gelingenden Übergang in den Ruhestand zu schaffen. Mit verschiedenen Strategien und Maßnahmen, die auch das Thema Wissenstransfer in das Gesamtkonzept integrieren, agiert die Initiative Gesundheitsindustrie Hessen vorbildlich und vorausschauend. Sie nimmt sich eines Themas an, das in vielen anderen Unternehmen bisher noch nicht das hohe Bewusstsein einnimmt, dessen es bei einer älter werdenden Gesellschaft eigentlich bedarf“, sagte der Chef der Hessischen Staatskanzlei und Demografiebeauftragte der Landesregierung, Staatsminister Axel Wintermeyer.

Die Chemie-Sozialpartner haben flexible Übergänge bereits vor Jahren auf ihre Agenda gesetzt. „Die demografische Herausforderung, die sich in jedem Betrieb unterschiedlich darstellt, verlangt nach intelligenten und passgenauen Lösungen, mit denen für alle Lebensphasen Antworten gegeben werden und Beschäftigungsfähigkeit gesichert wird“, sagte Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes HessenChemie. Der Demografie-Tarifvertrag in der chemischen Industrie biete dafür unterschiedliche Optionen an, wie die Gesundheitsvorge, Langzeitkonten oder das Modell der „Reduzierten Vollzeit“. Dies unterstütze zudem den Wissenstransfer zwischen ausscheidenden älteren Beschäftigten und jüngeren, die im Unternehmen bleiben.

„Die IG BCE und die Arbeitgeber haben Demografie-Tarifverträge abgeschlossen, die beispielhaft zeigen, wie ein gleitender Übergang in den Ruhestand aussehen kann“, sagte Volker Weber, Landesbezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie Hessen-Thüringen. Der Bedarf an Modellen für einen Übergang in die dritte Lebensphase, wie beispielsweise Arbeitszeitverkürzungen, sei hoch. Die Demografie-Vereinbarung ermögliche den Beschäftigten jedoch große Spielräume, aber auch passgenaue Lösungen für individuelle Bedürfnisse.

Unternehmen der hessischen Gesundheitsindustrie wie Merck KGaA, Lilly Deutschland GmbH, AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, Engelhard Arzneimittel GmbH & Co. KG, Fresenius SE und Abbott GmbH & Co. KG zeigten anhand eigener Praxis-Beispiele auf, wie bei ihnen die letzten Berufsjahre aktiv, produktiv und optimistisch gestaltet werden.

Beispielhaft nannten sie flexible Arbeitszeitmodelle, eine konsequente Qualifizierung der älteren Mitarbeiter, die Sensbilisierung der Führungskräfte und ein Mentorenprogramm, das Jung und Alt zusammenbringt. In ihrem Impulsvortrag unter dem Titel „Altersbilder“ zeigte Sonja Lambert, Leiterin Diversity Management bei der AOK Hessen, wie ein positives Verständnis von Arbeit und Alter entstehen kann.

Dr. Jan Oltmanns von der Daimler AG gab mit seinem Impuls Einblicke, wie sich das Arbeiten im Automobilkonzern durch „YES! – die Demografie-Initiative“ verändert und welche Chancen in diesem Wandel liegen. Bei der Podiumsdiskussion wurden die Beiträge des Tages aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Dabei berichtete ein Teilnehmer über seine Motivation, auch noch über das Rentenalter hinaus im Unternehmen arbeiten zu wollen.

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