Wieder mehr Wertschätzung für den Mittelstand – Kritik am Deutschlandreport des IWF

Unternehmerverbände Südhessen

Darmstadt. Über 99 Prozent der hessischen Unternehmen, so der Hessische Mittelstandsbericht 2018, sind dem Mittelstand zugehörig. 90,1 Prozent sind Kleinstunternehmen. „Der Mittelstand ist somit das Herz der hessischen und auch der
südhessischen Wirtschaft“, sagt Dirk Widuch, Geschäftsführer der Unternehmerverbände Südhessen.

„Unsere 376 Mitgliedsunternehmen kommen aus den unterschiedlichsten Branchen, der überwiegende Teil sind Mittelständler. Ich sehe Unternehmer, die seit vielen Jahren und zum Teil seit Generationen einen enormen Beitrag dazu leisten, dass Südhessen ein stabiler und auch zukunftsträchtiger Wirtschaftsstandort ist“, so Widuch weiter. „Dass diese Unternehmer zu einer Ungleichheit in Deutschland beitragen sollen, hat mich irritiert“ nimmt der Bezug auf den im Juli 2019 veröffentlichten Deutschlandreport des IWF.  
 
Der IWF Report führt aus, vor allem in von Familien kontrollierten Unternehmen würde zu viel Vermögen gebunden und dadurch ein Beitrag zur Einkommensschere in Deutschland geleistet. „Mittelständische Unternehmen reinvestieren Gewinne in ihr Unternehmen, um innovativ zu bleiben und sich zukunftsfähig aufzustellen. Wie sonst sollen sie international bestehen?“ fragt Widuch. Der Mittelstand plane langfristig, unternehmerischer Erfolg solle über Generationen aufrechterhalten werden.  

„Viele Mittelständler definieren zudem ihre Rolle weit über das Unternehmerische hinaus. Sie übernehmen Verantwortung und engagieren sich sozial in ihren Gemeinden. Ich bin selbst in einem Sportverband ehrenamtlich aktiv und weiß wie sehr Vereine auf die Unterstützung von Unternehmen angewiesen sind.“

Auch als Arbeitgeber spielt der Mittelstand eine große Rolle. 48,9 Prozent der Beschäftigten in Hessen waren im Jahr 2015 bei einem Mittelständler angestellt. „Der Mittelstand ist ein sicherer Arbeitgeber und Ausbilder und trägt alleine dadurch schon zum Wohlstand der Region bei. Und im ländlich geprägten Südhessen auch dazu, dass die Menschen eine wohnortnahe Beschäftigung finden.“

Kritisch betrachtet der IWF Report, dass zehn Prozent der reichsten Haushalte Deutschlands rund 60 Prozent des aggregierten Nettovermögens besitzen. „Die im Report getätigten Aussagen mit dem Mittelstand nach unserer EU-Definition (max. 250 Mitarbeiter und max. 50 Mio. EUR Umsatz) in Verbindung zu bringen, schließt den Handwerksbetrieb genauso mit ein wie das zehn Mitarbeiter umfassende Start-Up. Das ist absurd“, so Dirk Widuch abschließend.  

„Der Mittelstand verdient wieder mehr Wertschätzung“, sagt Widuch. Ein Fingerzeig in Richtung Bundeshauptstadt.  
 
„Die größte Wertschätzung ist die Schaffung von Rahmenbedingungen, die mittelständische Unternehmen dazu befähigen, auch in Zukunft ihre wichtige Rolle im Wirtschaftsgefüge auszuüben. Bespielhaft genannt sei die Begrenzung von Energiekosten, eine geringere steuerliche Belastung und der Abbau von überflüssiger Bürokratie. Außerdem ist der Mittelstand, aber nicht nur dieser, auf die Erleichterung der Anwendung flexibler Beschäftigungsformen wie die sachgrundlose Beschäftigung angewiesen. In all diesen Feldern hat die Bundesregierung leider noch Nachholbedarf. Die Dachverbände BDA und BDI haben dazu unter dem Titel „Mehr Mittelstand wagen!“ gemeinsam ein Papier erstellt mit 55 Forderungen auf sieben Handlungsfeldern. Nun ist es an der Bundesregierung, ihren Beitrag zu leisten.“ 
 
Das Forderungspapier steht auf der Webseite der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände zum Download zur Verfügung:  https://www.arbeitgeber.de/www/arbeitgeber.nsf/id/de_stellungnahmen
 
Kontakt:
Fabienne Bardonner, Leiterin Kommunikation und Gesellschaftspolitik  
Tel: 06151 29 85-44
pr.darmstadt@uvsh.de
www.uvsh.de
 
In den Unternehmerverbänden Südhessen sind: der Verband der Metall- und Elektro-Unternehmen Hessen Bezirksgruppe Darmstadt und Südhessen e. V., der Unternehmerverband Südhessen e.V. und die Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. (VhU) zusammengeschlossen. Gemeinsam betreuen sie direkt über 370 Mitglieder aus der Metall- und Elektro-Industrie, der Chemie, der Kunststoff verarbeitenden Industrie, der IT, dem Dienstleistungsbereich und weiteren Branchen. Nach erfolgreich absolviertem Re-Zertifizierungsaudit am 15.05.2019 durch die TÜV Rheinland Cert GmbH ist die Geschäftsstelle nach DIN EN ISO 9001:2015 und DGVM ZERT zertifiziert. Die erstmalige Zertifizierung erfolgte bereits im Jahr 2004. 

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