26. Hessischer Unternehmertag: „Globale Unternehmen und der Standort Hessen“

26. Hessischer Unternehmertag: „Globale Unternehmen und der Standort Hessen“ Mang: „Um demografische Talfahrt umzukehren, brauchen wir Willkommenskultur für Kinder“ // Tarek Al-Wazir: „Gute und sichere Arbeitsplätze auch in digitalisierter Welt“

Wiesbaden. Wie der Standort Hessen für globale Unternehmen attraktiv bleiben und schlüssige Antworten auf die Krisen in der Welt geben kann, war Thema des 26. Hessischen Unternehmertags (HUT) der VhU.

Rund 1.000 Gäste hörten im Kurhaus Wiesbaden die Impulsvorträge des Opel-Chefs Michael Lohscheller und des Stv. Ministerpräsidenten Tarek Al-Wazir, der den in den Sondierungsgesprächen gebundenen Ministerpräsidenten Volker Bouffier vertrat. Lohscheller skizzierte, wie „die Automobilindustrie jetzt die Zukunft gestalten muss“. Al-Wazir beschrieb, was Hessen als Standort auch in Zukunft attraktiv macht.

„Da wir die Krisen in der Welt nicht beeinflussen können, müssen wir unsere Hausaufgaben am Standort machen. Wenn wir als Gesellschaft eine ausgeglichenere Balance zwischen jüngeren und älteren Menschen und einen stabilen Generationenvertrag wollen, dann stehen wir alle gemeinsam vor der Herausforderung, die demografische Talfahrt umzukehren,“ mit diesen Worten eröffnete VhU-Präsident Wolf Matthias Mang den 26. HUT. Andernfalls werde die Schrumpfung der Bevölkerung auch das Wirtschaftswachstum schrumpfen: bis 2035 von durchschnittlich 1,5 Prozent pro Jahr auf dann nur noch 0,75 Prozent Jahr. „Wir sind eine schrumpfende Gesellschaft.

Aber das ist kein Naturgesetz. Wir können diesen Trend umkehren: mit einer Willkommenskultur für Kinder. Sie soll zu einer höheren Geburtenrate beitragen. Diese ist in Deutschland nach Jahrzehnten des Rückgangs 2015 von 1,4 auf 1,5 Kinder pro Frau gestiegen. Bis wir allerdings bei deutlich über 2 Kinder angelangt sein könnten dauert mindestens eine Generation. Aber lieber spät als nie.“ Zu dieser Willkommenskultur für Kinder und Eltern gehöre, die Ehe und die Familie als Fundamente unserer Gesellschaft zu stärken. Beide brauchten als fundamentale Solidar-Gemeinschaften viel mehr Wertschätzung.

Hessen attraktiv für globale Unternehmen

„Hessen ist ein attraktiver Standort für internationale Unternehmen und wie keine andere Region in Mitteleuropa mit der weltwirtschaftlichen Entwicklung verflochten“, sagte der Stellvertretende Hessische Ministerpräsident Tarek Al-Wazir. „Wir haben die niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung und leben in nie gekanntem Wohlstand. Um dies im Zeitalter der Globalisierung und Digitalisierung zu bewahren, müssen wir manches verändern.

Gleichzeitig haben viele Menschen das Gefühl, dass sie von der Teilhabe an diesem Wohlstand ausgeschlossen sind. Wir alle müssen aber ein Interesse daran haben, dass die ganze Gesellschaft wieder überzeugt werden kann, dass Leistung sich lohnt und gesellschaftlicher Aufstieg möglich ist. Bei dieser Aufgabe sind Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen gefordert. Es ist vor allem die Verantwortung der Wirtschaft, auch in einer digitalisierten Welt gute und sichere Arbeitsplätze zu bieten.“

Gesamtpaket Generationengerechtigkeit

„Zum Gesamtpaket Generationengerechtigkeit gehört auch, dass die neue Bundesregierung unter gar keinen Umständen die 40%-Quote der Sozialabgaben überschreitet, also vor allem keine teuren Wahlgeschenke auf Kosten der jüngeren Generationen macht“, so Mang weiter. Deutschland brauche auch ein bedarfsorientiertes Zuwanderungsgesetz für qualifizierte Zuwanderer und müsse bei den bereits Eingewanderten mehr Integrationsbereitschaft einfordern. „Und schließlich führt leider auch kein Weg daran vorbei, dass insgesamt weniger Menschen zur Erwirtschaftung eines Sozialprodukts einer alternden Gesellschaft mehr erwirtschaften müssen.“ Auch die digitale Transformation könne helfen. Mehr digitale Vernetzung und Geschäftsmodelle böten die Chance, den Rückgang des Arbeitskräfteangebots teilweise auszugleichen  (die gesamte Rede).

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