27. Hessischer Unternehmertag: „Hessen, der Finanzplatz und Deutsche Börse - Erfolgspartnerschaft für Europa“

Mang: „Digitale Wirtschaft der Maßanfertigung“ // Bouffier: „Finanzplatz wird vom BREXIT profitieren“ // Weimer: „Brauchen Gewinner-Gen und mehr historisches Verständnis“

Wiesbaden. Investieren ist für hessische Unternehmen wieder Trumpf. Dazu brauchen sie hilfreiche Bankenpartner und eine erfolgreiche Börse in ihrer Nähe. Durch den Finanzplatz Deutschland und vor allem mit den Bankenpartnern und der Deutschen Börse in Hessen können sie hierbei auf starke Partner vor Ort zurückgreifen. Diese Erfolgspartnerschaft aus wertschöpfenden Unternehmen, Geldgebern und Finanzplatz war das Thema beim 27. Hessischen Unternehmertag (HUT) am 30. Oktober in Wiesbaden. Rund 1.000 Gäste hörten im Kurhaus Wiesbaden die Impulsvorträge des Börsen-Chefs Dr. Theodor Weimer und des Ministerpräsidenten Volker Bouffier.

Eine Wirtschaft der Maßanfertigung, statt der Massenfertigung

„Deutsche Firmen erhöhen wieder ihre Schulden, um Investitionen zu tätigen. Vor allem in die Digitale Transformation. Sie wollen die Effizienz der Massenproduktion mit der Qualität der Einzelfertigung verbinden. Eine Industrie der Maßanfertigung an die Stelle der Massenindustrie zu setzen. Aber natürlich auch einen Handel, ein Handwerk und eine Dienstleistung der Maßanfertigung. Möglich macht das ein viel präziseres Wissen über die individuellen Kundenbedürfnisse“, sagte Wolf Matthias Mang, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände. Er verdeutlichte dies an der Revolution in der Schuhindustrie. Früher wegen der günstigen Herstellerpreise in Asien gefertigt, werden sie heute wieder in Hochlohnländern wie Deutschland hergestellt. Moderne Speedfactories ermöglichen die Maßanfertigung im industriellen Maßstab: „Wir hessischen Unternehmer haben dabei das Glück, nahe am Finanzplatz Frankfurt zu sein. Banken- und Finanzpartner helfen uns, die gigantischen Herausforderungen des digitalen Strukturwandels zu bewältigen – bei Künstlicher Intelligenz, Industrie 4.0 oder autonomem Fahren.“

Führender Finanzplatz Kontinentaleuropas wird vom BREXIT profitieren

„Der Finanzplatz Frankfurt ist für Hessen weit mehr als ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Mehr als 62.000 Menschen sind hier beschäftigt. Sie arbeiten bei 199 Banken – darunter etwa 160 internationale Institute – und der Börse, beides wichtige Partner für die hessischen Unternehmen. Das einzigartige Netzwerk dieser Unternehmen wird durch erstklassige Forschungseinrichtungen ergänzt. Die wichtigsten Behörden der Europäischen Finanzmarktaufsicht, die Europäische Zentralbank und unsere nationalen Aufseher BaFin und Bundesbank sind an einem Ort vereint. Eine lebhafte Start-up-Szene rundet das über viele Jahre gewachsene System der Finanzbranche ab. Der Finanzplatz Frankfurt ist für die Herausforderungen der Zukunft bestens gewappnet und wird vom Brexit profitieren. Er ist der führende Finanzplatz Kontinentaleuropas, bietet optimale Rahmenbedingungen, ein starkes Netzwerk und kurze Wege. Die hessischen Unternehmerinnen und Unternehmer finden also ein Umfeld vor, in dem sich ihre Firmen bestens entwickeln können ­– sie sind der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung, nicht nur im Rhein-Main-Gebiet, sondern in ganz Hessen“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier.

Brauchen Gewinner-Gen und mehr historisches Verständnis

„Ich orte in Deutschland eine gewisse ‚Altersmilde‘, eine überall erkennbare Nachsicht mit allem... Aber tief in unserem Innern beschleicht uns das Gefühl, dass es gefährlich sein könnte, wenn uns die Aggressivität des Gewinners abgeht. Zu viele von uns wollen nicht mehr der Erste sein. Nicht zu verlieren, reicht zu vielen. Das Gewinner-Gen kommt uns abhanden“, führte Dr. Theodor Weimer, Vorstandsvorsitzender Deutsche Börse AG aus. Er forderte „wieder mehr historisches Verständnis. Um die gewaltigen Veränderungen und geopolitischen tektonischen Verschiebungen zu bewältigen, dürfen wir nicht mehr ausschließlich ökonomisch denken. Wir müssen in unsere Vorstands- und Geschäftsführungssitzungen die gesellschaftspolitische Dimension einbringen.“

Erste Pressebilder werden bereits am Abend online gestellt:

  https://flic.kr/s/aHsmszExhi

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