43. VhU-Bildungsforum

VhU Geschäftsführer Sebastian Kühnel: "Keine Rolle rückwärts, sondern eine Strategie für die Zukunft – das ist es, was wir für die Digitalisierung der Bildung in Hessen brauchen“ // 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Schule und Unter­nehmen loten Status Quo und Perspektiven aus // VhU stellt Positionspapier „Digitale Bildung“ vor: Serviceagentur Digitale Bildung, Informatik als Pflichtfach und Digitalpakt Berufsschulen gefordert

Frankfurt am Main. Hessische Bildungseinrichtungen haben durch die in der Pandemie aufgesetzten Förderprogramme einen enormen Schub bei der Digitalisierung gemacht. Aus Sicht der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) reichen die Anstrengungen jedoch nicht aus, wie der Verband bei seinem 43. Bildungsforum mit dem Thema „Digitalisierung in der Bildung“ am Montag deutlich machte.

Auf der Veranstaltung tauschten sich am Montag rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die bildungspolitischen Sprecher aus dem Landtag über den Status Quo der digitalen Bildung in Hessen aus und diskutierten, welche Maßnahmen für eine zeitgemäße digitale Bildung nötig sind. „Es ist wichtig, die Erfahrungen zu bündeln und den Fokus darauf zu richten, was wir für die Zukunft brauchen. Jetzt müssen wir den Schwung mitnehmen und strategisch planen, um nicht erst zu reagieren, wenn es schon brennt“, so die Analyse von Sebastian Kühnel, Geschäftsführer für Bildung beim Unternehmerverband.

Mehr Aktivität, weniger Reaktivität forderte auch Professorin Birgit Ziegler von der TU Darmstadt in ihrem Vortrag: „Wir müssen vom Reagieren mehr ins Gestalten kommen.“ Die geschäftsführende Direktorin des Instituts für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik an der TU Darmstadt ist zugleich Mitglied der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz und gab in ihrem Vortrag Impulse aus wissenschaftlicher Sicht, exemplarisch für die Berufsschulen.

Auch die bildungspolitischen Sprecher aus dem Landtag, Christoph Degen (SPD), Dr. Horst Falk (CDU), Elisabeth Kula (Die LINKE), Daniel May (Bündnis 90/Die Grünen) und Moritz Promny (FDP) skizzierten bei der Veranstaltung ihre Sicht zur Digitalisierung im hessischen Bildungssystem. Bei allen Unterschieden bestand Einigkeit darin, dass es auch in Zukunft weitere Anstrengungen braucht. Als konkrete Handlungsfelder verwiesen die Politiker auf die Fortführung des DigitalPakts, die Novellierung des Lehrkräftebildungsgesetzes und des Schulgesetzes, die Integration von Learning Analytics und die Notwendigkeit von Beratungsstrukturen.

Lösungsvorschläge stellte die VhU im Rahmen der Veranstaltung mit dem Positionspapier „Digitale Bildung“ vor. So schlägt der Unternehmerverband vor, die Investitionen über die DigitalPakte zu evaluieren und weiterzuentwickeln, eine Digitalisierungsoffensive für Berufsschulen zu starten und eine hessische Serviceagentur „Digitale Bildung“ als zentrale Beratungseinheit zu gründen. Unerlässlich sei auch, das Fach Informatik zu stärken.

„Während andere Bundesländer den Stellenwert von IT erkannt haben und Informatik als Pflichtfach etablieren, ist die informatische Bildung in Hessen ein Stück weit dem Zufall und der Wahlfreiheit überlassen. Das kann so nicht bleiben, wollen wir unsere Schülerinnen und Schüler in Hessen zukunftsfähige Kompetenzen und Fertigkeiten vermitteln“, so Kühnel, der zudem für eine einheitliche Strategie für Datenschutz in Bildungseinrichtungen plädierte: „Wir brauchen Verlässlichkeit und keinen bunten Blumenstrauß datenschutzrechtlicher Auslegungen – was in Mainz gilt, kann in Wiesbaden nicht falsch sein.“

Das gesamte Positionspapier finden Sie   unter diesem Link.

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Sebastian Kühnel

Sebastian Kühnel
Geschäftsführer Bildung und Gesellschaft