Impfen, testen und öffnen

Mang: „Digitaler Impfnachweis wird normales Leben schneller ermöglichen. Bund und Länder müssen jetzt Handy-App organisieren. Geschäftsreisende brauchen fälschungssichere Lösung, die weltweit akzeptiert wird.“

Frankfurt am Main. „Bund und Länder müssen jetzt einen digitalen Impfnachweis organisieren, damit alle gegen Covid-19 geimpften Menschen schneller wieder ein weitgehend normales Leben führen können.

Zu warten, bis alle ein Impfangebot erhalten, also etwa bis September, dauerte viel zu lange. Wer geimpft ist, soll selbstverständlich auf Reisen gehen dürfen. Bund und Länder müssen jetzt mit Hilfe privater Unter­nehmen eine App-basierte sichere Lösung fürs Handy organisieren“, sagte Wolf Mang, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) anlässlich der heutigen Pressekonferenz der Landesregierung zur Öffnungsstrategie und mit Blick auf das Treffen der Länderchefs mit der Kanzlerin nächste Woche.

Gerade für Geschäftsreisen zu Standorten und Kunden im Ausland brauche die exportstarke hessische Wirtschaft einen weltweit akzeptierten Impfnachweis, der fälschungssicher und einfach zu nutzen sei. Dafür reiche der gelbe Impfpass auf Papier nicht aus, sagte Mang und warnte: „Für Geschäftsleute kann das existenzentscheidend sein. Immer mehr Staaten und Airlines werden einen Impfnachweis verlangen.“

Wichtig sei, jetzt in die Planung und Umsetzung zu gehen, damit eine elektronische Lösung binnen einiger Wochen zur Verfügung stehe. Dazu müssten alle Impfstellen frühzeitig an die entsprechende digitale Infrastruktur angebunden werden.

Außerdem bekräftigte Mang die VhU-Forderung, die Quarantäneauflagen in Nachgang zu beruflichen Auslandsreisen praxistauglicher zu gestalten und zu verringern: „Die Quarantäneregeln wirken abschreckend. Sie sind überzogen und epidemiologisch nicht begründbar und müssen rasch korrigiert werden.“

Zügig durchimpfen sei das Gebot der Stunde. Die VhU begrüße, dass die Landesregierung die Priorisierung beim Vergabeverfahren ab dem 5. März anpasse und neben den über 70-Jährigen dann Impfungen u. a. für niedergelassene Ärzte und das medizinische Personal zulasse.

Er erneuerte die Aufforderung der VhU an die Landesregierung, ab März alle Geschäfte unter strikter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln inklusive Kontrollen wieder zu öffnen. Mang begrüßte die Strategie von Bund und Ländern, die Schnelltests massiv auszuweiten, und regte die Einbeziehung betriebsärztlicher Dienste an: „Für die Umsetzung innerbetrieblicher Schnelltestverfahren bei Beschäftigten stehen die betriebsärztlichen Dienste bereit. Sobald alle Risikogruppen mit Impfstoffen versorgt sind, könnten künftig die mehr als 12.000 Ärztinnen und Ärzte in Betrieben analog zur jährlichen Grippeschutzimpfung beim Start einer flächendeckenden Impfstrategie unterstützen.“

Zurück zur Übersicht