Interview Dirk Pollert mit „hessenschau extra“, 20:30 Uhr

Wie ist die derzeitige Corona-Lage in den Unter­nehmen?

1.    Wie ist die derzeitige Corona-Lage in den Unter­nehmen?
Unter­nehmen waren und sind während der Corona-Pandemie stets vergleichsweise sichere Orte und Gesundheitsschutz hat oberste Priorität. Unser Ziel ist und bleibt die schnellstmögliche Rückkehr in die betriebliche Normalität. Dies wird dadurch gefährdet, dass sich leider weiterhin zu viele Menschen in Deutschland nicht impfen lassen, ohne hierfür medizinische Gründe zu haben, die mangelnde Entschiedenheit der Politik, endlich Arbeitgebern das längst überfällige Frage- und Dokumentations-recht zum Impfstatus der Beschäftigten einzuräumen und endlich Vollgas beim Boostern zu geben. Hier wurde Zeit vertan und schlecht kommuniziert.

2.    Was klappt gut, wo gibt es Versäumnisse?
Unsere Betriebe haben geliefert. Seit Monaten leisten sie erhebliche Beiträge zur Pandemiebewältigung, etwa durch Hygienekonzepte, Impfungen durch Betriebsärzte und das umfangreiche Ermöglichen von Homeoffice, überall dort, wo die Aufgabe es zulässt.
Schlecht ist beispielsweise, dass ein unmissverständliches Frage- und Dokumentationsrecht den Arbeitgebern nicht schon früher eingeräumt wurde und die mangelnde Klarheit, welche Konsequenzen es hat, wenn sich Beschäftigte ohne medizinische Gründe nicht impfen lassen.

3.    Welche Regeln brauchen wir?
Das arbeitgeberseitige Frage- und Dokumentationsrecht zum Impfstatus der Beschäftigten ist der Schlüssel zu weiteren Verbesserungen beim Corona-bedingten Arbeitsschutz im Betrieb.
Zudem brauchen wir Klarheit, dass Testen und Impfen außerhalb der Arbeitszeit stattfindet, Ungeimpfte ihre Tests selber besorgen und dem Arbeitgeber nicht die Kosten auferlegt werden sowie Klarheit, dass ein Ungeimpfter, der seinen Arbeitsausfall zu vertreten hat, auch keine Entgeltfortzahlung erhält.

4.    Was fordern Sie von der Politik?
Die Politik darf unsere Betriebe nicht durch kleinteilige Regelungen zu Kontroll- und Nachweispflichten überfordern. Unsere Betriebe brauchen betriebliche Gestaltungsspielräume: In einem Industriepark mit vielen Arbeitgebern und mehreren tausend Beschäftigten auf einem Gelände sind zum Beispiel Testangebote und Dokumentationspflichten anders zu organisieren als in kleinen und mittleren Betrieben. Wir brauchen Vorlaufzeit, um die gesetzliche Änderung gut umzusetzen. Kontraproduktiv sind faktische Ansprüche auf Homeoffice.

5.    Was erwarten Sie von den Unter­nehmen?
Dass Sie weiterhin so gut mit ihren Beschäftigten den betrieblich passenden Corona-bedingten Arbeitsschutz organisieren und insbesondere, dass sie uns alle in diesen schwierigen Zeiten weiter mit guten Produkten und Dienstleistungen versorgen.

6.    Welche Probleme mit der Arbeitszeit könnte es bei den Kontrollen von 3G geben?
Es muss klar sein, dass Zeit für Tests und Kontrollen keine Arbeitszeit sind. Es kann zu Staus beim Zugang zu Betrieben kommen. Daher brauchen die Unter­nehmen auch Vorlaufzeiten, um die Prozesse zu organisieren.

7.    Welche Rolle spielen Unter­nehmen bei der Pandemiebekämpfung?
Sie versorgen uns alle trotz Pandemiebekämpfung weiterhin mit Produkten und Dienstleistungen, manche Unter­nehmen sogar mit Impfstoffen und medizinischen Geräten oder sie haben kurzfristig Masken angefertigt. Und die Unter­nehmen sorgen mit ihren Beschäftigten dafür, dass Betriebe vergleichsweise sichere Orte sind und ihre Beschäftigten dort im Homeoffice arbeiten können, wo es die Arbeitsaufgabe zulässt.

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Ansprechpartner
Ulrich Kirsch

Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse