IW MINT-Report und VhU-MINT-Messe

In Hessen fehlen 22.000 MINT-Arbeitskräfte // Pollert: „Alle Potenziale nutzen und Chancen der dualen Ausbildung aufzeigen.“ // In Offenbach und Odenwaldkreis schon 20 % ausländische MINT-Kräfte

Frankfurt am Main/Wiesbaden. Für hessische Unternehmen wird es immer schwieriger, ihre offenen MINT-Stellen (Mathematik, Informatik, Naturwissen-schaften, Technik) mit geeigneten Fachkräften zu besetzen.

Sie müssen deshalb in ihrer Strategie zur Fachkräftesicherung alle Potenziale nutzen Das belegt der MINT Herbstreport 2018 des Instituts der deutschen Wirtschaft. Und sie engagieren sich in vielfältiger Weise, um insbesondere Schülerinnen und Schüler für MINT-Berufe zu begeistern. Das zeigt z. B. auch die ungebrochen hohe Teilnehmerzahl an der VhU-MINT-Messe im hessischen Landtag.

„Im Oktober 2018 zählte die MINT Lücke in Hessen rund 22.000 Stellen, die nicht durch das Arbeitskräftepotenzial auf dem Arbeitsmarkt besetzt werden konnten. Das sind noch einmal 3.000 offene Stellen mehr als im Frühjahr. Der Druck auf die Unternehmen steigt, ihre Stellen zu besetzen, und das zeigt: Wir steuern in den MINT-Berufen nicht auf einen Fachkräftemangel zu, wir sind schon mittendrin“, so die Schlussfolgerung von Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), zu den Ergebnissen des Herbstreports.

Insbesondere Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung fehlten in Hessen. „Hier standen den 16.500 offenen Stellen rund 5.700 Arbeitssuchende mit entsprechenden Qualifikationen gegenüber. Kurzum, die Nachfrage der Unternehmen kann bei weitem nicht vom Arbeitskräfteangebot gedeckt werden“, so Pollert. Diese Entwicklung werde sich in Zukunft auch noch einmal durch den demografischen Wandel erheblich verstärken. „Im Schnitt ist jeder fünfte Mitarbeiter in den hessischen MINT-Berufen älter als 55 Jahre. Auch wenn Hessen hier im Bundesdurchschnitt liegt, heißt das für die Unternehmen, sich neben dem akuten Bedarf von heute auch auf den Ersatzbedarf von morgen einzustellen. Je älter die Belegschaft, umso wichtiger die Nachwuchsgewinnung!“

Dazu zähle auch, so Pollert, verschiedene Zielgruppen in den Blick zu nehmen, beispielsweise ausländische Fachkräfte: „Hier sind die hessischen Unternehmen im bundesweiten Vergleich bereits sehr aktiv. Rund jeder zehnte MINT-Beschäftigte stammt aus dem Ausland. Damit liegt Hessen als eines von fünf Ländern über dem bundesweiten Durchschnitt.“ Innerhalb Hessens habe der Odenwaldkreis und Offenbach am Main mit rund 20 Prozent den größten Anteil ausländischer Beschäftigter an allen Beschäftigten in MINT-Berufen. Vor allem in Südhessen hätten die Unternehmen das Potenzial erkannt und besetzten Stellen überdurchschnittlich mit Fachkräften aus dem Ausland.

Die Beschäftigung von ausländischen Mitarbeitern reiche aber bei weitem nicht aus, den Bedarf in Zukunft zu decken. Unternehmen und auch die VhU engagierten sich auf vielfältige Weise, um insbesondere Schülerinnen und Schüler für MINT-Berufe zu begeistern. „Ein Beispiel hierfür ist die MINT Messe hessischer Schulen, die wir heute schon zum fünfzehnten Mal durchführen“, so Pollert. Unterstützung erwartet der VhU Hauptgeschäftsführer aber auch von der Politik: „Das reicht von einem stärkeren Fokus auf die MINT-Fächer in den Schulen bis hin zu einer ausgewogenen und fundierten Studien- und Berufsorientierung. Die MINT-Berufe bieten Jugendlichen beste Chancen, gerade auch mit einer dualen Ausbildung. Junge Menschen davon zu überzeugen, da sind wir alle gefordert – Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Politiker, Lehrer und Eltern“.

 Der Report als pdf-Datei

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