Keine Fahrverbote in Frankfurt

Avenarius: „Gute Luft auch ohne Fahrverbote.“ / Rohletter: „Frankfurts Umland mit Bussen und Bahnen noch besser anbinden.“

Frankfurt am Main. Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) begrüßt, dass es weiterhin keine Fahrverbote in Frankfurt geben wird. „Es ist erfreulich, dass die Stickstoffdioxid-Grenzwerte ohne Fahrverbote eingehalten werden. Das ist gewiss auch eine Folge des Verkehrsrückgangs aufgrund der Corona-Pandemie. Aber vieles deutet darauf hin, dass die Belange des motorisierten Verkehrs und der Umwelt durch intelligente Maßnahmen vereinbar sind“, sagte Friedrich Avenarius, Geschäftsführer der VhU-Geschäftsstelle Rhein-Main-Taunus.

„Die Beschäftigten in unseren Betrieben benötigen saubere Luft wie alle Menschen. Aber sie brauchen auch möglichst freie Fahrt in hessischen Innenstädten. Pendler, Handwerker und Lieferdienste sind auf schnelle Verkehrswege angewiesen, genauso die Kunden von Geschäften, Gaststätten und Freizeiteinrichtungen. Deshalb ist es gut, dass die Stadt auf mehr und bessere Mobilität setzt“, betonte Avenarius. ÖPNV-Angebote ausbauen, Ampelschaltungen optimieren, Verkehrsströme verflüssigen und Intermodalität fördern, das seien richtige Ansätze, die die neue Stadtregierung in Frankfurt beherzigen solle.

In Frankfurt und in nahezu allen anderen Städten Hessens müsse das öffentliche Verkehrsangebot erweitert werden, ergänzte Klaus Rohletter, Vorsitzender des VhU-Verkehrsausschusses und Vorstandsvorsitzender der Bauunternehmung Albert Weil AG in Limburg. „Nicht der Autoverkehr muss reduziert werden, sondern ÖPNV-Angebote oder die intermodale Vernetzung der Verkehrsmittel müssen erweitert und ausgebaut werden. Straßenzüge überall zurückzubauen und den motorisierten Individualverkehr pauschal zurückzudrängen, sind falsche Ansätze. Insbesondere auch das Frankfurter Umland muss im ÖPNV noch besser angeschlossen werden, beispielsweise über den Ausbau von Park-und-Ride-Plätzen oder Schnellbusverbindungen. Einschnitte in den Straßenverkehr führen kurz- und mittelfristig nicht zu weniger Verkehr, sondern zu mehr Staus.“

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