Monitoringbericht Energiewende in Hessen 2018

Pollert: "Strompreise nicht mehr wettbewerbsfähig. Koalitionsvertrag muss Maßnahmen gegen hohe Strompreise enthalten!"

Frankfurt am Main. "Der heute vorgestellte Monitoringbericht Energiewende in Hessen 2018 zeigt erneut, dass der Wirtschaftsstandort Hessen aufgrund der staatlichen Strompreisverteuerung einen schweren Wettbewerbsnachteil hat.

Hessische Industrieunternehmen zahlen mit durchschnittlich 17 Cent pro Kilowattstunde rund doppelt so viel wie Wettbewerber in wichtigen europäischen Staaten und rund dreimal so viel wie in den USA. Es muss endlich Schluss sein mit der Energiepolitik nach dem Motto ‚koste es, was es wolle‘, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).

Pollert verwies auf die großen Risiken, die die staatlich verursachte Verteuerung des Produktionsfaktors Strom mit sich bringe: "Strom ist der Rohstoff der Digitalisierung. Die Politik redet gerne von den Chancen von Industrie 4.0, hängt den Unternehmen aber gleichzeitig einen kaum zu schulternden Rucksack um: Während der BIP-Preisindex seit dem Jahr 2000 um nur 25 Prozent gestiegen ist, haben sich die Ausgaben der Industrieunternehmen für Strom im selben Zeitraum um 146 Prozent erhöht. So verspielt die Politik die Chancen der Digitalisierung."

Doch nicht nur die Industrie, auch Privathaushalte litten unter der "maßlosen Energiepolitik". "Das Bruttoeinkommen in Deutschland ist seit dem Jahr 2000 um gut ein Drittel gestiegen. Der Strompreis hat sich seither aber glatt verdoppelt – auch das zeigt der Monitoringbericht. Das Geld, das den Haushalten durch die Energiepolitik entzogen wird, steht ihnen für andere Dinge nicht zur Verfügung. Das schwächt den Binnenkonsum und schadet gerade Unternehmen aus Handel und Gewerbe."

Pollert forderte CDU und Grüne auf, sich im Koalitionsvertrag für Hessen auf Maßnahmen zu einigen, die den Strompreis für Haushalte und Wirtschaft schnell und spürbar senken. Der Koalitionsvertrag in Nordrhein-Westphalen könne als Vorbild für eine wirtschafts- und verbraucherfreundliche Politik nach der Landtagswahl dienen. "Die Landesregierung muss endlich die Bezahlbarkeit in den Mittelpunkt ihrer Energiepolitik stellen. Ein erster Schritt wäre es, dass sich Hessen gemeinsam mit NRW dafür einsetzt, Subventionierung neuer Ökostromanlagen schnellstmöglich zu beenden!"

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Vladimir von Schnurbein

Dr. Vladimir von Schnurbein
Leiter Energie-, Umwelt- und Klimapolitik