Teams und Co. in den hessischen Schulen im neuen Schuljahr weiter nutzen

Pollert: „Wir müssen den digitalen Schub aus der Pandemie für die Schulen in Hessen mitnehmen, nicht ausbremsen.“

Frankfurt am Main. „Die Digitalisierung an den Schulen hat durch die Pandemie deutlich Fahrt aufgenommen. Und in Hessen treten wir ab dem kommenden Schuljahr auf die Bremse“, befürchtet Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), angesichts der auslaufenden Duldung von Teams und vergleichbaren digitalen Tools zum Ende des Schuljahres. Die VhU spreche sich deshalb dafür aus, die Nutzung im kommenden Schuljahr und darüber hinaus zu ermöglichen.

„Die Nutzung ist bis Ende Juli erlaubt und hat digitales Distanzlernen überhaupt erst ermöglicht. Jetzt wird auf eine hessische Lösung zum neuen Schuljahr verwiesen und das soll es gewesen sein. Das sehen wir aus mehreren Gründen kritisch. Einer davon ist, dass wir skeptisch sind, ob die angekündigte Plattform mit Beginn des Schuljahresstarts einen ähnlichen Funktionsumfang haben wird“, so Pollert, der darauf verweist, dass Erfahrungswerte und Lerneffekte beispielsweise im Rahmen der Kooperation zwischen Berufsschulen und Ausbildungsunternehmen verloren gingen. Ob beispielsweise Lehrkräfte die hessische Plattform für den Austausch mit Ausbilderinnen und Ausbildern nutzen können, dürfte nach Meinung des VhU Hauptgeschäftsführers fraglich sein.

Pollert gibt zudem zu bedenken, dass der Umgang mit Standardsoftware auf ein späteres Berufsleben vorbereite. „Die Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler mit digitalen Tools lernen, zählen zu Schlüsselkompetenzen in den Unter­nehmen. Deshalb ist es schon absurd, wenn in den Schulen auf Angebote verzichtet wird, die in der Wirtschaft zum Standard zählen. Übrigens auch bei solchen Unter­nehmen, die aufgrund ihres Geschäftsmodells hochsensible Daten schützen müssen.“

Selbstverständlich müssten Bildungseinrichtungen beim Einsatz von privaten Softwarelösungen rechtssicher agieren. Allerdings mahnt Pollert eine einheitliche und transparente Anwendung an: „Wenn etwa Teams in Österreich an den Schulen ohne datenschutzrechtliche Bedenken zum Einsatz kommt und in Rheinland-Pfalz für ein weiteres Schuljahr befristet wird, ist es schwer nachvollziehbar, wieso das in Hessen nicht möglich sein soll.“

Der VhU Hauptgeschäftsführer wirbt für pragmatische Ansätze und Lösungen, zum Beispiel Selbstverpflichtungen der Lizenzgeber und Raum für Anpassungen seitens der Anbieter. Pollert: „Zumindest sollte eine realistische Übergangsphase mitgedacht werden, das schafft für alle Beteiligten mehr Sicherheit. Mit einem Übergang stampft man auch nicht von heute auf morgen gut erprobte Tools ein. Eine solche Kehrtwende wäre beim Fach Projektmanagement im Unter­nehmen bestenfalls eine Fünf.“

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Sebastian Kühnel

Sebastian Kühnel
Geschäftsführer Bildung und
Gesellschaft