VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im April 2018

Pollert: „Es gibt zahlreiche Jobchancen für Langzeitarbeitslose. Deshalb brauchen wir keinen sozialen Arbeitsmarkt!“

Frankfurt am Main. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im April 2018 um 3.137 auf rund 157.860 gefallen. „Auch dank der Hartz-Reformen ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Hessen seit 2005 um 25.000 auf rund 60.000 zurückgegangen.

 Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der sozialversichert Beschäftigten um 500.000 auf 2,5 Millionen. Der hessische Arbeitsmarkt bietet Chancen für alle, auch für Langzeitarbeitslose. Denn allein in den letzten fünf Jahren sind in Hessen rund 80.000 neue Jobs ohne Anforderungen an die formale Qualifikation – sogenannte Helfertätigkeiten - entstanden. Deshalb brauchen wir keinen großflächigen sozialen Arbeitsmarkt mit öffentlich geförderter Beschäftigung. Hiervon würde am meisten die Helferindustrie profitieren“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).

Diese Form von öffentlicher Beschäftigung sei ohnehin nur eine teure Scheinlösung. „Ein sozialer Arbeitsmarkt oder auch solidarisches Grundeinkommen wie es neuerdings heißt, vermittelt Arbeitslosen den Eindruck, dass sie einer regulären Beschäftigung nachgehen. Das hindert sie, nach einer sozialversicherten Tätigkeit zu suchen und führt sie in eine Sackgasse. Deshalb darf öffentliche Beschäftigung immer nur kurzfristig und in sehr engen Grenzen eingesetzt werden. Auf keinen Fall jedoch als zusätzlicher Schein-Arbeitsmarkt“, sagte Pollert.

„Damit Langzeitarbeitslose in Beschäftigung kommen, dürfen die Jobcenter nicht lockerlassen und müssen konsequent eigene Anstrengungen bei der Jobsuche einfordern. Sie sollten die individuellen Fähigkeiten, Stärken und Qualifikationen der Arbeitslosen detailliert erfassen und für eine passgenaue Beratung, Förderung und Vermittlung nutzen. Aktuell sind immerhin zwei Drittel aller Hartz-IV-Empfänger, die eine sozialversicherte Beschäftigung aufnehmen, nach einem Jahr noch sozialversichert beschäftigt. Das ist deutlich mehr, als noch vor einigen Jahren, aber immer noch zu wenig. Deshalb sollten die Jobcenter gerade Langzeitarbeitslose nach der Beschäftigungsaufnahme weiter begleiten und ihnen helfen, wieder dauerhaft im Erwerbsleben Fuß zu fassen“, sagte Pollert.

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Stefan Hoehl

Dr. Stefan Hoehl
Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik