VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im April 2019

Pollert: „Mit Vollzeit statt Teilzeit könnten viele aus Arbeitslosengeld II herauskommen!“ // Selbstständige im Leistungsbezug stärker in den Fokus nehmen.

Frankfurt am Main. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im April um 3.230 auf 148.449 gefallen. Das ist der niedrigste Stand in einem April seit 27 Jahren.

Hessen ist im April um 3.230 auf 148.449 gefallen. Das ist der niedrigste Stand in einem April seit 27 Jahren. „Um noch mehr Menschen ein selbstbestimmtes Leben in Arbeit zu ermöglichen, sollten die Jobcenter jeden, der Vollzeit arbeiten kann, auch in eine Vollzeit-Tätigkeit vermitteln. Denn viele Arbeitslosengeld-II-Bezieher in Hessen sind nur deshalb im Leistungsbezug, weil sie Teilzeit arbeiten oder einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen, die nicht zum Leben reicht“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).

Über 80 Prozent der gut 70.000 Arbeitnehmer in Hessen, die ergänzend Arbeitslosengeld II beziehen (sog. Aufstocker), hätten lediglich einen Hinzuverdienst aus einer Teilzeitarbeit. „Die Jobcenter müssen diejenigen, die für Vollzeit in Frage kommen, gezielt ansprechen und sie in eine Vollzeit-Tätigkeit vermitteln. Hierzu gehört auch, dass sie von den Leistungsempfängern konsequent eigene Anstrengungen zur Vollzeit-Arbeitssuche verlangen. Denn mit Vollzeitarbeit könnten viele Teilzeit-Arbeitnehmer aus dem Arbeitslosengeld-II-Bezug kommen“, sagte Pollert.

Pollert ergänzte, dass die Jobcenter auch die fast 5.000 selbständig erwerbstätigen Arbeitslosengeld-II-Bezieher in Hessen stärker in den Fokus nehmen müssten. „Selbstständige, deren Tätigkeit dauerhaft nicht zum Leben reicht, sind als Arbeitnehmer in Vollzeit deutlich besser dran. Die Jobcenter dürfen Selbstständige deshalb nicht zu Dauerleistungsbeziehern werden lassen, sondern müssen rechtzeitig einschreiten und sie in offene Vollzeitstellen vermitteln. Die meisten selbstständigen Aufstocker in Hessen leben in Frankfurt oder Wiesbaden. Deshalb sind diese beiden Jobcenter besonders in der Verantwortung. Für Leistungsbezieher mit gesundheitlichen Einschränkungen müssen die hessischen Jobcenter bei Bedarf medizinische Reha-Maßnahmen einleiten, damit die Gesundheit so gut wie möglich wieder hergestellt wird. Schnelles Handeln ist besonders wichtig, damit keine chronischen Erkrankungen entstehen, die Vollzeitarbeit auf Dauer verhindern“, sagte Pollert.

Weiterführende Informationen:  Erwerbstätige erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach Art der Erwerbstätigkeit in Hessen

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Stefan Hoehl

Dr. Stefan Hoehl
Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik