VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im August 2019

Pollert: „Über 1,1 Millionen Hessen pendeln zur Arbeit“ / Verkehrswege verbessern, ÖPNV stärken, mehr Wohnraum insbesondere in den Städten und Ballungszentren schaffen

Frankfurt/Main. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im August leicht um 735 auf 152.409 gefallen. „Obwohl es auch deutliche Anzeichen für einen möglichen Abschwung gibt, ist die Lage am Arbeitsmarkt weiterhin gut.

Ein möglichst hoher Beschäftigungsstand – und damit Arbeitseinkommen, Steuern und Beiträge – steht und fällt mit einer leistungsfähigen Verkehrs-Infrastruktur und genügend Wohnraum in den Ballungsgebieten. Denn über 1,1 Millionen Hessen pendeln täglich zur Arbeit in einen anderen Landkreis und über 34.000 Stunden hat die Stauampel in Hessen 2018 auf rot gestanden. Deshalb müssen jetzt die hessische Landesregierung und die Kommunen handeln: Wir brauchen deutlich höhere Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, ein größeres Angebot im öffentlichen Personennahverkehr und gute Rahmenbedingungen für mehr Wohnraum in den Städten“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU).

„Arbeit gibt es nicht nur in den Ballungsgebieten. Auch die Unternehmen auf dem Land müssen gut angebunden werden. Alle Autobahnprojekte, insbesondere die A44 und A49 in Nordhessen sowie der Ausbau rund um Frankfurt müssen deshalb zügig umgesetzt werden, damit Pendler schnell und stressfrei zu ihrem Arbeitsplatz kommen. Auch der öffentliche Personennahverkehr muss für noch viel mehr Pendler eine attraktive Alternative werden. Es bringt deshalb nichts, die Preise zu senken, wenn Busse und Bahnen zu selten fahren. Das Angebot im Bus- und Bahnverkehr muss massiv ausgebaut werden, um die hessischen Ballungsräume vor dem Verkehrskollaps zu retten und Arbeit auf dem Land attraktiver zu machen“, sagte Pollert.

Damit mehr Hessen dort leben könnten, wo sie auch arbeiteten, müsse das Wohnungsangebot insbesondere in den Städten und Ballungszentren deutlich erhöht werden. „Die hessische Landesregierung muss den Wohnungsbau für private Investoren und Vermieter attraktiver machen, indem sie die Bau- und Immobilienmärkte weiter dereguliert und Normen und oft langwierige Genehmigungsprozesse kritisch auf den Prüfstand stellt. Es ist gut, dass die Koalition beabsichtigt, den Kommunen finanzielle Anreize im Kommunalen Finanzausgleich zu geben, damit sie mehr neue Bauflächen zur Verfügung stellen. Ohne weitere Bautätigkeit in den Städten wird es keine Entspannung bei den Mieten geben“, sagte Pollert.

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