VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im Dezember 2017

Pollert: „Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen hat einen Migrationshintergrund“ / Entscheidende Schlüssel sind bessere Bildung und Ausbildung

Frankfurt am Main. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Monat Dezember 2017 um 88 auf 156.353 gefallen. Für das Gesamtjahr 2017 ergibt sich ein Jahresdurchschnitt von 166.287 Arbeitslosen, der niedrigste Wert seit 24 Jahren. Der Arbeitsmarkt ist damit weiterhin auf Erfolgskurs. „Menschen mit Migrationshintergrund sind leider immer noch besonders häufig arbeitslos. Die Hauptursachen hierfür sind fehlende Qualifikationen und mangelnde Sprachkenntnisse. Das muss dringend besser werden, denn der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Hessen wächst deutlich: Bei den 18 bis 64-jährigen hat nur jeder vierte einen Migrationshintergrund, bei den unter 6-jährigen hingegen schon fast jeder zweite. Die entscheidenden Schlüssel sind bessere Bildung und Ausbildung“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. (VhU).

Die deutsche Sprache sei Grundvoraussetzung für eine gute Qualifikation und bessere Erwerbschancen. „Die Bildungspolitik des Landes muss dafür sorgen, dass gerade junge Ausländer und Menschen mit Migrationshintergrund so früh wie möglich Deutsch lernen, um gute Voraussetzungen für Schule und Ausbildung zu haben. Wir freuen uns, dass die Landesregierung Sprache und Bildung in ihrem Integrationsplan an erste Stelle gesetzt hat und die frühkindliche und vorschulische Bildung als oberste Priorität sieht. Dieses Versprechen muss sie jetzt halten und auch den Erfolg ihrer Maßnahmen laufend überprüfen“, sagte Pollert.

„Erfreulicherweise waren zuletzt rund zwei Drittel der Menschen mit ausländischen Wurzeln in Hessen erwerbstätig und in so gut wie allen Berufen vertreten - vom Professor bis zum Angelernten. Auf der anderen Seite hat aber auch mehr als die Hälfte der Arbeitslosen in Hessen einen Migrationshintergrund – überproportional viele. Grund hierfür ist das verglichen mit der Gesamtbevölkerung niedrigere Qualifikationsniveau: Mehr als jeder dritte Migrant hat überhaupt keinen Berufsabschluss, während es im Rest der Bevölkerung nur 10 Prozent sind. Nur 40 Prozent der Migranten haben bislang eine betriebliche Ausbildung abgeschlossen. Bei den Menschen ohne Migrationshintergrund sind es hingegen fast 60 Prozent. Daher wirbt die Wirtschaft gerade für die Möglichkeiten und Perspektiven einer betrieblichen Ausbildung. Denn die hessischen Unternehmen suchen Mitarbeiter mit Kenntnissen in Theorie und betrieblicher Praxis - und das ganz unabhängig von der Herkunft“, sagte Pollert.

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Stefan Hoehl

Dr. Stefan Hoehl
Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik