VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im März 2019

Pollert:"Über 1,1 Millionen Hessen pendeln zur Arbeit" / Verkehrswege verbessern, ÖPNV stärken, mehr Wohnraum in den Städten schaffen

Frankfurt am Main. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im März um 4.000 auf 151.679 gefallen, den niedrigsten Stand seit 27 Jahren. "Dank der weiterhin guten Lage am Arbeitsmarkt sind inzwischen rund 2,5 Millionen Hessen sozialversichert beschäftigt und damit so viele wie noch nie.

Dieser Beschäftigungsrekord – und damit Arbeitseinkommen, Steuern und Beiträge – steht und fällt mit einer leistungsfähigen Verkehrs-Infrastruktur und genügend Wohnraum in den Ballungsgebieten. Denn über 1,1 Millionen Hessen pendeln täglich zur Arbeit in einen anderen Landkreis. Aber 34.000 Stunden hat die Stauampel in Hessen 2018 auf rot gestanden. Jetzt müssen die hessische Landesregierung und die Kommunen handeln: Wir brauchen deutlich höhere Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, ein größeres Angebot im öffentlichen Personennahverkehr und gute Rahmenbedingungen für mehr Wohnraum in den Städten", sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V. (VhU).

"Arbeit gibt es nicht nur in den Ballungsgebieten. Auch die Unternehmen auf dem Land müssen gut angebunden werden. Alle Autobahnprojekte, insbesondere die A44 und A49 in Nordhessen sowie der Ausbau rund um Frankfurt müssen deshalb zügig umgesetzt werden, damit Pendler schnell und stressfrei zu ihrem Arbeitsplatz kommen. Auch der öffentliche Personennahverkehr muss für noch viel mehr Pendler eine attraktive Alternative werden. Es bringt deshalb nichts, die Preise zu senken, wenn Busse und Bahnen zu selten fahren. Das Angebot im Bus- und Bahnverkehr muss massiv ausgebaut werden, um die hessischen Ballungsräume vor dem Verkehrskollaps zu retten und Arbeit auf dem Land attraktiver zu machen", sagte Pollert.

Damit mehr Hessen dort leben könnten, wo sie auch arbeiteten, müsse das Wohnungsangebot in den Städten deutlich erhöht werden. "Die hessischen Kommunen müssen mehr Grundstücksflächen für den Wohnungsbau zur Verfügung stellen. Ohne weitere Bautätigkeit in den Städten wird es keine Entspannung bei den Mieten geben", sagte Pollert.

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Stefan Hoehl

Dr. Stefan Hoehl
Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik