VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im Mai 2018

Pollert: „Doppelt so viele Arbeitnehmer über 55 Jahren in Arbeit, Vermittlungschancen stark gestiegen“

Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Mai 2018 um 4.485 auf 153.375 gefallen. Mit rund 2,6 Millionen waren noch nie so viele Menschen in Arbeit. Der Arbeitsmarkt befindet sich damit unverändert in glänzender Verfassung.

„Zu den Gewinnern am Arbeitsmarkt gehören erfreulicherweise auch immer mehr Ältere. Die Zahl der sozialversichert Beschäftigten über 55 hat sich seit 2005 von 230.000 auf über 460.000 mehr als verdoppelt. Inzwischen ist fast jeder Zweite im Alter zwischen 55 und 65 Jahren in Hessen sozialversichert beschäftigt. Und auch die Chancen älterer Arbeitsloser auf Beschäftigung sind doppelt so gut wie noch vor 15 Jahren. Die hessischen Unternehmen schätzen die Fachkenntnisse und Erfahrungen älterer Arbeitnehmer und nutzen diese gerne“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU).

„Es wären sogar noch höhere Beschäftigungszahlen möglich. Jedoch haben die abschlagsfreien Renten mit 63 bzw. 65 deutschlandweit bereits rund eine Million Arbeitnehmer – in Hessen rund 60.000 - vorzeitig aus dem Erwerbsleben geführt. Diese abschlagsfreien Frührenten sind ein unverantwortliches Rentengeschenk und verschärfen den Fachkräftemangel. Die Politik darf die für eine stabile Rentenversicherung und unsere Fachkräftebasis unverzichtbare Anhebung des Rentenalters auf 67 nicht länger torpedieren und sollte die abschlagsfreie Rente mit 63 bzw. 65 besser heute als morgen beenden“, erklärte Pollert.

Pollert ergänzte, dass die aktive Generation nicht länger die Kosten einer verfehlten Frühverrentungspolitik schultern könne. „Auch ältere Arbeitslose dürfen nicht ohne Not in die Rente geschickt werden. Arbeitsagenturen und Jobcenter sollten stattdessen ihre Bemühungen zur zeitnahen Vermittlung in Arbeit noch einmal verstärken. Weiter vorankommen müssen wir auch bei den Rehabilitationsmaßnahmen. Krankenkassen, Rentenversicherung und Arbeitsagentur müssen die Gesundheit von Arbeitnehmern und Arbeitslosen noch besser unterstützen“, sagte Pollert.

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Stefan Hoehl

Dr. Stefan Hoehl
Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik