VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im Mai 2019

Pollert: „Hessen muss zum Magneten für ausländische Fachkräfte werden“ // Arbeitgeber und Zuwanderer brauchen Fachkräfteeinwanderungsgesetz und schnelle und transparente Verwaltungsverfahren

Frankfurt am Main. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Mai um 481 auf 148.930 gestiegen. Trotz des leichten Anstiegs ist dies der niedrigste Stand in einem Mai seit 27 Jahren.

„Zwar gibt es bereits deutliche Anzeichen, dass sich die Wirtschaft eintrüben wird. Trotzdem sind die hessischen Unternehmen weiter dringend auf mehr qualifizierte Zuwanderung angewiesen, etwa im Handwerk, im Baugewerbe, den Gesundheitsberufen sowie in technischen und IT-Berufen. Denn qualifizierte Mitarbeiter aus dem Ausland integrieren sich schnell und bringen Wirtschaft und Gesellschaft weiter. Sie nehmen niemandem den Arbeitsplatz weg, sondern schaffen im Gegenteil mit ihrer Produktivität neue Beschäftigungschancen für andere“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Hessischen Unternehmerverbände. „Damit Hessen zum Magneten für ausländische Fachkräfte wird, brauchen die hessischen Unternehmen endlich ein attraktives Fachkräfteeinwanderungsrecht mit schnellen und transparenten Verwaltungsverfahren im Ausland und vor Ort in Hessen.“

In Hessen seien 2017 aber nur rund 9.000 Aufenthaltstitel zur Aufnahme einer qualifizierten Erwerbstätigkeit erteilt worden. „Die rund 80.000 aus humanitären Gründen oder zur Familienzusammenführung erteilten Aufenthaltstitel können das Fachkräfteproblem leider nicht lösen. Erfreulicherweise nehmen zwar immer mehr Flüchtlinge eine Beschäftigung auf, die Mehrzahl aber in Jobs, für die man nur wenige Qualifikationen braucht“, sagte Pollert. Die hessische Wirtschaft benötige aber vor allem qualifizierte Fachkräfte.

Der Entwurf des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes enthalte viele wichtige Verbesserungen, wie einen erleichterten Arbeitsmarktzugang für IT-Kräfte oder die Möglichkeit für Personen mit Berufsausbildung, zur Arbeitsplatzsuche nach Deutschland zu kommen. „Willkommensstrukturen sind mindestens genauso wichtig wie eine Willkommenskultur. Echte Verbesserungen lassen sich deshalb nur erreichen, wenn die hessischen Ausländerbehörden, die Bundesagentur für Arbeit und die Auslandsvertretungen das notwendige Personal an der richtigen Stelle einsetzen und mit kompatiblen IT-Systemen ausgestattet werden. Auch die vorgesehene zentrale hessische Ausländerbehörde für den Bereich der Ausbildungs- und Erwerbsmigration kann erheblich zur Vereinfachung beitragen. Denn der bisherige Behördenmarathon verhindert, dass Arbeitgeber und qualifizierte Bewerber aus dem Ausland zusammenfinden“, sagte Pollert.

Hinweis: Die Bundesagentur für Arbeit weist darauf hin, dass sich die aktuelle Überprüfung des Arbeitslosenstatus in den Jobcentern in Form der Gemeinsamen Einrichtung erhöhend auf die Zahl der Arbeitslosen auswirken kann. Die BA schätzt dadurch hessenweit eine Erhöhung der Arbeitslosenzahl im SGB-II-Bereich der Gemeinsamen Einrichtungen um "mehr als 1 und bis zu 2 Prozent". https://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Service/downloads/Pruefaktion-gE-Status-Alo.xlsx

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Ansprechpartner
Stefan Hoehl

Dr. Stefan Hoehl
Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik