VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im Oktober 2019

Pollert: „Qualifizierte Einwanderer nicht länger durch lange Wartezeiten und komplizierte Verfahren abschrecken“ / Landesregierung soll aus Flickenteppich zentrale Ausländerbehörden in den Regierungsbezirken schaffen

Frankfurt/Main. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Oktober um 233 auf 146.519 gefallen. „Die Anzeichen, dass sich die Wirtschaft eintrübt, verdichten sich immer mehr.

Gleichzeitig gibt es aber auch über 100.000 offene Stellen, die zum Teil nur schwer oder gar nicht besetzt werden können, etwa im Handwerk, im Baugewerbe, den Gesundheitsberufen sowie in technischen und IT-Berufen. Deshalb freuen wir uns, dass im März 2020 endlich das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft tritt. Jetzt müssen aber auch die notwendigen Verwaltungsstrukturen geschaffen werden, damit qualifizierte Personen von außerhalb der EU nicht länger durch lange Wartezeiten und komplizierte Verfahren abgeschreckt werden. Je eine zentrale Ausländerbehörde in den drei Regierungsbezirken Kassel, Gießen und Darmstadt würden wirksam die Verfahren beschleunigen“, empfahl Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Hessischen Unternehmerverbände.

„In Hessen gibt es insgesamt 31 relativ kleine Ausländerbehörden, die für die Umsetzung des Aufenthaltsrechts zuständig sind. Deutschlandweit sind es rund 600. Dieser kleinteilige Flickenteppich führt in der Praxis dazu, dass viele Ausländerbehörden überlastet sind und kein vertieftes Fachwissen aufbauen können, sodass Antragsteller lange warten müssen und gleiche Sachverhalte in verschiedenen Behörden oft unterschiedlich entschieden werden. Für Arbeitgeber und Zuwanderer bedeutet dies häufig Unsicherheit und Frustration. Die Hessische Landesregierung muss deshalb zügig die im Fachkräfteeinwanderungsgesetz geforderten zentralen Ausländerbehörden für Auszubildende und Erwerbstätige aus Drittstaaten schaffen“, sagte Pollert.

Pollert ergänzte: „Qualifizierte Mitarbeiter aus dem Ausland integrieren sich schnell und bringen Wirtschaft und Gesellschaft weiter. Sie nehmen niemandem den Arbeitsplatz weg, sondern schaffen im Gegenteil mit ihrer Produktivität neue Beschäftigungschancen für andere. Damit helfen sie der hessischen Wirtschaft, Fachkräftelücken zu schließen und Wachstumspotenziale zu nutzen.“

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