VhU zur Bewertung Hessens im „Bildungsmonitor 2020“

Pollert: „Positiver Trend in Hessen ist erfreulich“ / Stärken Hessens bei Integration und geringem Schulabbruch / Wirtschaft sieht Handlungsbedarf bei Investitionen und Ausgaben

Frankfurt am Main. Hessens Bildungssystem macht einen Sprung im „Bildungsmonitor 2020“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln): Von Platz zehn kletterte Hessen in der jährlichen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft hoch auf Platz sieben.

 „Das ist natürlich sehr erfreulich. Hier kommt uns zu Gute, dass das hiesige Bildungssystem sehr stark bei der Integration ist“, kommentierte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der hessischen Unternehmerverbände (VhU), das Ergebnis aus Sicht der Wirtschaft. Einen deutlichen Sprung machte Hessen aber auch durch eine bessere Betreuungs- und Lehrrelation an Grundschulen, der Ausbildungsstellenquote oder beim Ausbau der Ganztagsbetreuung. „Da machen sich die Investitionen der vergangenen Jahre bezahlt, zum Beispiel beim Ausbau der Lehrerstellen“, so Pollert.

Stärken habe das hessische Bildungssystem zudem bei der Förderinfrastruktur oder bei der Bewältigung der Bildungsarmut. Deutschlandweit gebe es in keinem anderen Land eine geringere Schulabbrecherquote und auch bei den ausländischen Schulabgängerinnen und -abgängern ohne Abschluss erreiche Hessen bundesweit die niedrigste und damit die beste Quote. Damit bestätigten sich die Befunde zu diesen Feldern aus den vergangenen Berichten.

„Trotz dieser positiven Ergebnisse müssen wir auch Wasser in den Wein gießen. Der Abstand Hessens zur Spitzengruppe ist erheblich größer als zum Mittel- und Schlussfeld. Und bei den Ausgaben weist Bildung, gemessen am öffentlichen Ausgabeverhalten die drittniedrigste Priorität aller Bundesländer aus. Das ist nicht rühmlich, auch wenn wir anerkennen, dass die Landesregierung zum Beispiel die Mittel aus dem Digitalpakt Schule aufgestockt hat. Investitionen in Bildung sind und bleiben dennoch Investitionen in die Zukunft. Daher ist unser aller Ziel: Ein Platz im vorderen Drittel im Vergleich der Ausgaben der Bundesländer sollte es schon sein“, erklärte Pollert.

Optimierungspotenzial sieht der Bildungsmonitor Hessen darüber hinaus bei der Schulqualität, der MINT-Bildung oder beim Fremdsprachenunterricht in den Berufsschulen. „Natürlich ist uns klar, dass in diesem Jahr die Corona-Krise das hessische Bildungssystem besonders gestresst hat und für alle Beteiligte eine große Herausforderung war und weiterhin ist. Wir dürfen ungeachtet dessen nicht nachlassen in unserem Engagement, die beste Bildung in Hessen zu ermöglichen. Das ist für uns auch eine der zentralen Botschaften des Berichts, der einen Ausschnitt und eine Momentaufnahme widerspiegelt“, so der Appell von Pollert.  

Alle Ergebnisse auf www.insm-bildungsmonitor.de

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Sebastian Kühnel
Bildung und Gesellschaft