Vor dem Wohnungsgipfel mit Kanzlerin Merkel

Dr. Loewenstein: "Aufbruchsstimmung für mehr Wohnungsbau nötig." Reimann: "Die Kommunen müssen rasch mehr Bauflächen ausweisen!"

Frankfurt am Main. Am Wohnungsgipfel mit Bundeskanzlerin Merkel am Freitag wird Dr. Hans-Hartwig Loewenstein, Mitglied im Präsidium der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, als Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe teilnehmen.

Der Bauunternehmer aus Dreieich erwartet von dem Wohnungsgipfel eine "Aufbruchsstimmung für mehr Wohnungsbau in Ballungsräumen, nachdem genügend Vorschläge zur Verbesserung vorliegen". Jetzt müsse es an die Umsetzung gehen.

Dr. Loewenstein: "Die Wirtschaft als Ganzes hat ein hohes Interesse, dass der Wohnungsmangel beseitigt wird. Denn er belastet auch die Unternehmen: Für unsere Beschäftigten wird es immer teurer, eine günstige Wohnung in der Nähe ihrer Arbeitsstätten zu finden. Das erschwert vielerorts die Suche nach qualifizierten Nachwuchskräften. Deshalb ist es ein Anliegen der gesamten Wirtschaft, dass das Angebot an günstigem Wohnraum rasch wächst."

Thomas Reimann,
Vorsitzender des VhU-Bau- und Immobilienausschusses und Vorstandsvorsitzender der Bauunternehmung ALEA AG in Frankfurt, ergänzte: "Die Städte und Gemeinden in den Ballungsräumen müssen endlich mehr Bauflächen ausweisen. Zum Beispiel sind im Flächennutzungsplan des Rhein-Main-Gebietes genügend Flächen geplant. Was fehlt, ist der kommunale Wille, aus Planflächen echte Baugebiete zu machen." Nur mit mehr Flächen könnten mehr Wohnungen gebaut werden. Zudem müsse die Innenentwicklung mit Nachverdichtung voran gebracht werden.

Dr. Loewenstein und Reimann riefen Bund und Länder auf, die Kommunen finanziell besser als bisher zu unterstützen, wenn sie neue Bauflächen entwickelten: "Die Folgekosten von Neubaugebieten wie Kindertagesstätten und Buslinien sind hoch. Sie sollten nicht alleine von Gemeinden und Landkreisen zu tragen sein. Sonst droht eine Situation, dass die Kommunen ‚dicht machen‘, statt Neubürger willkommen zu heißen." Um das Wachstum zu fördern und die benötigten Neubaugebiete zu erhalten, sollte etwa das Land finanzielle Anreize im kommunalen Finanzausgleich setzen.

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Ansprechpartner
Jens Jacobi

Jens Jacobi
Referent für Bau- und Immobilienpolitik