Warnstreiks beim Luftsicherheitspersonal

Pollert: Nach Warnstreiks im ÖPNV ruft ver.di erneut zu einem bundesweiten Warnstreik auf. Ziel scheint zu sein, der Gesellschaft und dem Wirtschafts­standort Deutschland maximalen Schaden zuzufügen, um den Druck auf den Verhandlungspartner zu erhöhen.

Frankfurt am Main. Streiks bei deutschen Verkehrsbetrieben gehören in Deutschland zwischenzeitlich schon zum Alltag. Unmittelbar nach dem Ende des mehrtägigen GDL-Streiks im Lokführerbereich, hat ver.di zu einem bundesweiten Streik im Luftsicherheitssektor für den morgigen Donnerstag aufgerufen. Für den darauffolgenden Tag sind zudem Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr angekündigt.

Die Konsequenz dieser Streiks für Pendler, Arbeitgeber und die deutsche Wirtschaft ist jedes Mal deutlich spürbar: Ein Verlass auf ein störungsfreies öffentliches Verkehrssystem ist nicht mehr gegeben. 

Der anstehende bundesweite Warnstreik im Bereich der Luftsicherheit wird den Flugverkehr in Deutschland signifikant beeinträchtigen, was Flugausfälle und Verspätungen nach sich zieht. Die Kombination dieser Streiks an zwei aufeinanderfolgenden Tagen verschärft die Situation für Reisende, Beschäftigte und Arbeitgeber erheblich. Sie beeinträchtigt sowohl den Boden- als auch den Luftverkehr und hat weitreichende Folgen für die individuelle Mobilität und die Wirtschaftsabläufe.

Wer während laufender Verhandlungen derart massiv in die öffentlichen Verkehrsnetze eingreift, zielt scheinbar auf eine Maximierung der gesellschaftlichen Betroffenheit und der wirtschaftlichen Kosten in Deutschland ab oder nimmt diese zumindest billigend in Kauf. Diese Situation ist nicht länger hinnehmbar. Wir fordern den Gesetzgeber auf, die Bedingungen und den Rahmen für Arbeitskämpfe endlich zu kodifizieren.

Zum Hintergrund: Verdi befindet sich derzeit in Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband über einen neuen Tarifvertrag für die Luftsicherheitsbranche. Hauptforderung der Gewerkschaft ist eine Gehaltserhöhung für die Beschäftigten. In den bisherigen drei Verhandlungsrunden wurde keine Einigung erzielt. Die Gespräche sollen in der kommenden Woche fortgesetzt werden, trotzdem wurde bereits zum Streik aufgerufen.

Zurück zur Übersicht
Ansprechpartner
Patrick Schulze

Patrick Schulze
Kommunikation und Presse