Weniger Stickoxid und Feinstaub in Hessen in 2017

VhU fordert Verzicht auf Diesel-Fahrverbote und „blaue Plakette“

Frankfurt am Main. Angesichts der Verringerung von Stickoxid und Feinstaub in hessischen Kommunen fordert die VhU von der Politik, endgültig auf die Einführung von Fahrverboten und der sog. „blauen Plakette“ zu verzichten. „Das wäre eine gute Nachricht für mehrere hunderttausend Bürger und Unternehmen in Hessen, die Autos und Lastwagen mit Dieselmotoren fahren. Denn allein in Hessen wären durch die blaue Plakette von 1,1 Mio. Fahrzeugen nur rund 5 Prozent berechtigt, in Umweltzonen einzufahren. Die Politik in Bund und Ländern sollte diese Pläne endgültig aufgeben!“, sagte Dr.-Ing. Jochen Knake, Vorsitzender des VhU-Verkehrsausschusses.

Laut hessischem Landesumweltamt registrieren die meisten Messstationen in Hessen eine geringere Belastung mit Stickoxid als in den Vorjahren – etwa an der Friedberger Landstraße in Frankfurt, wo der Jahresmittelwert von 53 Mikrogramm je Kubikmeter im Jahr 2015 auf 47 Mikrogramm im Jahr 2017 sank. Der angestrebte Höchstwert für das Jahresmittel liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. Auch die Feinstaubwerte haben sich verbessert. So wurde der Höchstwert bezogen auf das Stundenmittel im Jahr 2017 an keiner Messstation in Hessen überschritten.

Knake: „Fahrverbote kommen faktisch einer Vernichtung von Betriebskapital gleich“. Um die Schadstoffbelastung zu verringern, gebe es intelligentere Maßnahmen – ohne millionenfache Fahrverbote für Bürger und Unternehmen. Dazu gehörten eine bessere Verkehrslenkung – etwa durch intelligente Ampelanlagen, die vorübergehende Freigabe von Standstreifen, aber auch Nutzung elektronischer Vernetzung von Fahrzeugen. Sinnvoll seien zudem Anreize zur schrittweisen Modernisierung der Fahrzeuge und attraktivere Bus- und Bahnverkehre. Betroffen von Fahrverboten wären deutschlandweit auch rund zwei Millionen leichte und mittelschwere Nutzfahrzeuge, von denen 99 Prozent die Euro-Norm-6 nicht erfüllen. Beispielsweise haben die allermeisten Nutzfahrzeuge von Handwerkern ein Gewicht von bis 3,5 Tonnen – für diese Klasse gilt die Euro-6-Norm erst seit Herbst 2015.

Zudem wies Dr. Knake darauf hin, dass die Herstellung von Dieselfahrzeugen ein wichtiger Pfeiler der für die Gesamtwirtschaft in Deutschland so wichtigen Autoindustrie sei. Bei aller nachvollziehbaren Kritik am Missbrauch von Dieselabgaswerten und dem ökologischen Wunsch, Stickoxide zu verringern, sollte „man nicht das Kind mit dem Bade ausschütten“. 

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