An die Unternehmerinnen und Unternehmer in Hessen sowie an das Präsidium, die Mitgliedsverbände, Ausschüsse und Regionalbeiräte der VhU

Sehr geehrte Damen und Herren,

als VhU-Präsident erlaube ich mir, Ihnen regelmäßig Überlegungen zur Bundestagswahl vorzustellen. Heute geht es um die Einkommensteuer.

Bereits ab einem guten mittleren zu versteuernden Einkommen von 57.918 Euro wird in Deutschland der Spitzensteuersatz in der Einkommensteuer in Höhe von 42 Prozent fällig.

Dennoch wollen Grüne, SPD und Linke die Steuern weiter erhöhen. Im Wahlprogrammentwurf der Grünen steht: „Ab einem Einkommen von 100.000 Euro für Alleinstehende und 200.000 Euro für Paare wird eine neue Stufe mit einem Steuersatz von 45 Prozent eingeführt. Ab einem Einkommen von 250.000 bzw. 500.000 Euro folgt eine weitere Stufe mit einem Spitzensteuersatz von 48 Prozent.“ Das wären also 3 Prozentpunkte mehr als heute. Und: „Die Abgeltungssteuer für Kapitalerträge schaffen wir ab und besteuern diese Einkommen wieder progressiv. Damit zahlen diejenigen mit hohen Zinseinkommen und Spekulationsgewinnen höhere Steuern.“

Weil auch noch Soli und Kirchensteuer fällig sind, würde mehr als die Hälfte des Einkommens wegbesteuert. Das hat mit Marktwirtschaft und Leistungsgerechtigkeit nichts mehr zu tun. Eine höhere Einkommensteuer trifft auch Unter­nehmen. Denn die 2,1 Mio. Einzelunternehmen und die 400.000 Personengesellschaften (z. B. OHG und KG) in Deutschland müssen auf ihre Gewinne Einkommensteuer zahlen. Die meisten haben unter 10 Beschäftigte. Eine Erhöhung der Einkommensteuer würde den Mittelstand treffen und Investitionen weniger attraktiv machen.

Es reicht! Die oberen 10 Prozent der Einkommensteuerpflichtigen zahlen 55 Prozent des Aufkommens. Stets nur den Spitzensatz zu betrachten greift zu kurz. Er wurde zwar von 53 (1999) auf 42 Prozent (2005) gesenkt. Aber zugleich wurde die Bemessungsgrundlage verbreitert, so dass die Entlastung gering war. Und seit 2007 gibt es die „Reichensteuer“ mit 45 Prozent.

Bitte wählen Sie bei der Bundestagswahl Parteien und Politiker, die Bürger und Unter­nehmen entlasten wollen, um Wachstumsimpulse zu geben. Zum Beispiel, indem der Mittelstandsbauch der Einkommensteuer verschwindet, indem die Schwelle des Spitzensteuersatzes auf 100.000 Euro erhöht wird und indem der Soli beseitigt wird – für alle Bürger und Unter­nehmen.

Wenn Sie diesen Brief an Interessierte weitergeben, würde ich mich freuen. Gerne stehe ich Ihnen für einen politischen Dialog zur Verfügung. Freue mich auf Ihr Feedback: wmang@vhu.de

Ich wünsche Ihnen einen kraftvollen Start in das Wochenende.

Es grüßt Sie


Wolf Matthias Mang
VhU Präsident

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Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V.
Präsidium
Emil-von-Behring-Straße 4
60439 Frankfurt am Main