An die Unternehmerinnen und Unternehmer in Hessen sowie an das Präsidium, die Mitgliedsverbände, Ausschüsse und Regionalbeiräte der VhU

Sehr geehrte Damen und Herren,

als VhU-Präsident erlaube ich mir, Ihnen regelmäßig Überlegungen zur Bundestagswahl vorzustellen. Heute geht es um den Pkw-Verkehr.

Ohne Auto können die meisten Beschäftigten nicht zur Arbeit kommen. Bus- und Bahnangebote sind vielerorts leider völlig unzureichend, das Rad kommt als Alternative oft gar nicht in Frage. Auto, das heißt fast immer Benziner oder Diesel. Denn Elektroautos sind noch viel zu teuer für die meisten Haushalte in Deutschland und die Infrastruktur ist zu wenig ausgebaut. Ob, wann und wo sich Elektroautos durchsetzen, muss der Wettbewerb und nicht die Politik entscheiden.

Dennoch wollen die Grünen, dass bereits ab 2030 nur noch „emissionsfreie Autos" neu zugelassen werden, zum Beispiel durch eine ansteigende nationale Quote für emissionsfreie Autos. Den Kauf „emissionsfreier Autos“ wollen sie über ein Bonus-Malus-System in der Kfz-Steuer fördern. Das würde zu einer enormen Kostenbelastung für Millionen Beschäftigte in unseren Betrieben führen, die auf günstige Autos angewiesen sind. Gerade die Preise für Gebrauchtwagen mit Verbrennungsmotor würden ansteigen, falls neue Verbrenner verboten würden.

Für uns Unternehmer ist die Frage, wie die Beschäftigten ins Büro, in die Fabrik, in die Werkstatt oder ins Geschäft kommen, schon immer wichtig. Inakzeptabel lange müssen viele im Stau stehen oder in überfüllten Bussen und Bahnen zubringen. Weil es zu wenig Wohnungsangebote in Städten gibt, wohnen immer mehr weit weg vom Arbeitsplatz und müssen zeitaufwändig pendeln. Das erschwert die Fachkräftesicherung, gerade im Ballungsraum.

Klar ist: Der Pkw bleibt noch lange die Nr. 1 im Personen­verkehr – nicht nur auf dem Land, sondern auch in kleinen und mittleren Städten. Klar ist auch, dass Produktion und Betrieb von Autos treibhausgasneutral werden müssen. Unklar ist, welche Techniken sich durchsetzen, um CO2, Abgase, Lärm und Ressourcenverbrauch zu reduzieren. Beispielsweise können flüssige Kraftstoffe treibhausgasneutral synthetisch hergestellt werden. Deshalb fordern wird, dass der Bundestag Gesetze möglichst neutral gegenüber Verkehrsträgern, Fahrzeugtechniken und Mobilitätskonzepten gestalten sollte. Auto, Bus, Rad oder Bahn – es gibt nicht „den“ richtigen Verkehrsträger, sondern viele lokale und regionale Lösungen.

Bitte wählen Sie bei der Bundestagswahl Parteien und Politiker, die die individuellen Mobilitätsbedarfe von Bürgern und Unter­nehmen ernst nehmen. Die niemanden gängeln, wie er sich fortbewegen soll. Die Mobilität nicht generell verteuern oder den Verbrennungsmotor verbieten wollen. Sondern die für gut ausgebaute Autobahnen und Bundesstraßen sorgen, ebenso wie für den Ausbau der ÖPNV-Infrastruktur und der Bus- und Bahn-Angebote.

Wenn Sie diesen Brief an Interessierte weitergeben, würde ich mich freuen. Gerne stehe ich Ihnen für einen politischen Dialog zur Verfügung. Freue mich auf Ihr Feedback: wmang@vhu.de

Ich wünsche Ihnen später einen guten Start in das Wochenende.

Es grüßt Sie


Wolf Matthias Mang
VhU Präsident

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Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V.
Präsidium
Emil-von-Behring-Straße 4
60439 Frankfurt am Main