EEG 2017: Eine Kostenabschätzung

Mögliche Entwicklungen der Förderkosten bis 2020 und 2025 

Kurzgutachten im Auftrag der

  • Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e. V.
  • Unternehmerverbände Niedersachen e.V.
  • Die Energieintensiven Industrien in Deutschland

In dieser Kurzstudie werden die zusätzlichen Förderkosten der ab 2017 über das EEG geförderten Anlagen bis 2020 bzw. 2025 sowie deren Auswirkungen auf die EEG-Umlage abgeschätzt. Förderkosten sind die sog. Differenzkosten, also die Auszahlungen an die Betreiber der geförderten Anlagen abzüglich der erwirtschafteten Einnahmen durch den Stromabsatz. Dabei werden in einem Szenario (Regierungs- bzw. Referenzszenario) die vom Gesetzgeber im EEG 2017 avisierten Entwicklungen abgebildet. In zwei weiteren Szenarien werden mögliche Entwicklungen mit eher pessimistischen und optimistischen Annahmen in Bezug auf die Kostenentwicklung skizziert (Szenario hoch und niedrig).
Insgesamt legen alle drei Szenarien nahe, dass eher mit steigenden als sinkenden gesamten Förderkosten zu rechnen ist. Die EEG-Umlage wird unter den hier angenommenen Entwicklungen weiter ansteigen und auch nach 2020, wenn erste Anlagen aus der Förderung fallen, voraussichtlich nicht sinken, sondern tendenziell weiter steigen oder bestenfalls auf hohem Niveau verharren. Sie liegt auch 2025 in allen Szenarien bei 7,5 Cent je Kilowattstunde und höher (2016: 6,35 Cent).

Die gesamten Förderkosten des EEGs steigen in allen drei Szenarien von derzeit 23,1 Milliarden Euro pro Jahr (2016) bis 2025 auf zwischen 24,8 und 32,9 Milliarden Euro pro Jahr an (vgl. Abbildung 1-2). Ab 2020 macht sich dann auch bei den Gesamtförderkosten der Förderrückgang bei Altanlagen bemerkbar. Von 2020 bis 2025 steigen die jährlichen Förderkosten im Szenario niedrig nahezu gar nicht mehr und im Szenario hoch noch einmal um 1,1 Milliarden Euro auf 32,9 Milliarden Euro.

Den größeren Teil der Kostensteigerung machen über den gesamten Zeitraum die Neuanlagen aus. Die zusätzlichen Förderkosten für die ab 2017 neu in Betrieb gehenden Anlagen wachsen bis zum Jahr 2025 je nach Szenario auf dann 3,3 bis zu 6,9 Milliarden Euro pro Jahr (vgl. Abbildung 1-1). Hinzu kommt der Effekt, dass durch veränderte Börsenstrompreise auch der Erlös aus Bestandsanlagen sinkt oder steigt und damit steigernd oder dämpfend auf die Förderkosten wirkt.
Die dargestellten Effekte schlagen sich entsprechend in der Entwicklung der EEG-Umlage nieder – sie steigt unter den hier zugrunde gelegten Annahmen auf 7,5 bis 9,7 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2020 und 7,5 bis 10,02 Cent bis 2025 (vgl. Abbildung 1-3).

 IW Gutachten EEG 2017 zum Download

 

 

Studie: Stromkosten der energieintensiven Industrie. Ein internationaler Vergleich.


Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat im Juli 2015 die Studie „Stromkosten der energieintensiven Industrie - Ein internationaler Vergleich“, die von Ecofys und Fraunhofer ISI durchgeführt wurde, veröffentlicht.

Die Studie untersucht detailliert die Zusammensetzung von Strompreisen in Deutschland und zehn anderen Staaten. Die Gutachter kommen zu dem Ergebnis: „Bestehende Ausnahmeregelungen für stromintensive Unternehmen stützen die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und wirken (gesamt)wirtschaftlich positiv.“

Darüber hinaus zeigt die Studie, dass die staatlich verursachten Stromnebenkosten in Deutschland längst zu einem Wettbewerbsnachteil geworden sind. Sowohl entlastete, als auch nicht entlastete Betriebe leiden in Deutschland unter international kaum wettbewerbsfähigen Strompreisen.

 

 

„Fraunhofer ISI/ECOFYS – Stromkosten der energieintensiven Industrie. 2015“ 

 

Die bestehenden Belastungsregeln dürfen daher nicht beschnitten werden. Stattdessen fordert die VhU einen gleitenden Einstieg in die Besondere Ausgleichsregelung des EEG, damit auch für kleinere, aber immer noch stromintensive Betriebe endlich die Nachteile im internationalen Wettbewerb abgemildert werden.

 Studie: Stromkosten der energieintensiven Industrie. Ein internationaler Vergleich

 

 

Die EEG - bedingten Zusatzkosten der CO2-Vermeidung

Kurzfassung

 Untersuchung ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. DIE FAMILIENUNTERNEHMER – ASU e.V.

 

 

 

Ansprechpartner
Vladimir von Schnurbein

Dr. Vladimir von Schnurbein
Referent für Energiepolitik