Hessischer Unternehmertag 2017: So gelingt Zukunft!

Eine lebendige Gesellschaft mit mehr Kindern packt alle Herausforderungen

Wiesbaden. Eine Willkommenskultur für Kinder wünscht sich der Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) Wolf Matthias Mang. „Wir sind eine schrumpfende Gesellschaft. Aber das ist kein Naturgesetz, deshalb können wir diesen Trend auch umkehren“, betonte er beim 26. Hessischen Unternehmertag im Kurhaus in Wiesbaden vor rund 1.000 Gästen.

Den Ablauf des diesjährigen Unternehmertages ist hier als  PDF abrufbar.

Der Spitzentreff der hessischen Wirtschaft widmete sich der Frage, wie der Standort Hessen für globale Unternehmen attraktiv bleiben und schlüssige Antworten auf die Krisen in der Welt geben kann. Mehr Wertschätzung für Kinder und Familien sowie gute und sichere Arbeitsplätze sind nicht nur nach Ansicht Mangs der Schlüssel für den zukünftigen Erfolg.

Ehe und Familie als Fundament der Gesellschaft stärken

Impulsredner waren der Opel-Chef Michael Lohscheller sowie der stellvertretende hessische Ministerpräsident Tarek Al-Wazir. Er vertrat den in Berlin in den Sondierungsgesprächen gebundenen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und beschrieb, was Hessen als Standort auch in Zukunft anziehend macht. „Wir leben in einem der sichersten und reichsten Länder der Erde und an einem attraktiven Standort für internationale Unternehmen, der wie keine andere Region in Mitteleuropa mit der weltwirtschaftlichen Entwicklung verflochten ist“, erklärte Al-Wazir.

Gleichzeitig hätten aber viele Menschen das Gefühl, dass sie von der Teilhabe am Wohlstand ausgeschlossen sind. Al-Wazir: „Es muss uns gelingen, wieder Mut und Zuversicht in möglichst viele Bereiche zu bringen und einen realistischen Optimismus.“ Dies hinzubekommen, ohne die Herausforderungen im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung zu übersehen, sei eine große Aufgabe für Politik und Wirtschaft. „Wir stehen da gemeinsam in der Verantwortung“, betonte der stellvertretende Ministerpräsident.

Mehr digitale Vernetzung und Geschäftsmodelle bieten nach Aussage des VhU-Präsidenten Mang die Chance, den Rückgang des Arbeitskräfteangebots teilweise auszugleichen. Aber letztlich führe kein Weg daran vorbei, dass insgesamt weniger Menschen zur Erwirtschaftung eines Sozialprodukts einer alternden Gesellschaft mehr erwirtschaften müssen.

Demografische Talfahrt stoppen

Für eine ausgeglichene Balance zwischen jüngeren und älteren Menschen und einen stabilen Generationenvertrag müsse die demografische Talfahrt umgekehrt werden. Damit die Bereitschaft, mehr Kinder zu bekommen, steigt, forderte Mang deshalb eine Willkommenskultur für Kinder und Eltern. Dazu gehöre auch, die Ehe und die Familie als Fundamente der Gesellschaft zu stärken. „Beide brauchen als fundamentale Solidar-Gemeinschaften viel mehr Wertschätzung“, so der Unternehmer.

Nach Jahrzehnten des Rückgangs sei 2015 die Geburtenrate erstmals wieder gestiegen von 1,4 auf 1,5 Kinder pro Frau. „Bis wir allerdings bei deutlich über 2 Kinder angelangt sein könnten, dauert es mindestens eine Generation“, erläuterte Mang und ergänzte: „Aber lieber spät als nie.“

Text: Maja Becker-Mohr

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Ulrich Kirsch

Dr. Ulrich Kirsch
Geschäftsführer Kommunikation und Presse