Personalpolitik und berufliche Bildung

Digitale Instrumente verändern die Personalarbeit und insbesondere Learning & Development im Unternehmen. Aber auch gesellschaftliche Entwicklungen wie Migrationsströme haben Einfluss auf Fachkräftestrategien im Unternehmen. Die VhU greift diese Entwicklungen auf und bietet unterschiedliche Plattformen zum Wissenstransfer, zum kollegialen Austausch und zur Kooperation. Wir sehen unsere Aufgabe auch in experimentellen Projekten, die Neues für die betriebliche Praxis auf den Prüfstand stellen.

IntegrationsCamp der Wirtschaft 2017:  Fachkräftepotenzial Geflüchteter heben

Die Integration von Geflüchteten ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die Jahre in Anspruch nehmen wird. Deutschland hat über eine Million Menschen mit sehr unterschiedlichem kulturellen Hintergrund aufgenommen. Die Wirtschaft sieht gute Chancen, diese Gruppen, die überwiegend sehr jung sind, also noch eine Ausbildung absolvieren müssen oder gerade am Beginn ihres Berufslebens stehen, in Arbeit und Ausbildung zu integrieren.

Es gibt aber einige Hürden: Das Erlernen der deutschen Sprache, ein überwiegend niedrigeres Bildungsniveau oder durch die Flucht unterbrochene Bildungsbiografien, ein unterschiedliches Verständnis für die Bedeutung von formalen Abschlüssen und Unkenntnis des deutschen Berufsbildungssystems auf Seiten der Geflüchteten.

Die VhU hat 2016 und 2017 das IntegrationsCamp der Wirtschaft angeboten, auf dem die gesamte Bandbreite vom Social Startup-Unternehmen zur Beschäftigung und Ausbildung von Geflüchteten bis zur Berufsorientierung und Einstiegsqualifizierung im Unternehmen behandelt wurde. Auch 2018 wird die VhU diese Veranstaltungsreihe fortsetzen, denn „Integration“ ist und bleibt in einer globalisierten Wirtschaft auch unabhängig von Flucht und Vertreibung ein wichtiges Thema.

Deutschland ist auch in Zukunft auf Zuwanderung angewiesen und wird immer wieder neue Gruppen auf Dauer oder vorübergehend integrieren müssen. Das IntegrationsCamp der Wirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag für das Verständnis und die Bewältigung der Aufgaben, die auf Unternehmen zukommen.


Handwerkskunst geflüchteter Frauen führt zur Wiederbelebung der Produktion von Musterkollektionen in Deutschland (Unternehmen ‚Stitch by Stitch‘, Frankfurt).

Learning & Development in einer digitalisierten Welt - #cl2025

Digitalisierung und Industrie 4.0 stehen für einen technologischen Umbruch, der die gesamte industrielle Produktion, aber auch die Kommunikation und das Alltagsleben der Menschen fundamental beeinflusst und verändert.

Wir müssen junge Menschen auf ein Berufsleben vorbereiten, dessen Berufsbilder und Qualifikationsanforderungen wir heute noch nicht kennen. Menschen, die im Berufsleben stehen, müssen neue Technologien, neue Produktions- und Organisationsformen erlernen. Aber auch das Lernen verändert sich durch neue technische Möglichkeiten. „Enterprise Social Network“, das unternehmensinterne digitale Netzwerk  für Kommunikation, Kooperation und Wissensmanagement, steht als Schlagwort für eine Entwicklung, die traditionelle Lernformen in Präsensseminaren zwar nicht vollständig ersetzt, aber eine neue Dimension an Schnelligkeit und Interaktion hinzufügt.

Menschen erlernen nicht nur digitale Technologien, sie lernen auch mit diesen Technologien neue, wesentlich produktivere Lernprozesse in Gang zu setzen und zu steuern. Vieles wurde bereits erprobt, aber insgesamt stehen wir am Anfang eines kollektiven Lernprozesses.

Die VhU hat bereits 2010 das Corporate Learning Camp ins Leben gerufen, auf dem jährlich ca. 250 Learning Professionals Erfahrungen austauschen und voneinander lernen. Es wird 2017 durch eine online-Veranstaltung, den „MOOCathon Learning and Development in the digital age“ ergänzt. Mit 1.200 Teilnehmern aus Wirtschaft und – zum kleineren Teil – Wissenschaft haben acht internationale Unternehmen ihre Lern- und Entwicklungskonzepte diskutiert. Das Ergebnis wird ein White Paper sein, das sowohl eine Zukunftsvision als auch eine Road Map für das Jahr 2025 bietet. Alle Informationen finden Sie auf dieser Webseite: www.colearn.de.

Anker für die Diskussion dieser Themen innerhalb der VhU ist der Berufsbildungsausschuss, aktuell unter Leitung von Dominique Döttling, Opel Automobile GmbH.

HR-Community – VhU bietet Diskussionsplattform für HR im Umbruch

Erfahrungsaustausch und der Dialog mit Kollegen, ergebnisoffene Diskussionen, Gespräche über bewährte Verfahren und experimentelle Methoden und Instrumente stehen im Mittelpunkt der HR-Community-Treffen, die die VhU zweimal im Jahr anbietet. Wir nutzen sowohl den Input durch externe Referenten als auch das Wissen der Mitglieder, um die eigene Arbeit voranzubringen. Die Moderationsmethode entspricht einem Barcamp und hat sich in den 4 Treffen besonders bewährt.

Forum Wissenschaft – Wirtschaft

Der Berufsbildungsausschuss der VhU hat die Aufgabe, die Geschäftsführung der VhU in allen Fragen der beruflichen Bildung zu beraten. Dazu gehören duale Berufsausbildung, akademische Ausbildung, Aufstiegsfortbildung, Weiterbildung, Learning & Development, Talentmanagement, Nachwuchsakquise, Personalentwicklung und verwandte Themen. Er dient gleichzeitig dem Austausch der Mitglieder untereinander und der Information über aktuelle Entwicklungen. Einmal im Jahr tagt der BBA mit externen Gästen zu einem aktuellen Thema an der Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft. 2017 wird das Thema die Förderung von Startups durch Hochschulen und Unternehmen sein.

    
Fachkräfte für die Industrie 4.0 – Für eine Neuorientierung im Bildungssystem

Die duale Berufsausbildung hat durch die Kombination von Theorie und Praxis und die Ausrichtung der Ordnungsverfahren auf die aktuellen Qualifikationsanforderungen in den Unternehmen seit ihrer Entstehung im Zuge der Industrialisierung alle technologischen Entwicklungen zügig integriert. Die Digitalisierung war seit den 80er-Jahren bis heute in all ihren Entwicklungsstufen Teil der betrieblichen Ausbildung: Cyber-physikalische Systeme und Internet of Things sind bereits in die industriellen Berufe integriert. Ein aktueller Schritt ist die Implementierung eines agilen Verfahrens zwischen den verantwortlichen Ministerien und den Sozialpartnern um sicherzustellen, dass Aus- und Weiterbildungsordnungen ständig und mit der inzwischen nötigen Geschwindigkeit überprüft und angepasst werden können.


Die Neuauflage unserer Broschüre enthält bereits die
geplanten Schritte bis ins Jahr 2018.








 

Ansprechpartner
Charlotte Venema

Charlotte Venema
Betriebliche Personalpolitik