Publikationen & Informationen

Corona und Ausbildung: Bündnis Ausbildung unterstützt

Unter­nehmen dabei zu unterstützen Ausbildungen auch in Zeiten der Pandemie durchzuführen ist Ziel der Partner des Bündnisses Ausbildung Hessen. Hierzu haben die Partner am 8. Mai 2020 eine Erklärung vorgelegt. Grundtenor ist ein Bekenntnis zum dualen System und zur Sicherstellung der dualen Ausbildung, auch während der aktuellen Situation.

Die VhU ist Mitunterzeichnerin des Papiers und appelliert gemeinsam mit den anderen Partnern des Bündnisses - der Landesregierung, den Kammern, den Gewerkschaften, der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit und den kommunalen Spitzenverbänden – an die Akteure des dualen Systems, alles dafür zu tun, um die duale Ausbildung weiter zu stärken, Ausbildungen fortzuführen und auch mit Blick auf das Ausbildungsjahr 2020/2021 Perspektiven zu geben.

Ohne Zweifel ist es für sehr viele ausbildende Unter­nehmen in der momentanen Phase eine große Herausforderung, die Ausbildung wie gewohnt oder überhaupt fortzuführen. Gerade deshalb ist es wichtig, die bisherigen Aktivitäten und Maßnahmen der ausbildenden Unter­nehmen zu würdigen und mit dem Papier auch zu signalisieren, dass die Partner mit Unterstützung und Beratung an der Seite der Unter­nehmen stehen, die diesen Bedarf haben. Das Wirtschaftsministerium hat im Rahmen der Erklärung beispielsweise in Aussicht gestellt, Ausbildungszuschüsse zu entwickeln.

 Bündnis Corona

Modernisierung der IT-Berufe

Die technologischen Entwicklungen im Zuge der Digitalisierung haben in den Unter­nehmen und insbesondere in ihren Produktionsprozessen zu deutlichen Veränderungen geführt. Davon sind insbesondere die IT-Ausbildungsberufe betroffen, die nun neu geordnet wurden. Die Anpassungen werden am 1. August 2020 in Kraft treten und haben die Änderungen der Ausbildungsordnungen für die Berufe zur Folge. Für Unter­nehmen bedeuten die Änderungen, dass sie diese auch während der Ausbildung umsetzen müssen.

Welche Berufe sind betroffen?

  • Fachinformatiker/-in - IT-System-Elektroniker/-in - Informatikkaufmann/-frau - IT-System-Kaufmann/Kauffrau

Was ist neu geregelt?

  • Der Ausbildungsberuf Fachinformatiker/-in mit seinen bisherigen Fachrichtungen Systemintegration und Anwendungsentwicklung wird um zwei neue Fachrichtungen Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung ergänzt.
  • Fachinformatiker/-innen der Fachrichtung Daten- und Prozessanalyse stellen die Verfügbarkeit sowie Qualität und Quantität von Daten sicher und entwickeln IT-Lösungen für digitale Produktions- und Geschäftsprozessen.
  • Fachinformatiker/-innen der Fachrichtung Digitale Vernetzung arbeiten mit der Netzwerkinfrastruktur und den Schnittstellen zwischen Netzwerkkomponenten und cyber-physischen Systemen.
  • Beim Beruf IT-System-Elektroniker/-in wurden vor allem die elektrotechnischen Inhalte überarbeitet.
  • Aus den bisherigen Informatikkaufleuten werden nun die Kaufleute für Digitalisierungsmanagement, die Digitalisierung von Geschäftsprozessen auf der operativen Ebene managen.
  • Bei den Kaufleuten für IT-System-Management (vormals: IT-System-Kaufmann/-frau) liegt der Schwerpunkt auf dem Angebot und der Vermarktung von IT-Dienstleistungen sowie dem Management und der Administration von IT-Systemen.

Für alle Berufe gilt übergreifend:

  • Die Themen IT-Sicherheit und Datenschutz werden deutlich ausgebaut.
  • Soziale und personale Kompetenzen rücken stärker in den Mittelpunkt.
  • Die gestreckte Abschlussprüfung wird eingeführt, bei der die Prüfung in zwei zeitlich voneinander getrennten Teilen stattfindet.
  • Das Prüfungsinstrument „Betriebliche Projektarbeit“ wird beibehalten.

Ab wann gelten die Veränderungen?

  • Die Änderungsverordnungen werden am 1. August 2020 in Kraft treten und gelten für alle Ausbildungsverhältnisse, die ab dann starten.
  • Für bestehende Ausbildungsverhältnisse gibt es Übergangsregelungen.

Hier finden Sie eine Präsentation vom Bundesinstitut für Berufsbildung mit einem Überblick zu den Änderungen. Außerdem können Sie die Änderungsordnungen und Zeugniserläuterungen für jeden der Berufe herunterladen.

 BIBB_Neuordnung IT-Berufe

Wo erhalten Unter­nehmen weitere Informationen?
Die wichtigsten Informationen erhalten Sie direkt beim Bundesinstitut für berufliche Bildung, unter folgendem Link: https://www.bibb.de/de/pressemitteilung_121075.php

MINT Report

Der MINT Report von IW Kölnund Gesamtmetall gibt Ihnen Aufschluss über die Entwicklung des Fachkräftebedarfs und des Ausbildungsarbeitsmarkts im MINT-Bereich.

Wesentliche Ergebnisse des aktuellen Reports aus dem Frühjahr 2020 sind:

  • Den Unter­nehmen fehlten im April 2020 insgesamt 152.600 MINT-Arbeitskräfte. Im Vergleich zum Frühjahr 2019 stellt dies einen Rückgang von 51 % dar. Dies ist der höchste Rückgang innerhalb eines Jahres seit Beginn der Aufzeichnungen. Noch im Februar 2020 erreichte die MINT-Lücke genau den Durchschnittswert aus den Jahren 2014 bis 2019 (214.900).
     
  • Ein besonders starker Rückgang der Fachkräftelücke (-48,6 %) ist bei den stark mit der Produktion verbundenen MINT-Fachkräften zu verzeichnen, wohingegen bei MINT-Expertentätigkeiten, die stärker auch in Forschungs- und Entwicklungsbereichen verankert sind, der Rückgang vergleichsweise gering ausfällt (-7,0 %). Ein deutlicher Rückgang lässt sich zudem insbesondere bei den Berufen aus dem Maschinen- und Fahrzeugbau und der Metallverarbeitung feststellen.  
     
  • Die Lücke in den IT-Berufen verblieb hingegen mit 39.700 auf hohem Niveau (Durchschnittswert 2014 bis 2019: 38.100). Die Beschäftigung im IT-Bereich nimmt stark zu.
     
  • Innerhalb der MINT-Expertenberufe ist die größte prozentuale Beschäftigungszunahme bei den IT-Expertenberufen zu verzeichnen (+ 81,2 %). Bei den MINT-Spezialistenberufen kann dagegen im Bereich der mathematisch-naturwissenschaftlichen Berufe der größte prozentuale Zuwachs an Beschäftigung festgestellt werden (+20,6 %).
     
  • Ohne den Beitrag ausländischer Beschäftigter wäre die MINT-Fachkräftelücke deutlich größer. Im Durchschnitt aller MINT-Berufe konnte die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung deutscher Arbeitnehmer vom vierten Quartal 2012 bis zum dritten Quartal 2019 um gerade einmal 8 % gesteigert werden, die der ausländischen Arbeitnehmer hingegen um 67,7 %.
     
  • Frauen sind nach wie vor in den MINT-Berufen deutlich unterrepräsentiert. Zwischen dem vierten Quartal 2012 und dem dritten Quartal 2019 konnte der Anteil der Frauen in MINT-Berufen im Bundesdurchschnitt nur leicht von 13,8 % auf 15,2 % erhöht werden.

 MINT-Fruehjahrsreport 2020

 MINT-Herbstreport 2019