8. VhU-Verkehrsforum: „Luftverkehrsstandort Frankfurt – Erwartungen an die Politik zwischen der Regierungsbildung im Bund und der Landtagswahl in Hessen“ // 19.02.2018

Hohmeister: „Nicht-Abschaffung der Luftverkehrsteuer schadet deutschen Airlines weiter“ // Dr. Schulte: „Neue industriepolitische Zusammenarbeit soll Weichen für Zukunft des Luftverkehrs stellen“ // Rohletter: „Brauchen starken Luftverkehrsstandort“

Frankfurt am Main. Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände ruft die Politik auf, den Luftverkehrsstandort Hessen und damit die gesamte heimische Wirtschaft zu stärken.

 „Die Vielfalt, Qualität und Vernetzung der Dienstleistungen für Passagiere, Frachtversender und Importeure am Luftverkehrsstandort Hessen sind Voraussetzung für den Erfolg der übrigen Branchen – von Industrie und Handel bis zum Finanzplatz. Wer Airlines entlastet und das Wachstum des Weltflughafens Frankfurt ermöglicht, hilft direkt oder indirekt nahezu allen Betrieben in Hessen“, sagte Klaus Rohletter, stellvertretender Vorsitzender des VhU-Verkehrsausschusses und Vorstandsvorsitzender der Bauunternehmung Albert Weil AG aus Limburg beim VhU-Verkehrsforum im Lufthansa Aviation Center am Flughafen Frankfurt.



Harry Hohmeister, Mitglied des Vorstandes Deutsche Lufthansa AG und verantwortlich für das Hub-Management, sagte: „Die Koalition im Bund aus CDU/CSU und SPD hat eine große Chance vertan. Mit der Beibehaltung der Luftverkehrsteuer werden deutsche Airlines weiter jedes Jahr um 1 Mrd. Euro geschwächt. Dieses Geld fehlt den Airlines für weitere Investitionen in modernere und leisere Flugzeuge. Hier ist nun die hessische Landesregierung gefordert, ihre Möglichkeiten auf Bundesebene zur Stärkung der hessischen Luftverkehrswirtschaft auszuschöpfen.“

Hohmeister erklärte ferner: “Begrüßenswert ist dagegen die im Koalitionsvertrag festgehaltene stärkere Beteiligung des Bundes an den gestiegenen Kosten der hoheitlichen Aufgabe der Luftsicherheit. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung“.

Dr. Stefan Schulte, Vorsitzender des Vorstands der Fraport AG, sagte: „Wir brauchen die Politik, die jetzt die Weichen für die Zukunft stellen und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen sollte. Deshalb begrüße ich die Vereinbarung im Rahmen des Koalitionsvertrags auf Bundesebene, eine industriepolitische Zusammenarbeit zu institutionalisieren. Hessen sollte hier eine maßgebliche Rolle übernehmen. Im engen Zusammenspiel von Bund, den Bundesländern, der Industrie und den Gewerkschaften gilt es, den deutschen Luftverkehr bedarfsgerecht und nachhaltig weiterzuentwickeln.“

Dr. Schulte weiter: „Es wird darum gehen müssen, einseitige nationale Kosten wie die Luftverkehrsteuer oder die Luftsicherheitsgebühren zu reduzieren, um finanzielle Spielräume für Investitionen zu schaffen. Investitionen z.B. in neue energieeffizientere und leisere Flugzeuge. Das ist positiv für die Region und das ist wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Airlines.“

Am Verkehrsforum nahmen aus dem Hessischen Landtag teil: Michael Boddenberg, Vorsitzender der CDU-Fraktion, Marius Weiß, luftfahrtpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, Frank Kaufmann, Sprecher für den Flughafen Frankfurt der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen, und René Rock, Vorsitzender der FDP-Fraktion.

 

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Clemens Christmann

Dr. Clemens Christmann
Wirtschafts- und Umweltpolitik

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Anna von Gruenewaldt
Referentin für Verkehrspolitik