9. VhU-Verkehrsforum "Luftverkehrsstandort Hessen" // 18.03.2019

Dr. Kayser: "'Sommer 2018' darf sich nicht wiederholen" // Dr. Prümm: "Brauchen Neuordnung der Sicherheitskontrollen" // Teckentrup: "Weitere Einschränkungen wären existenzgefährdend"

Am 18. März 2019 begrüßte die VhU die breite parteiübergreifende Anerkennung der hohen Bedeutung des Luftverkehrsstandorts Hessen rund um den Frankfurter Flughafen. "Der intensive Dialog von Politik, Luftverkehrswirtschaft und vielen weiteren Interessensgruppen hat sich bewährt", sagte Dr.-Ing. Jochen Knake, VhU-Verkehrsausschussvorsitzender beim Verkehrsforum im Lufthansa Aviation Center am Flughafen Frankfurt.Er rief die Politik auf, den Luftverkehrsstandort Hessen und damit die gesamte heimische Wirtschaft zu stärken und appellierte an die Landesregierung, gefundene Kompromisse – etwa zu den Tagesrandstunden – nicht zu verwässern.

Dr. Detlef Kayser, Mitglied des Vorstandes der Deutsche Lufthansa AG, sagte: "Politik muss langfristige und verlässliche Grundlagen und Rahmenbedingungen schaffen, damit Unternehmen Planungssicherheit und Investitionsperspektiven haben. Für Fluggesellschaften sind hier eine funktionierende Infrastruktur am Boden als auch in der Luft entscheidende Voraussetzungen für die effiziente Abwicklung des Luftverkehrs. Der 'Sommer 2018' darf sich dieses Jahr nicht wiederholen. Eine Kapazitätsharmonisierung aller Systempartner im Hinblick auf ein qualitatives Wachstum ist notwendig, denn nur gemeinsam können wir die Qualität des Gesamtsystems für Kunden verbessern. Von der hessischen Landespolitik erwarten wir Unterstützung auf bundespolitischer Ebene insbesondere für einen Systemwechsel beim Thema Luftsicherheitskontrollen."



Dr. Pierre Dominique Prümm, Bereichsvorstand Aviation der Fraport AG, sagte: "Obwohl das vergangene Jahr wirtschaftlich sehr erfolgreich für die Fraport AG war, brachte die enorme Nachfrage große Herausforderungen mit sich. Gemeinsam mit den Luftverkehrsgesellschaften und der Deutschen Flugsicherung arbeiten wir daran, die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit im Luftverkehr insgesamt wieder zu verbessern. Klar ist aber, dass wir bei einigen Themen die Unterstützung der Politik benötigen", betonte Prümm. "Ganz konkret gilt das für die zusätzliche Kapazität im Luftraum Europas und die Neuordnung der Sicherheitskontrollen. Hier wollen wir als Flughafenbetreiber mehr Verantwortung übernehmen und die Organisation selbst managen. Wir kennen unsere Infrastruktur und unsere Passagierprozesse am besten, wir wissen, wie man hier optimieren kann. Natürlich muss all das unter Aufsicht der staatlichen Behörden stattfinden."

Ralf Teckentrup, Vorsitzender der Geschäftsführung, der Condor Flugdienst GmbH, sagte: "Wir begrüßen das Bekenntnis der hessischen Landesregierung zum Planfeststellungsbeschluss und damit zum Luftverkehrsstandort Frankfurt. Gerade ein Ferienflieger wie Condor braucht die wichtigen Tagesrandstunden um Kunden aus der Region an die typischen Warmwasserziele auf der Kurz-, Mittel- und Langstrecke zu befördern. Weitere Einschränkungen würden unsere Wettbewerbsfähigkeit und Existenz gefährden." Teckentrup begrüßte außerdem die Prüfung eines Förderprogramms zum schnelleren Einsatz für leiseres Fluggerät seitens der Landesregierung: "Den größten Effekt zum Klimaschutz und zur Lärmreduktion erreichen wir durch eine Investition in neue Flugzeuge. Eine Förderung des Landes würde diesen Prozess erheblich erleichtern und beschleunigen."

Am VhU-Verkehrsforum nahmen aus dem Hessischen Landtag teil: Heiko Kasseckert, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, Marius Weiß, luftfahrtpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, Frank Kaufmann, Sprecher für den Flughafen Frankfurt der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen, und Dr. Stefan Naas, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion.

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