Unsere Gesellschaft fußt auf der Sozialen Marktwirtschaft und einer Grundannahme: Wer arbeitet, zahlt ein; wer alt ist oder aus anderen Gründen nicht arbeiten kann, wird versorgt. In diesem Modell trägt eine breite Masse von Berufstätigen eine vergleichsweise kleine Zahl Bedürftiger. Dabei leistet jeder so viel er kann, damit am Ende für alle genug vorhanden ist.
Doch die Realität des 21. Jahrhunderts stellt diese Balance infrage. Immer weniger Junge müssen immer mehr Ältere finanzieren. Zugleich hat die Sozialpolitik der letzten Jahrzehnte eine immer größere Erwartungshaltung gegenüber dem Staat geschürt: Er soll nicht nur absichern, sondern auch umfassend versorgen. Dies ist ein Missverständnis des Systems der Sozialen Marktwirtschaft.
Daher verwundert es nicht, dass der Sozialstaat unter Druck steht. Hinzu kommt der demografische Wandel, der zusammen mit der stetigen Ausweitung von Sozialleistungen das Verhältnis von Gebern und Nehmern verschiebt. Es werden immer höhere Beiträge und Steuerzuschüsse benötigt, um das System notdürftig am Laufen zu halten.
Dieses Problem ist längst in der breiten Bevölkerung erkannt, doch die Bereitschaft, selbst etwas zur Lösung beizutragen, fehlt.
Es stellen sich die grundlegenden gesellschaftlichen Fragen: Was darf der Einzelne von der Gemeinschaft erwarten und was die Gemeinschaft vom Einzelnen? Was ist „gerecht“? Braucht es einen neuen Generationenvertrag? Einen Vertrag, der die Babyboomer mehr in die Verantwortung nimmt? Einen Vertrag, der die jüngeren Generationen nicht unter erdrückender Last zurücklässt? Einen Vertrag, der Arbeit in Deutschland attraktiv macht und die Abwanderung gut ausgebildeter Leistungsträger stoppt?
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