Pollert: Krankschreibung per Telefon und „Krankschreibungs-Plattformen“ abschaffen
Arbeitsunfähigkeit
Frankfurt am Main. „Die telefonische Krankschreibung sollte so schnell wie möglich abgeschafft werden, weil sie die Hürden für das „Blaumachen“ senkt. Ebenso muss der Gesetzgeber das Geschäftsmodell von Online-Plattformen unterbinden, die per Fragebogen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen erteilen. Missbrauch bei der Krankschreibung ist zum Glück nicht die Regel, aber es gibt ihn und er gehört unterbunden. Im Sinne der Zukunft der Unternehmen und der Beschäftigung können wir uns keine weiteren Belastungen der Unternehmen leisten. Die Kosten der Arbeitgeber für Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall belaufen sich hessenweit schätzungsweise auf über 6 Milliarden Euro pro Jahr“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU).
„Leider ist auch nicht jedem klar, dass eine Krankheit nicht immer zur Arbeitsunfähigkeit führt. Ein Arzt ist deshalb verpflichtet, sich ein vollumfassendes Bild von den konkreten Anforderungen des Arbeitsplatzes sowie dem körperlichen, geistigen und seelischen Gesundheitszustand des Patienten machen. Das dürfte persönlich am besten funktionieren. Falls nötig, gibt es die Video-Sprechstunde. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen sollte die Ärzte in Hessen dafür sensibilisieren, bei der Bescheinigung einer Arbeitsunfähigkeit die zwingenden Vorgaben der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie strikt einzuhalten“, so Dirk Pollert.
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